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"Es lebe die Freiheit!"

Hans Scholl, 22.2.1943 vor dem Schafott

Wanderausstellungen / Traute Lafrenz

Verhaftung und Verurteilung am 19. April 1943

Nach zwei polizeilichen Vernehmungen wird Traute Lafrenz am 15. Mrz 1943 in Mnchen verhaftet. In den Verhren gelingt es ihr, ihre tatschliche Mitwirkung an der Flugblattverteilung zu verschleiern. Die Gestapo kann ihr das Gegenteil ihrer Angaben nicht nachweisen.

An der Mnchner Universitt wird Traute Lafrenz am 21. Mrz 1943 vom Studium an allen deutschen Hochschulen ausgeschlossen.

Als ich am 14. Mrz nach Mnchen kam, war die Gestapo bereits bei meinen Wirtsleuten gewesen und am 15. Mrz morgens um 7 Uhr wurde ich endgltig verhaftet. Dummerweise hatte Karin Schddekopf von dem Flugblatt, das ich ihr abverlangt hatte, berichtet. Auch war herausgekommen, dass ich bei sogenannten politischen Besprechungen dabei gewesen sei. Ich konnte nicht lnger leugnen, dass ich nie ein Flugblatt gesehen htte, blieb aber trotz 3 wchiger Verhre, die nur auf diesen einen Punkt ausgerichtet waren dabei, dass ich das Flugblatt kurz durchgelesen und dann sofort verbrannt habe.
Aus dem Bericht von Traute Lafrenz, 1947
Archiv des Instituts fr Zeitgeschichte Mnchen-Berlin


Am 19. April 1943 findet der zweite Prozess gegen die Weie Rose vor dem Volksgerichtshof im Justizpalast in Mnchen statt. Traute Lafrenz ist eine von 14 Angeklagten. Nach 14stndiger Verhandlung werden Prof. Kurt Huber, Alexander Schmorell und Willi Graf zum Tode verurteilt.
Traute Lafrenz wird zusammen mit Gisela Schertling und Katharina Schddekopf als Mdchen wegen Mitwisserschaft zu einem Jahr Gefngnis verurteilt.

Wiederum unvergesslich die Fahrt zurck vom Justizgebude nach Stadelheim. Es war wie nach einem Fest. Die meisten waren wochenlang in Einzelhaft gewesen und trotz der drei Todesurteile erinnere ich mich, dass wir aufgeregt und laut redeten, ja sogar lachten. Prof. Huber zeigte Photos von seinen Kindern. Wir trsteten uns laut mit den 99 Tagen, die jedem zum Tode Verurteilten noch zustnden und whrend derer der Krieg auch schon verloren sein konnte. Scheulich dann das Aussteigen um Mitternacht auf dem Hof in Stadelheim. Erst die zum Tod Verurteilten, dann die Mnner, dann wir. Jeder wusste, dass wir uns lange nicht, wenn berhaupt je wiedersehen wrden.
Aus dem Bericht von Traute Lafrenz, 1947
Archiv des Instituts fr Zeitgeschichte Mnchen-Berlin


Im Juni 1943 wird Traute Lafrenz von Mnchen-Stadelheim in ein Jugendgefngnis nach Rothenfels am Ammersee verlegt. Am 14. Mrz 1944 wird sie dort aus der Haft entlassen. Vorlufig, denn nach einem kurzen Aufenthalt in Ulm und Hamburg wird sie in Mnchen Anfang April 1944 erneut inhaftiert. Heinz Kucharski hatte nach seiner Verhaftung der Gestapo umfangreich Bericht gegeben. Auch Personen wie Erna Stahl wurden damit ber den Hamburger Zweig hinaus massiv
belastet.

Ich fuhr zurck nach Mnchen, weil ich mich dort sicherer glaubte, Kurz darauf hatten meine Eltern erneut Haussuchung. Und wenige Tage spter war die Gestapo bei mir. Derselbe Kerl, hhnisch grinsend: Los, los, packen Sie Ihre Effekten, es geht zurck ins Kittchen. Drei Wochen in der Ettstrae ohne Verhr. (...) Eines Tages holte mich wieder so ein unheimlicher Kerl mit grnlich-blauen stechenden Augen. Ob ich nicht lieber jetzt alles gleich sagen wollte, es wrde meine Lage erleichtern. Natrlich wollte ich nicht. (...) Zum Schlu sagte er mir, wie ich mich bei einem Kreuzverhr zu verhalten habe. In der Zelle zurck, wartete ich auf das Kreuzverhr. Niemand kam. Am nchsten Tag kam derselbe Beamte wieder. Brachte mir Brot mit Wurst belegt. Ob ich nicht doch lieber jetzt alles sagen wollte.
Und immer wieder fragte er ber Hans und Sophie. (...) War er wirklich menschlich interessiert? Er war nicht dumm, feiner als die anderen. Wer er war, sagte er nicht. Zum Schlu: Er gebe viel auf ein menschliches allgemeines Urteil, knne auch helfen, wenn er sicher sei, man lge ihn nicht an. Einmal in Belgien habe er eine Studentin, die wegen Hochverrat verhaftet war, vernommen. Er habe die berzeugung gehabt, sie sei unschuldig, habe ihr helfen wollen, dann sei erwiesen worden, dass sie nicht unschuldig war. Das habe er sich nicht nehmen lassen, bei der Hinrichtung dabei zu sein. Ich erinnere ihn an dieses Erlebnis.
Wenige Tage spter wurde ich von drei SS-Mnnern abgeholt und nach Hamburg gebracht. Es fhrt zu weit, den Unterschied zwischen der Gestapo in Sd- und Norddeutschland zu beschreiben. Oben hatten sie andere Methoden.

Aus dem Bericht von Traute Lafrenz, 1947
Archiv des Instituts fr Zeitgeschichte Mnchen-Berlin

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