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„Womit beschäftigen sich die meisten Menschen heute? Alles erscheint ihnen wichtig, nur die wichtigste Frage, nämlich nach dem ‚Sinn des Lebens‘ nicht!“

Christoph Probst

Widerstandsgruppe Weiße Rose

Vortrag über "Die Weiße Rose"

Ein 13-seitiges Vortragsskript zur Widerstandsgruppe Weiße Rose. Informationen zu den einzelnen Mitgliedern und ihren Aktionen und Zielen, zum Inhalt der Flugblätter, zu den Verhaftungen und Prozessen vor dem Volksgerichtshof und der heutigen Symbolkraft ihres Widerstands gegen die NS-Diktatur.

Vortragsskript über die Weiße Rose

Der Name "Weiße Rose"

„Zurückkommend auf meine Schrift ,Die Weiße Rose’ möchte ich auf Befragen, warum ich diesem Flugblatt gerade diese Überschrift gegeben habe, folgendes erklären: Der Name ,Die Weiße Rose’ ist willkürlich gewählt. Ich ging von der Voraussetzung aus, daß in einer schlagkräftigen Propaganda gewisse feste Begriffe da sein müssen, die an und für sich nichts besagen, einen guten Klang haben, hinter denen aber ein Programm steht. Es kann sein, daß ich gefühlsmäßig diesen Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen Romanzen von Brentano ,Rosa Blanca’ gestanden habe. Zu der ,Weißen Rose’ der englischen Geschichte bestehen keine Beziehungen.“

Hans Scholl, Gestapo-Verhörprotokoll, 20. 2. 1943

Die Entstehung der Weißen Rose

Die Weiße Rose entstand aus individueller Freundschaft, aus der Freundeskreise wurden.

Christoph Probst und Alexander Schmorell waren Freunde seit ihrer Schulzeit. Sie lernten Willi Graf und Hans Scholl während ihres Medizinstudiums 1941 und 1942 an der Münchner Universität kennen.
Dort studierte ab Mai 1942 auch Sophie Scholl. Sie hörten mit anderen kritischen Studenten die Vorlesungen von Professor Kurt Huber. Aber nur die Freunde und Kurt Huber verfaßten und verbreiteten Flugblätter gegen Hitler.

Schon früh versuchten sie, eigene Wege zu gehen. Was die Eltern vorlebten oder sagten, genügte ihnen nicht. Mit der Hitler-Jugend (HJ) kamen sie in Konflikt oder verweigerten den Beitritt. Hans Scholl und Willi Graf gehörten verbotenen Jugendgruppen an. Sie kamen deshalb schon 1938 kurzfristig in Gestapohaft.

Bücher, von denen manche verboten waren, gaben wichtige Orientierung. Man schuf Verbindung zu Autoren, die nicht mehr oder nur verdeckt publizieren konnten. Als Sanitätssoldaten waren sie auf verschiedenen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Wichtig wurde der Briefwechsel mit Gleichgesinnten in der Heimat.

Sie waren Angehörige von Studentenkompanien, die während des Semesters studieren durften. So konnte der Freundeskreis während des Studienurlaubs zusammenwachsen und den weltanschaulichen Widerspruch in vielfältigen kulturellen Aktivitäten, vor allem bei den Lese- und Gesprächsabenden im Atelier Eickemeyer vertiefen. Es ging nicht nur bedeutungsschwer zu. Überlebende erinnern sich noch heute an diese intensive Zeit.

Die Aktionen der Weißen Rose

Lesen und Diskutieren allein genügen ihnen nicht mehr nach den Erfahrungen an der Front und den Massenmorden in Polen und Rußland, von denen Freunde berichten. Im Juni 1942 handeln Alexander Schmorell und Hans Scholl. Sie verfassen und versenden die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose.

Ende Juli 1942 müssen sie während der Semesterferien zum Kriegseinsatz an die Ostfront. Die Studenten kehren im Spätherbst von der russischen Front zurück und nehmen ihre Widerstandstätigkeit wieder auf. Ihr V. Flugblatt „Aufruf an alle Deutsche!“ erscheint.

Ende Januar 1943 bricht der Kampf um Stalingrad zusammen. Etwa 230 000 Soldaten fallen allein auf deutscher Seite; über 1 000 000 Menschen sterben auf russischer Seite.

Stalingrad wird der Auftakt zum verstärkten Widerstand in den besetzten europäischen Ländern. Die deutsche Bevölkerung ist verunsichert durch diese erste große Niederlage. Für die Teilnehmer der Weißen Rose wird es der Anstoß zu ihrem letzten Flugblatt.

In anderen Städten arbeiten Freunde in kleinen Gruppen, verteilen Flugblätter, halten Kontakt: Hamburg, Saarbrücken, Ulm, Freiburg, Stuttgart, Berlin.

„Nieder mit Hitler“ „Freiheit“ steht am 3., 8. und 15. Februar an den Mauern der Universität und anderer Gebäude in München. Alexander Schmorell, Hans Scholl und Willi Graf haben diese Parolen nachts mit Teerfarbe geschrieben.

Die Häftlinge in Dachau hörten von diesen „Stimmen der Freiheit“, wie sie nach dem Krieg berichten, und konnten kaum glauben, daß sie von jungen Deutschen kamen.