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"Jeder Einzelne trgt die ganze Verantwortung. Fr uns aber ist es die Pflicht, dem Zweifel zu begegnen und irgendwann eine eindeutige Richtung einzuschlagen."

Willi Graf, 1942

Wanderausstellungen / Prof. Kurt Huber

Widerstand

Ende Juli bis Anfang November 1942 leisten Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf ihre Feldfamulatur an der Ostfront. Kurz vor Abreise findet ein groes Abschiedsfest im Atelier des Architekten Manfred Eickemeyer in der Leopolstrae statt. Huber ist eingeladen. Hans Scholl hatte ihm die ersten beiden Flugbltter der Weien Rose zugeschickt. Wieder entstehen politische Diskussionen.

Ende Dezember 1942 geben sich die Autoren der Flugschriften zu erkennen. Noch warnt Huber vor gefhrlichen Aktionen. Auch zweifelt er an der politischen Wirksamkeit von Flugblttern.

Ich hatte keinen Grund abzusagen, da ich mit fhiger studentischer Jugend immer gern in Fhlung blieb. Gleich zu Beginn des Abends wurde die Frage errtert, wie sich die Studentenschaft drauen verhalten soll. Damals empfahl Schmorell meines Wissens erstmals in vager Formulierung Widerstand, was von uns anderen und auch von Scholl ausdrcklich abgelehnt wurde. Ich selbst war der Ansicht, da die Studenten sich ganz auf Seite der Wehrmacht gegen die drohende Vorherrschaft der SS und die Politisierung des Soldaten wenden sollten. (...) Wieder lag der Nachdruck der Kritik auf dem ideellen Kampf gegen das Vorgehen der Partei in den besetzten Gebieten, die Massenmorde, (...) die Beschneidung aller geistigen und zumal auch der religisen Freiheit.
Aus der Verteidigungsrede von Kurt Huber vor dem Volksgerichtshof

Zwei Wochen spter entscheidet sich Prof. Kurt Huber zur Mitarbeit. Gemeinsam mit Hans Scholl diskutiert er dessen Entwurf fr das fnfte Flugblatt und schlgt einige Ergnzungen vor.
Die Gesprche fanden auch in Grfelfing im kleinen roten Zimmer statt, im Winter 1942/43 einer der wenigen beheizten Rume des Hauses. Birgit, seine 12-jhrige Tochter, machte dort ihre Schularbeiten. Deutlich ist ihr in Erinnerung, dass ihr Vater auf Scholls Vorstellung einer unblutigen Revolution mit dem Satz reagierte, ohne Blut geht es nie. Sie musste ihm versprechen, darber nie ein Wort zu verlieren.

An einem Abend Ende Januar trafen wir uns erstmals in Scholls Wohnung. Die Schwester Scholl war zum Teil anwesend, beteiligte sich jedoch nicht am Gesprch, fast ebensowenig Schmorell, der spter kam. Ich entwickelte im wesentlichen einige der in meinem Politischen Bekenntnis niedergelegten Gesichtspunkte der Rckkehr zu einem wirklichen Fhrerstaat. Scholl schien damals etwas radikaler und wollte das Wort Fhrerstaat ausgemerzt wissen. (...)
Bei einem zweiten Besuch, um den mich Scholl eines Vormittags dringend ersuchte, las mir Scholl unvorbereitet in Anwesenheit Schmorells seinen Flugblattentwurf An alle Deutsche vor, ebenso einen Entwurf Schmorells, der in ein Konzert gegangen war. Schmorells Entwurf lehnte ich als kommunistisch klingend und im brigen gar nicht klar und phrasenhaft strikt ab. Von Scholls Entwurf, der nicht fertig war, lie ich (...) den Anfang stehen, nderte an dem unfertigen Teil einige Stellen stilistisch und setzte an Stelle eines miverstndlichen Satzes einen neuen ein.

Aus der Verteidigungsrede von Kurt Huber vor dem Volksgerichtshof

Anfang Februar 1943 entwirft Kurt Huber ein eigenes Flugblatt. In den Mittelpunkt stellt er die Niederlage der 6. Armee in Stalingrad. In der Hoffnung auf eine bevorstehende politische Wende greift Huber mit seinem scharfen Angriff auf das nationalsozialistische Bildungssystem auch die Situation der Mnchner Studenten auf. Er solidarisiert sich mit ihrer auergewhnlichen Protestaktion, die sich am 13. Januar 1943 in Mnchen ereignete.
Hubers Flugschrift wird in einigen Passagen von Hans Scholl und Alexander Schmorell gekrzt und Mitte Februar 1943 in einer Auflage von ca. 3000 Stck in Mnchen verteilt.
Am 18. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl im Lichthof beim Auslegen der restlichen Kopien in der Universitt verhaftet.

Die Tage vorher war ich durch das Schicksal Stalingrads vllig niedergeschmettert. (...) Im selben Augenblick wagten Gauleiter und Studentenfhrer ihren unerhrten Angriff auf die Frontstudenten und den insdiskutablen Angriff auf die Standesehre der Studentinnen. Keiner der Hochschulrektoren und Professoren wagte es, sich mutig und eindeutig auf die Seite der Studenten zu stellen. Das war fr mich der Anla, mich klar und aufrichtig von der Professorenschaft abzuheben.(...)
Scholl ersuchte mich dringend, jetzt einzugreifen und im Namen und in der Tonart des Studenten einen Aufruf zu verfassen, der sich lediglich an die Studenten richten sollte. (...) Scholl (...) nahm das Blatt und strich mit Schmorell den entscheidenden Passus, der die Studenten zur restlosen Unterstellung unter die Wehrmacht aufforderte, durch. Ich erwiderte emprt, da sie damit ein Flugblatt auf eigene Verantwortung machten und verlangte, da er das Blatt nicht mehr zurckgab, die sofortige Vernichtung meines Entwurfs. Ich verlie die Wohnung sehr rgerlich und habe Scholl und Schmorell nicht mehr gesehen.

Aus der Verteidigungsrede von Kurt Huber vor dem Volksgerichtshof

Den Entwurf zu diesem Flugblatt hat Prof. Huber angefertigt. Als er diesen Entwurf in die Wohnung des Scholl gebracht hatte, waren Hans Scholl und ich zugegen. Hans Scholl und ich haben davon Kenntnis genommen und einige Stellen sogar kritisiert. Schlielich haben wir auch einige Stellen, die ich inhaltlich heute nicht mehr genau aufzeigen kann, weggestrichen. (...) Ich hebe dann noch besonders hervor, da wir in seiner Abwesenheit noch eine Stelle, wo Prof. Huber davon sprach, da unsere herrliche Wehrmacht gerettet werden mte, mibilligten und deshalb weggestrichen haben. Vielleicht haben wir (...) noch eine hnliche Parole gestrichen, die uns nicht gepat hat.
Aus dem Verhrprotokoll von Alexander Schmorell, 1. Mrz 1943, Blatt 19

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