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Hier erst habe ich endlich gelernt, mich selbst nicht mehr so unendlich wichtig zu nehmen, sondern die ziellose Reflexion umzustlpen und den Sinn nach auen, den Dingen zuzuwenden.

Hans Scholl aus Ruland, 8.10.1942

Wanderausstellungen / Willi Graf

Die Zeit in der Haft

Durch sein Schweigen bewahrt Willi Graf manche Freunde vor dem Zugriff der Gestapo. Heinz Bollinger wird nur zu einer Gefngnisstrafe verurteilt.

Gefngnisbesucherschein 1943, Anneliese Graf 1941
Man setzte ihm in stundenlangen Verhren wochenlang zu, er solle ber Mitverschworene aussagen, ihre Namen nennen. Schreckliche Angst befiel den Armen, als man in den letzten Wochen ihn mit der Drohung qulte, man werde seine Eltern ebenso einsperren und aufhngen wie ihn, wenn er so hartnckig stumm bleibe. Ich trstete und ermunterte ihn immer wieder, er solle sich ja nicht beirren lassen, das sei alles nur Bluff.
Aus den Erinnerungen des Gefngnispfarrers Ferdinand Brinkmann nach 1945.

Willi Graf ist mit Gnther Schmich, einem katholischen Priester und Fhrer des Grauen Ordens, seit Jahren befreundet. Nach dem Todesurteil des Volksgerichtshofs am 9. April 1943 lebt Willi Graf ber Monate in dem Bewutsein, da das Urteil jeden Tag vollstreckt werden kann.

Im September 1943 war ich in Mnchen. Der Gefngnispfarrer vertraute mir, dem ihm unbekannten Kaplan in Zivil, so, da er mir innerhalb einer vorgespielten Fhrung die Todeszellen zeigte. Fr etwa zehn Minuten war ich in Nurmis Zelle. Wovon spricht man in einer solchen Situation? Ich werde bis zu meinem Tode seine ungebrochenen Augen sehen, die so lauter waren wie immer, hell, ohne Fanatismus. Seit Monaten war er auf die Vollstreckung seines Urteils gefat. Wir wuten, da wir uns nie mehr in diesem Leben sehen wrden. Ich lie ihm zurck, was ich zufllig bei mir hatte, ein paar Stckchen Wrfelzucker waren dabei [...]. Sein erstes Wort der berraschung und der reude, Gnther!, und das Leuchten seiner Augen trage ich noch mit mir.
Aus den Erinnerungen von Gnther Schmich nach 1945. Nurmi war Willis Spitzname in der bndischen Jugend.

Bis zu seiner Hinrichtung am 12. Oktober 1943 ist Willi Graf von der Richtigkeit seines Handelns berzeugt. Den Widerstand seiner Freunde im Kreis der Weien Rose versteht er als Eintreten fr Freiheit und Menschenwrde.

Ich habe am letzten Tag noch Deinen Brief bekommen, und Deine Worte waren mir ein groer Trost. Nun mut du alleine den Eltern helfen in diesem Leid und suchen zu ersetzen, was ich den Eltern nicht sein konnte. Du weit, wie viel Du mir bedeutet hast, und ich sage Dir in dieser letzten Stunde, wie sehr ich Dich lieb gehabt habe. Die Gesprche unserer letzten Wochen sollen Dir Hilfe und Inhalt fr Dein zuknftiges Leben sein. Ich werde bei Dir sein, auch wenn ich nicht mehr im Leben an Deiner Seite stehen kann. [...] Gerade in der Zeit meiner Einsamkeit habe ich viel an Euch alle gedacht und fr Euch gebetet, und ich glaube und hoffe, da ihr alle Trost und Strke in Gott und Seinem unerforschlichen Willen findet. Du weit, da ich nicht leichtsinnig gehandelt habe, sondern aus tiefster Sorge und in dem Bewutsein der ernsten Lage gehandelt habe. Du mgest dafr sorgen, da dieses Andenken in der Familie, den Verwandten und bei den Freunden lebendig und bewut bleibt.Fr uns ist der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang wahren Lebens, und ich sterbe im Vertrauen auf Gottes Willen und Frsorge. Vieles mchte ich Dir noch sagen, aber es ist so schwer, in letzter Minute davon zu sprechen. [...] Auch gegenber meinen Freunden sollst Du bestimmt sein, mein Andenken und mein Wollen aufrecht zu erhalten. [...] Sage auch allen anderen Freunden meinen letzten Gru. Sie sollen weitertragen, was wir begonnen haben. [...]
Aus dem Brief an seine Schwester Anneliese, den Willi Graf am 12. Oktober 1943 kurz vor der Hinrichtung dem Gefngnispfarrer in Stenogramm diktiert hatte.

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