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"In einer Diktatur tritt in der Tat die Frage nach der Wahrheit, die eigentliche Frage der Philosophie, in den Hintergrund. Es geht nicht mehr um die Erkenntnis als Erkenntnis, sondern um das jetzt Richtige, um das für mich Richtige."

Otl Aicher, 'Innenseiten des Kriegs'

Geschichte / Mitglieder

Christoph Probst

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„Auch im schlimmsten Wirrwarr kommt es darauf an, dass der Einzelne zu seinem Lebensziele kommt, zu seinem Heile kommt, welches nicht in einem ‚Erreichen’ gegeben sein kann, sondern nur in der inneren Vollendung seiner Person.”

Christoph Probst, 27. August 1942

Christoph Probst, 1941 zu Hause in Ruhpolding
Christoph Probst wurde am 6. November 1919 als Sohn eines Privatgelehrten in Murnau am Staffelsee geboren. Der Vater erforschte Sanskrit und östliche Religionen. Christoph hatte von Kindheit an eine enge Beziehung zu seiner älteren Schwester Angelika. Die zweite Frau seines Vaters war Jüdin, und mit ihr erfuhren die Geschwister vom Tag der Machtergreifung an den Nationalsozialismus als konkrete Bedrohung.

Schon 1935 hatte Christoph in München Alexander Schmorell kennengelernt. Die beiden wurden unzertrennliche Freunde. Christoph begann, Russisch zu lernen, um die russische Literatur später einmal mit dem Freund im Original lesen zu können.

Nach dem obligatorischen Reichsarbeitsdienst und dem Wehrdienst begann er im Sommersemester 1939 mit dem Studium der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität.

Christoph Probst und Alexander Schmorell lernten während ihrer Studienzeit in München Hans Scholl kennen; bald wurden auch sie Freunde.

Mit einundzwanzig Jahren heiratete Christoph Probst Herta Dohrn, die Tochter Harald Dohrns, eines regimekritisch eingestellten Privatgelehrten, der im 3. Prozeß gegen die Weiße Rose am 13. Juli 1943 angeklagt wurde und von den Nationalsozialisten wegen seiner Mitwirkung bei der ‘Freiheitsaktion Bayern’ noch am 20. April 1945 im Perlacher Forst vor München erschossen wurde. Christoph hat mittlerweile zwei Kinder. Die Freunde versuchen, den Familienvater aus den gefährlichen Aktionen möglichst herauszuhalten. Er wird Anfang Dezember 1942 zu einer Innsbrucker Studentenkompanie versetzt. Um sich an den Aktionen der Weißen Rose weiter zu beteiligen, reist er mehrmals nach München.

Die Gestapo findet nach der Festnahme bei Hans Scholl einen handschriftlichen, in kleine Fetzen zerrissenen Flugblattentwurf von Christoph Probst, in dem er die Ereignisse von Stalingrad in den Mittelpunkt gestellt hatte. Diesen Aufruf muß er mit dem Leben bezahlen.

Christoph Probst wird am 19. Februar 1943 festgenommen, als er sich nach der Geburt des dritten Kindes den Urlaubsschein für einen Besuch bei seiner kranken Frau abholen will.

Mit Hans und Sophie Scholl wird er am 22. Februar 1943 in München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.

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