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Flugblatt V

Wanderausstellungen / Hans Scholl

Flugbltter der Weien Rose

Flugbltter der Weissen Rose sind die ersten vier Schriften berschrieben, die Hans Scholl und Alexander Schmorell im Juni und Juli 1942 in Mnchen und Umgebung verbreiten. In aufrttelnder Sprache rufen sie zum passiven Widerstand gegen den nationalsozialistischen Staat auf.

Die Matrizen fr die Schriften werden auf einer Remington-Reiseschreibmaschine hergestellt, die sich Alexander Schmorell von einem Bekannten ausleiht. Schmorell besorgt Papier, Briefumschlge und Marken, Hans Scholl die Matrizen und den Vervielfltigungsapparat. Die Textvorschlge von Scholl und Schmorell werden von ihnen gemeinsam redigiert, vervielfltigt, kuvertiert und an Adressen versandt, die sie einem aktuellen Telefonbuch des Vaters von Schmorell entnehmen.

Hans Scholl verfasst zwei Drittel der Textteile der Flugbltter der Weissen Rose.

Ich habe von jedem Flugblatt der Weissen Rose etwa 100 Stck hergestellt, in Briefumschlge verschlossen und an ganz bestimmte aus dem Telefonbuch Mnchens ausgewhlte Adressen versandt. Im ganzen erschienen vier verschiedene nummerierte (I-IV) Auflagen. Der Gesichtspunkt nach welchem ich die Adressen auswhlte, erklrte sich aus dem Motiv meiner Handlung. Ich wollte die intelligentere Schicht aufrufen und wandte mich daher hauptschlich an Akademiker usw. Auch an einige Mnchner Wirte habe ich die Bltter adressiert. (...) Auf Befragen betone ich nochmals, dass Schmorell mit der Herstellung und Verbreitung dieser Schriften nichts zu tun hatte und davon auch nichts wusste. Er hat zwar von diesen Flugschriften spter erfahren, nicht aber durch mich, sondern von anderen Studenten. Ich habe mich wohlweislich gehtet, anderen Studenten zu sagen, dass ich der Hersteller und Verbreiter dieser Flugbltter bin und ich habe auch anderen Studenten oder Auenstehenden diese Flugbltter nicht gezeigt. Meine Schwester, brigens alle Familienangehrigen wussten von dieser meiner Ttigkeit gar nichts.
Aus dem Gestapo-Verhrprotokoll von Hans Scholl, 20. Februar 1943, Bundesarchiv Berlin Bis zum 21. Februar 1943 gelingt es Hans Scholl, der Gestapo die Beteiligung von Alexander Schmorell zu verbergen.

Mit ihrem Aufruf zum gewaltfreien Widerstand gegen das NS-Regime appellieren die Flugbltter der Weissen Rose an das Gewissen jedes Einzelnen. Jeder, der als Mitglied der christlichen und abendlndischen Kultur nicht fr die Befreiung Deutschlands von der nationalsozialistischen Diktatur des Bsen eintrete, mache sich mitschuldig. Passiver Widerstand sei die einzige und hchste Pflicht eines jeden Deutschen. Nur durch die Zusammenarbeit vieler berzeugter, tatkrftiger Menschen knne der Sturz der Regierung und eine Beendigung des Krieges vorbereitet werden.

Adressat der Flugbltter der Weien Rose ist das gebildete Brgertum, das Scholl und Schmorell fr potentiell gleichgesinnt und politisch handlungsbereit halten. Mit der Aufforderung, die Flugbltter weiterzuverbreiten, sollen sie sich keine Ruhe (...) geben, bis auch der letzte von der ussersten Notwendigkeit seines Kmpfens wider dieses System berzeugt ist. Wir schweigen nicht, wir sind Euer bses Gewissen, die Weisse Rose lsst Euch keine Ruhe!

Ich bin der Ansicht, dass in Deutschland in der Zeit von 1918 1933 und vor allem 1933 nicht so sehr die Masse des Deutschen Volkes politisch versagt, sondern gerade diejenige Schicht eines Staates, die ein Volk politisch fhren sollte, die Intelligenz. Obgleich sich in Deutschland ein Gelehrten- und Spezialistentum auf allen Gebieten des Lebens zu voller Blte entwickelte, waren gerade diese Menschen nicht in der Lage, die einfachsten politischen Fragen richtig zu beantworten. Nur aus diesem Grunde ist es erklrlich, dass Massenbewegungen mit ihren einfachen Parolen jede tiefere Gedankenarbeit bertnen konnten. Ich empfand, dass es hchste Zeit war, diesen Teil des Brgertums auf seine staatspolitischen Pflichten aufs Ernsteste hinzuweisen.
Aus dem Gestapo-Verhrprotokoll von Hans Scholl, 20. Februar 1943, Bundesarchiv Berlin

Die Flugbltter der Weissen Rose verurteilen den von den Nationalsozialisten verursachten Zivilisationsbruch. Als Mastbe moralischen Verhaltens werden Autoren der deutschen Klassik, der griechischen Antike sowie Auszge aus der Bibel zitiert.

Die Flugbltter der Weissen Rose sind ein Pldoyer fr die Freiheit des Individuums. Sie verurteilen den verbrecherischen Charakter des NS-Staates und beschwren die Notwendigkeit zur politischen Umkehr und sofortigen Beendigung des Krieges. Auf christlicher und staatsphilosophischer Grundlage fordert Hans Scholl einen gerechten Staat, der die Freiheit des Einzelnen als auch das Wohl der Gesamtheit sichert.

Nicht von der Masse rede ich, sondern von einer Elite des Volkes, die fr den geistigen Gehalt und die Richtung des ganzes Volkes verantwortlich ist:
die also in diesem Jahrhundert und wahrscheinlich in schon frheren so sehr versagt hat, dass das geistige Niveau seiner Pfeiler beraubt ins Chaotische gestrzt ist diese Elite ist heute, da sie das drohende Verhngnis ahnt zu einem noch greren Irrtum fhig:
sich abzuschlieen von der realen Welt mit ihren Irrtmern und ein Eigendasein zu fhren ein lart pour lart im weitesten Sinne zu betreiben. Es gibt aber fr sie keine grere Gefahr als die Flucht ins sthetische.

Notiz von Hans Scholl auf einen Briefumschlag gekritzelt, o.D.

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