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Wir brauchen wohl ein ganzes Leben, um von den geistigen Atmosphren das Wesen zu erkennen und weiterzutragen. Was kommt es da schon auf Jahre an?

Willi Graf, 17.2.1943

Wanderausstellungen / Hans Leipelt

Der Weg in den Widerstand

Am 13. Januar 1943 findet im Kongresssaal des Deutschen Museums die 470-Jahr-Feier der Ludwig-Maximilians-Universitt statt. Die dort gehaltenen Reden, besonders die des Gauleiters Paul Giesler, stoen auf Ablehnung. Seine Vorwrfe und anzglichen Bemerkungen, vor allem gegenber den Studentinnen, fhren zu einem offenen Protest unter den Zuhrern.

Als Studenten versuchen, den Saal zu verlassen, kommt es zu Handgreiflichkeiten mit der Polizei und anschlieenden Verhaftungen.
Hans Leipelt deutet die Ereignisse als Zeichen einer revolutionren Stimmung. Er fertigt einen kritischen Bericht ber die Rede des Gauleiters mit allen Zwischenrufen aus dem Publikum und zeigt ihn seinen Freunden.

Von der Weien Rose hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt nichts gehrt. Wir kannten Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und ihre Freunde nicht. Wir wussten nichts davon, dass sie bereits mehrere Flugbltter geschrieben und mit der Post versandt hatten. Auch den Verfasser des 6. Flugblattes, Professor Kurt Huber, kannten wir nicht. Wir hatten auch nicht mitbekommen, dass Hans Scholl und Alexander Schmorell nachts, im Schutz der Dunkelheit und dennoch der Gefahr patrouillierender Polizisten ausgesetzt, an die Wnde der staatlichen Gebude in der Ludwigstrae Parolen wie Nieder mit Hitler oder Freiheit gemalt hatten. Von all dem wussten wir nichts.
Aus den Erinnerungen von Marie-Luise Schultze-Jahn, in: und ihr Geist lebt trotzdem weiter!, 2003

Am 18. Februar 1943 erhlt Hans Leipelt das sechste Flugblatt der Widerstandsgruppe Weie Rose mit der Post. Er zeigt es Marie-Luise Jahn am Laborplatz des Chemischen Instituts. Beide sind vom Inhalt des Flugblatts begeistert, das die Studenten anlsslich ihrer Protestkundgebung im Deutschen Museum zum Widerstand gegen das NS-Regime aufruft.
Tage spter erfahren sie von der Verhaftung und Hinrichtung der Geschwister Scholl und Christoph Probsts. Nun entscheiden sie sich, den Widerstand der Weien Rose fortzusetzen. Auf einer Reiseschreibmaschine tippen sie das sechste Flugblatt mehrfach ab und geben ihm die zustzliche berschrift: und ihr Geist lebt trotzdem weiter!
Im Mrz 1943 erhlt Hans Leipelt die Nachricht, dass Prof. Kurt Huber, Autor des sechsten Flugblattes, am 27. Februar 1943 verhaftet wurde. Gemeinsam mit Wolfgang Erlenbach und Marie-Luise Jahn sammelt er unter Freunden Geld, um der nach der Verhaftung ihres Mannes verarmten Witwe Clara Huber und ihren Kindern aus finanzieller Not zu helfen.

An die Gefahr dachten wir nicht. Hans hatte eine Reiseschreibmaschine. Da mein Zimmer grer war und es bei mir keine neugierige Wirtin gab, gingen wir mit der Schreibmaschine zu mir, um das Flugblatt abzutippen. Wir berlegten uns eine berschrift (...). den Krper knnt ihr tten, aber den Geist nicht, kam uns in den Sinn, aber das war zu lang. Schlielich kamen wir auf die Formulierung: ... und ihr Geist lebt trotzdem weiter! (...) Wir waren davon berzeugt, richtig zu handeln. Endlich hatten wir, wenn auch unter furchtbaren Begleitumstnden, eine Mglichkeit gefunden, etwas Sinnvolles zu tun. Wir fhlten uns wie befreit.
Aus den Erinnerungen von Marie-Luise Schultze-Jahn, in: und ihr Geist lebt trotzdem weiter!, 2003

Anfang April 1943 bringen Hans Leipelt und Marie-Luise Jahn das sechste Flugblatt der Weien Rose nach Hamburg. Sie berichten Karl Ludwig Schneider und weiteren Freunden ber die Mnchner Ereignisse. Hans Leipelt bittet auch Hamburger Freunde um Spenden fr Clara Huber.
Im Sommer 1943 verstrkt sich der Wille zum Widerstand in oppositionellen Kreisen Hamburgs. Hans Leipelt trifft Karl Ludwig Schneider und andere Regimegegner im Juni und ein letztes Mal im September, um mgliche Aktionen, die den Sturz des NS-Regimes vorbereiten knnten, zu diskutieren. Maurice Sachs, Agent der Gestapo, gibt sich bei diesen Treffen als jdischer Literat aus. Die Ermittlungen der Gestapo verschrfen sich. Es kommt zu Verhaftungen.
Karl Ludwig Schneider erkennt die Gefahr, verlsst Hamburg und schreibt sich Anfang Oktober 1943 an der Universitt Freiburg ein. In Mnchen versteckt Hans Leipelt belastendes Material bei Lieselotte Dreyfeldt, darunter eine Druckpresse.

Wir fhrten lange Debatten, was man tun kann, um den Nazis zu schaden. Langsam hat sich das hochgeschaukelt. Anfangs wollten wir nur Informationen verbreiten. Hans Leipelt, der Chemiker, wollte Sprengstoff herstellen, und wir haben Sabotageakte besprochen. Ich war skeptisch in Beziehung auf diese Dinge. Ich forderte dazu auf, Kontakte zu antifaschistischen Offizieren aufzunehmen. (...) Die Wehrmacht war nach meiner Auffassung die einzige Instanz, die etwas ausrichten konnte. (...) Wir haben nicht geglaubt, selbst eine unmittelbare, massive Aktion auslsen zu knnen, aber wir wollten den Boden dafr bereiten, wenn unerwartete Ereignisse kommen. Dann sollte der Widerstand losbrechen knnen. Dazu stehe ich noch heute. Der 20. Juli war so ein Ereignis, das den Stein ins Rollen htte bringen knnen.
Aus dem Interview mit Karl Ludwig Schneider Wir wollten den Boden bereiten, in: Alltag der Entrechteten. Wie die Nazis mit ihren Gegnern umgingen, 1980

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