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Unser Versuch mte sein, in allen Dingen einen Sinn zu sehen, denn da es nichts ohne ihn gibt, wird allmhlich doch klar, ob man hier oder daheim sitzt. Gewi, letzter Sinn wird nie klar, hchstens erst im Tod, aber trotzdem darf man nicht planlos herumirren, man kommt sonst zu nichts, geht hchstens dabei zugrunde.

Willi Graf, 30.12.1941

Geschichte / Prozesse

Prozesse gegen die Weiße Rose

Am 18. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl in der Münchner Universität festgenommen. Vier Tage langer Verhöre folgen im Wittelsbacher Palais, dem Gestapo-Hauptquartier Süddeutschland.

Roland Freisler, Prsident des Volksgerichtshofs
Nach der Verhaftung von Christoph Probst, der verheiratet ist und drei kleine Kinder hat, versuchen Hans und Sophie Scholl, die Schuld auf sich zu nehmen und den Freund zu entlasten.

Am 22. Februar beginnt um 10 Uhr die Gerichtsverhandlung im Schwurgerichtssaal des Münchner Justizpalastes. "Tobend, schreiend, bis zum Stimmüberschlag brüllend, immer wieder explosiv aufspringend", schildert der Augenzeuge Leo Samberger den aus Berlin herbeigeeilten Präsidenten des Volksgerichtshofes Roland Freisler, "der sich in der ganzen Verhandlung nur als Ankläger aufspielte und nicht als Richter zeigte."

Die Anklage lautet "landesverräterische Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung". Die Pflichtverteidiger setzen sich während der dreieinhalbstündigen Verhandlung nicht für ihre Mandanten ein. Sophie bekennt sich zu den Flugblattaktionen und sagt: "Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele, nur wagen sie nicht, es auszusprechen."

Um 13.30 Uhr verkündet Freisler die Todesurteile gegen Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst.

Am 19. April 1943 ist der Münchner Justizpalast noch einmal Schauplatz eines Verfahrens des Volksgerichtshofes unter Roland Freisler gegen die Weiße Rose. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr und dauert 14 Stunden.

Neben Alexander Schmorell, Willi Graf und Prof.Kurt Huber sind weitere elf Freunde angeklagt, weil sie entweder die Flugblätter weiterverbreitet -wie Hans Hirzel und Franz J.Müller- oder "von dem hochverräterischen Unternehmen gewußt, es aber nicht angezeigt haben".

Am späten Abend verkündet Freisler die Todesurteile gegen Willi Graf, Prof. Kurt Huber und Alexander Schmorell. Zehn weitere Angeklagte erhalten Haftstrafen, unter ihnen Traute Lafrenz. Falk Harnack wird überraschend freigesprochen.

Am 13. Oktober 1944 verhandelt der Volksgerichtshof in Donauwörth gegen die Chemiestudenten Hans Leipelt, Marie-Luise Jahn und weitere fünf Angeklagte. Hans Leipelt wird zum Tode verurteilt, Marie-Luise Jahn erhält 12 Jahre Zuchthaus. Drei weitere Angeklagte erhalten Gefängnisstrafen, zwei werden freigesprochen.

Im Spätherbst 1943 deckt die Gestapo in Hamburg mehrere Widerstandsgruppen auf. Viele ihrer Mitglieder waren Studenten. In einigen dieser Gruppen kursierten auch abgetippte Flugblätter der Weißen Rose. Sieben der in diesem Zusammenhang inhaftierten Personen kommen zu Tode: Frederick Geußenhainer, Elisabeth Lange, Kurt Ledien, Katharina Leipelt, Reinhold Meyer, Margarethe Mrosek und Margaretha Rothe. Sie werden in den Selbstmord getrieben, sterben an Krankheit und Erschöpfung oder werden am Ende des Krieges ohne Gerichtsurteil ermordet.

Noch am 17., 19. und 20. April 1945 verhandelt der nach Hamburg gereiste 1. Senat des Volksgerichtshofes gegen Teilnehmer des "Hamburger Zweiges der Weißen Rose". Die Mehrzahl der neunzehn Angeklagten war bereits aus Gefängnissen in Stendal und Bayreuth befreit worden. Gegen die im Hamburger Untersuchungsgefängnis verbliebenen Heinz Kucharski, Rudolf Degkwitz jun., Felix Jud, Ilse Ledien und Thorsten Müller werden Strafanträge gestellt, Urteile gefällt. Der zum Tode verurteilte Heinz Kucharski kann sich auf dem Weg zur Hinrichtung während eines Fliegerangriffs retten.

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