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Ich habe erfahren, da ein harter Geist ohne ein weiches Herz ebenso unfruchtbar sein mu wie ein weiches Herz ohne einen harten Geist. Ich glaube, dieser Satz stammt von Maritain.

Sophie Scholl, 1942

Wanderausstellungen / Christoph Probst

Das siebte Flugblatt

Anfang November 1942 kehren Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und Jrgen Wittenstein aus Russland zurck.

In den folgenden Wochen wird der Widerstandskreis erweitert und somit eine grere Verbreitung des ab Ende Januar 1943 hergestellten fnften und sechsten Flugblattes erreicht.
Bevor Christoph Probst Anfang Dezember nach Innsbruck versetzt wird, bittet Hans Scholl ihn, einen Entwurf fr ein Flugblatt zu verfassen.
Kurz vor der offiziellen Bekanntmachung der militrischen Niederlage in Stalingrad hat Christoph Probst eine Woche Sonderurlaub. Bei seiner Mutter in Tegernsee hrt er auf englischen Sendern Nachrichten ber den Kriegsverlauf in Nordafrika, die kriegsentscheidende Wende in Stalingrad und das Treffen von Prsident Roosevelt und Premierminister
Churchill in Casablanca, auf dem die bedingungslose Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans festgelegt wurde.
Diese Informationen verwendet Probst fr sein Manuskript.

Einmal, es war wohl whrend des Kessels von Stalingrad, hat es ihn furchtbar mitgenommen und erschttert, dass man 80 000 Soldaten so einfach dem Tode oder der Gefangenschaft preisgegeben hatte. Eines Sonntags besuchte uns Christel aus Innsbruck. Er fragte mich beim Kochen: Kann ich hier ein bisschen was schreiben?. Ich fragte ihn dann: Was schreibst du so eifrig?, und er antwortete nur: Ja, nichts, und hat die Bltter vom Tisch genommen. Ich nehme an, dass das das letzte Flugblatt war, dass der Hans in der Tasche mit sich herumgetragen hat.
Herta Siebler-Probst in: damit Deutschland weiterlebt.
Am 2. Februar 1943 kapitulieren die letzten Einheiten der Wehrmacht in Stalingrad. Eine halbe Million russische und 150 000 deutsche Soldaten sterben. Von ber 90 000 deutschen Kriegsgefangenen kehren bis 1956 nur 6000 zurck.

Christel besuchte mich des fteren in Garmisch. So haben wir jeder mal, wenn er Gelegenheit hatte, auslndische Sender gehrt: BBC und Soldatensender West. Christel hat mir dann natrlich auch das Neueste berichtet, was er gehrt hatte. Und dann wurde er aber sehr ernst und sagte: Diese frchterliche Bande, diese Nazis. Jeder schimpft auf sie, aber niemand tut etwas, und wenn das so weiter geht, dann tu ich etwas.
Dieter Sasse in dem Film Die Widerstndigen Zeugen der Weien Rose von Katrin Seybold

29. November 1942: Am Abend sind wir zusammen bei Scholls, auch Christl kommt dazu, der ja jetzt nach Innsbruck versetzt wird. Gesprche ber Bcher und Menschen.
2. Dezember 1942: bei hans sitzen wir spt und lange zusammen, denn christl wird jetzt wegfahren. Gesprche ber den aufbau, manche gedanken sind mir neu.
31. Januar 1943: ... Spt noch zu Hans. Christl ist zu Besuch. Wir reden nicht sehr viel, aber ich freue mich, Christl wiederzusehen.

Aus dem Tagebuch von Willi Graf, Privatbesitz

Auf seiner Rckfahrt nach Innsbruck besucht Christoph Probst Hans Scholl in der Franz-Josef-Str. 13 in Mnchen. Er berreicht ihm seinen Entwurf fr das siebte Flugblatt.
Darin versucht Probst die Bevlkerung von der Notwendigkeit einer Beendigung des Krieges zu berzeugen. Die alliierte Forderung nach bedingungsloser Kapitulation interpretiert er als Chance, den verbrecherischen Krieg zu beenden und Hitler zu strzen, damit Deutschland weiterlebt.
In dem Brief an seine jdische Stiefmutter vom 5. Februar 1943 bringt Christoph Probst seine groe Sehnsucht nach Frieden zum Ausdruck. Ohne vertrauensvolle Gesprche sei diese apokalyptische Zeit kaum zu ertragen.


Am 31.1.1943 bin ich von Tegernsee ber Mnchen nach Innsbruck zurckgefahren. In Mnchen kam ich etwa um 20 Uhr an. Ich hatte die Absicht, unmittelbar die Rckfahrt nach Innsbruck fortzusetzen, rief vom Hauptbahnhof aus Hans Scholl in seiner Wohnung an, um ihn lediglich kurz zu gren. Scholl bat mich, ihn unbedingt am gleichen Abend in seiner Wohnung zu besuchen, um gemeinschaftlich die Geburt meiner Tochter zu feiern. (...) Etwa eine Stunde waren ich und Scholl allein in seiner Wohnung. Whrend dieser Stunde habe ich Scholl gegenber meine Depression zum Ausdruck gebracht. Wir sprachen insbesondere ber die kritische Lage in Stalingrad. (...) Weiter unterhielten wir uns noch ber Philosophie und andere belanglose Dinge. Nach etwa 1 Stunde kam die Schwester Sofie Scholl mit einer Freundin (...). Weiter war auch noch eine weitere Schwester von Sofie Scholl mit dabei. In der Folgezeit unterhielten wir uns nunmehr ber die Geburt meiner Tochter und die Erkrankung meiner Frau.
Auszug aus dem Verhrprotokoll der Gestapo, 20. Februar 1943
Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde

Am 18. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl beim Auslegen des sechsten Flugblattes im Lichthof der Universitt der Gestapo ausgeliefert. Hans Scholl hat den Flugblattentwurf von Christoph Probst in der Manteltasche. Scholl gelingt es nicht, das Blatt nach seiner Festnahme unbemerkt zu zerreien.
Weder vervielfltigt noch verteilt ist dieses Manuskript fr ein siebtes Flugblatt der einzige schriftliche Nachweis fr die aktive Beteiligung von Christoph Probst an den Widerstandsaktionen der Weien Rose.

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