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Jeder einzelne Mensch hat einen Anspruch auf einen brauchbaren und gerechten Staat, der die Freiheit des Einzelnen als auch das Wohl der Gesamtheit, sichert.

Flugblatt III

Wanderausstellungen / Willi Graf

Kindheit und Jugend bis 1939

Willi Graf wird am 2. Januar 1918 in Kuchenheim bei Euskirchen geboren. 1922 zieht die Familie nach Saarbrcken. Der Vater ist dort Geschftsfhrer einer Weingrohandlung. Das Elternhaus ist katholisch geprgt und eher unpolitisch.
In der katholischen Jugendbewegung findet Willi Graf Orientierung. Die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und ihre gemeinsame Suche nach Vorbildern und Idealen ben bald mehr Einflu auf sein Denken aus als die Eltern. Gegen ihren Willen verweigert er den Beitritt in die HJ.

Mit Familie 1938, Foto 1928, Reisepa 1936
Verhltnismig frh schon wies die Mutter uns Kinder auf die wirtschaftliche und soziale Not anderer Familien und Kinder hin. Ich wurde angehalten, auf manchen Genu zu verzichten, damit einem rmeren Kinde eine besondere Freude gemacht werden knne. [...]
Aus diesem Suchen nach verwandten Menschen kam ich zu dem katholischen Jugendverband, dem ich in der Schulzeit einige Jahre angehrte, und dort fanden meine Interessen fr religise und literarische Fragen gleichgesinnte Kameraden, mit denen man sich ber alle Dinge gut unterhalten konnte. [...]
Immer schon war ich bemht, das Wissen um theologische Probleme zu erweitern und zu vergrern, ich las darber Bcher und unterhielt mich mit Menschen, die ein groes Wissen darber besaen.

Aus dem Lebenslauf, den Willi Graf auf Verlangen der Gestapo whrend der Haft verfate, 8. Mrz 1943

Den Nationalsozialisten gelingt es, mit Schikanen und Verboten die kirchlichen Jugendorganisationen weitgehend zu zerstren. Der demokratisch orientierte, katholische Schlerbund Neudeutschland wird 1936 verboten. Willi Graf ist 18 Jahre alt. In dieser Konfrontation wchst sein politisches Bewutsein.

1934 in Deutschland regierte Hitler. Die Saar stand noch unter Vlkerbundsmandat. [...] Unsere Schulklasse machte einen Ausflug nach dem Reich. Das Ziel war Landau in der Pfalz. Willi und wir anderen vom Fhnlein der Neudeutschen Gruppe in der Klasse trugen Kluft und unser Ritterabzeichen. Wir hatten nicht vor, uns dem im Reich geltenden Verbot zu fgen. Noch waren wir frei. Pltzlich rempelt uns HJ an. Einer greift nach Willis Fahrtenhemd und reit das Abzeichen mit dem XP weg. Da wird das immer frohe und lachende Gesicht Willis drohend: Gib das raus, gib das raus! Er ballt die Fuste. Der HJler zgert, schaut Willi an gibt dann das schwarz-silberne Abzeichen zurck und verschwindet wortlos. Diese Bande! sagt Willi.
Aus den Erinnerungen von Helmut Gressung nach 1945, einem ehemaligen Klassenkameraden Willi Grafs

1934 schliet sich Willi Graf dem von Fritz Leist gegrndeten Grauen Orden an, der Freiraum fr die Beschftigung mit Theologie, Philosophie und Literatur bietet und Freizeitfahrten organisiert.
Im Rahmen einer Verhaftungswelle wird Willi Graf im Frhjahr 1938 zusammen mit 17 weiteren Jugendlichen festgenommen. Das Gerichtsverfahren wird aufgrund einer allgemeinen Amnestie im Mai 1938 eingestellt.

Der Angeschuldigte Graf war bis 1936
Mitglied des Bundes Neu-Deutschland in Saarbrcken. Weihnachten 1934 hatte er L. kennengelernt und schlo sich dessen Kreis an. Graf hat sich an den folgenden Fahrten und Lagern beteiligt:
1. Italienfahrt im Sommer 1935
2. Lager in Himmerod 1935/36
3. Lager in St. Peter Ostern 1936
4. Lager in Haslach im Kinzigtal Pfingsten 1936
5. Balkanfahrt im Sommer 1936
6. Winterlager auf dem Breuberg 1936/37
7. Lager in Knigshofen Ostern 1937

Aus der Anklageschrift des Oberstaatsanwaltes beim Sondergericht Mannheim gegen katholische Jugendgruppen, 21. April 1938

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