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Auch im schlimmsten Wirrwarr kommt es darauf an, da der Einzelne zu seinem Lebensziele kommt, zu seinem Heil kommt, welches nicht in einem ueren Erreichen gegeben sein kann, sondern nur in der inneren Vollendung seiner Person.

Christoph Probst, 27.7.1942

Wanderausstellungen / Willi Graf

Kriegserfahrung

Im Januar 1940 wird Willi Graf als Medizinstudent zum Sanittsdienst eingezogen. Nach Einstzen im Westfeldzug und auf dem Balkan wird er im Mai 1941 nach Polen versetzt. Im Sommer des Jahres erlebt er den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion mit, der von Anfang an als Raub- und Vernichtungskrieg gefhrt wird.

Mit Marita Herfeldt 1940, Ostfront 1942, Faksimile 1942
Die Grausamkeit des Krieges lst bei Willi Graf Entsetzen aus, das er in seinen Briefen nur andeuten kann. Seine Entscheidung zum aktiven Widerstand braucht nur noch einen letzten Ansto.

Sehr viel Elend mu man hier anschauen, weil berall etwas davon zu finden ist. Gerade in Warschau stt man bei jeder Gelegenheit darauf. Es ist eigentlich unvorstellbar, da es dies gibt. Ich htte mir das nie gedacht, einfach nicht denken knnen.
Unter diesem Himmel mu ich leben, und die Mhe kommt fast jeden Tag neu.

Aus einem Brief an Marita Herfeldt, eine Freundin aus Bonn, Polen 12. Juni 1941

[...] ich wnschte, ich htte das nicht
sehen mssen, was ich alles in dieser Zeit mit anschauen mute. Doch so etwas darf man sich nicht wnschen, denn schlielich hat alles Erlebte seinen Sinn, das wir ertragen mssen. Ich mag Dir das nicht im einzelnen erzhlen, Du wirst Dich ja doch nicht in meine Situation hineindenken
knnen, weil sie so vllig anders ist als alles bisher mir Zugetragene. Der Krieg gerade hier im Osten fhrt mich an Dinge, die neuartig und fremd wie nichts bisher Bekanntes sind. Und das mu man alles verarbeiten, obwohl kaum jemand da ist, mit dem man darber reden knnte.

Aus einem Brief an seine Schwester Anneliese, Ruland 1. Februar 1942

am abend schiet die 1. battr. von hier aus. pestrikowa soll schon in asche liegen. und das berhrt mich wieder ziemlich stark. meine gedanken sind bei den menschen von dort, vor allem bei der einen, die so gar nicht in diese welt dort pate. das glck ein so seltener gast in diesem land sei ihr freund!
Aus dem Tagebuch, 14. Januar 1942

Willi Graf ist berzeugt: Jeder Mensch ist fr seine Taten verantwortlich.

Wenn Du das Leben anderer Menschen betrachtest, wirst Du feststellen und sehen, da irgendwo Wendepunkte auftauchen, und bei vielen sind das die Probleme des Religisen, die entscheidend sind, wie die Zukunft gelebt wird. Diese Zweifel sind nicht in wenigen Tagen mit kleinen Handbewegungen zu klren, es vergehen schon Jahre darber, ehe berhaupt Klarheit geschaffen wird, und ich mu sagen, da viele Leute diese Klarheit mit anderen, harmlosen Kleinigkeiten verdecken auf manche Zeit hinaus, weil ihnen die Entscheidung zu anstrengend ist. Sie leben lieber im Nebel und machen es sich so gewissermaen leichter. Andere aber werden mit der Entscheidung berhaupt nicht fertig, sie zerbrechen daran.
Schwer ist es, da man solchen Problemen immer allein gegenber steht, kein anderer Mensch kann einem die Last von den Schultern nehmen. Jeder einzelne trgt die ganze Verantwortung, fr uns aber ist [es] die Pflicht, dem Zweifel zu begegnen und irgendwann eine eindeutige Richtung einzuschlagen.

Aus einem Brief an seine Schwester Anneliese, 6. Juni 1942

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