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Ich kann nicht abseits stehen, weil es fr mich abseits kein Glck gibt und dieser Krieg ist im Grunde ein Krieg um die Wahrheit.

Hans Scholl, 28.10.1941

Geschichte / Mitglieder

Sophie Scholl

So ein herrlicher sonniger Tag, und ich soll gehen. Aber wieviele mssen heutzutage auf den Schlachtfeldern sterben, wieviel junges, hoffnungsvolles Leben...
Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln Tausende von Menschen aufgerttelt und geweckt werden.

Sophie Scholl, 22. Februar 1943

Sophie Scholl
Sophie Scholl wurde als viertes von fnf Kindern am 9. Mai 1921 in Forchtenberg/Wrttemberg geboren. In Ulm besuchte sie ab 1932 bis zum Abitur 1940 die Mdchenoberschule. 1934 trat sie der Hitlerjugend bei, hatte in der Jungmdelschaft Fhrerinnenfunktionen, von denen sie 1939 zurcktrat.

Zeichnen und Malen gingen ihr leicht von der Hand. Sie fand ersten Kontakt zu Werken "entarteter" Knstler. In der Literatur, mit zunehmender Neigung zu Philosophie und Theologie, fand sie ihre Gegenwelt zum Nationalsozialismus.

Die Verhaftung ihrer Brder und deren Freunde im November 1937 fhrte zur Entfremdung von der HJ. Sie wute von der oppositionellen politischen Orientierung ihres Vaters, einiger Freunde und Lehrerinnen. Die politische Haltung wurde nun auch fr sie wichtig bei der Wahl von Freunden.

Nach dem Abitur entschied sie sich 1940 fr die Ausbildung zur Kindergrtnerin am Frbelseminar in Ulm-Sflingen in der Hoffnung, damit als Vorleistung fr ein Studium dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Dies erwies sich als Irrtum: Ab Frhjahr 1941 mute sie zwangsweise ein halbes Jahr Reichsarbeitsdienst in Krauchenwies bei Sigmaringen ableisten, anschlieend ein halbes Jahr Kriegshilfsdienst als Hortnerin in Blumberg bei Donaueschingen. Der kasernenhafte Arbeitsdienst veranlate sie, ber passiven Widerstand nachzudenken und ihn zu praktizieren.

Im Mai 1942 kann Sophie Scholl sich endlich an der Universitt Mnchen fr Biologie und Philosophie einschreiben. Ihr Bruder Hans, der schon Medizin studiert, macht sie mit seinen Freunden bekannt. Auch wenn der Kreis vor allem politisch motiviert ist, gehen die Freunde gern in die Berge, zum Skilaufen und Schwimmen; sie lesen intensiv, musizieren und hren oft Konzerte.

In Mnchen ergeben sich auch Kontakte mit Schriftstellern, Philosophen und Knstlern, besonders mit Carl Muth und Theodor Haecker, die fr Sophies vertiefte Beschftigung mit dem Christentum von groer Bedeutung werden. In den Vordergrund tritt die Frage, wie sich der einzelne in der Diktatur zu verhalten hat. 1942 mu Sophie Scholl whrend der Semesterferien zu einem Rstungseinsatz in einen Ulmer Metallbetrieb, whrend der Vater zur gleichen Zeit eine Haftstrafe abzubssen hat, weil er vor einer Angestellten eine ablehnende Bemerkung ber Hitler gemacht hatte.

Nachdem Sophie von den Flugblttern wei, beteiligt sie sich ohne Einschrnkung an der Herstellung der beiden letzten und ihrer Verteilung in verschiedenen sddeutschen Stdten.

Beim Auslegen des VI. Flugblatts in der Mnchner Universitt am 18. Februar 1943 wird sie verhaftet. Am 22. Februar wird Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans und dem Freund Christoph Probst vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und wenige Stunden spter durch das Fallbeil hingerichtet. Der Gefngnisgeistliche Pfarrer Dr. Alt berichtet bewundernd, Gefngnisbeamte sprechen respektvoll ber ihren furchtlosen Gang zur Hinrichtung.

"Schlufrage: Whrend der Gesamtvernehmung, die sich ber zwei volle Tage erstreckte, haben wir zwischendurch, wenn auch nur streiflichtartig, verschiedene politische und weltanschauliche Fragen besprochen. Sind Sie nach diesen Aussprachen nun nicht doch zu der Auffassung gekommen, da man Ihrer Handlungsweise und das Vorgehen gemeinsam mit Ihrem Bruder und anderen Personen gerade in der jetzigen Phase des Krieges als ein Verbrechen gegenber der Gemeinschaft insbesondere aber unserer im Osten schwer und hart kmpfenden Truppen anzusehen ist, das die schrfste Verurteilung finden mu.
Antwort: Von meinem Standpunkt aus mu ich diese Frage verneinen. Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt fr mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht und will die Folgen, die mir aus meiner Handlungsweise erwachsen, auf mich nehmen." (Sophie Scholl, Gestapo-Verhrprotokoll 20. Februar 1943)

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