Mitglieder der weißen Rose
Logo der Weiße Rose Stiftung e.V. mit Link zur Startseite
Weiße Rose Stiftung e.V.
english english english english
Aktuelles und Veranstaltungen
Widerstandsgruppe Weiße Rose
Weiße Rose Stiftung e.V.
DenkStätte Weiße Rose
Führungen und Seminare
Pädagogisches Material
Projekte
Ausstellungsverleih
Rahmenprogramm Ausstellung
Ausstellung Willi Graf
Ausstellung Prof. Kurt Huber
Ausstellung Traute Lafrenz
Ausstellung Hans Leipelt
Ausstellung Onkel Emil
Ausstellung Christoph Probst
Ausstellung Alexander Schmorell
Ausstellung Hans Scholl
Internationaler Verleih
Presse
Literatur
Links
Newsletter / RSS
Freunde und Förderer
Kontakt
Impressum

Netzwerk Weiße Rose


Nur als Beispiel wollen wir diese Tatsache kurz anfhren, die Tatsache, da seit der Eroberung Polens dreihunderttausend Juden in diesem Land auf bestialischste Art ermordet worden sind. Hier sehen wir das frchterlichste Verbrechen an der Wrde des Menschen, ein Verbrechen, dem sich kein hnliches in der ganzen Menschengeschichte an die Seite stellen kann.

Flugblatt II

Wanderausstellungen / Christoph Probst

Kindheit und Familie

Christoph Hermann Ananda Probst wird am 6. November 1919 in Murnau geboren. Sein Vater Dr. Hermann Probst, promovierter Chemiker, beschftigt sich als Privatgelehrter mit Sanskrit und indischer Philosophie.

Seine Mutter ist Lehrerin. Die Eltern sind mit den expressionistischen Knstlern Emil Nolde, Paul Klee, Franz Marc und Gabriele Mnter befreundet. Die Familie lebt zunchst in Kochel.
Nach der Trennung der Eltern 1925 ist die Schulzeit von Christoph Probst von hufigen Ortswechseln bestimmt. Christoph Probst lebt bei seiner
Mutter zunchst in Murnau, dann bis 1932 in Nrnberg. Nach der Trennung seiner Mutter von ihrem zweiten Ehemann Eugen Sasse zieht die Familie in den Chiemgau. Ab 1934 ist Christoph Probst drei Jahre Mitglied in der Hitler-Jugend. Bis 1935 ist er externer Schler des Landerziehungsheims in Marquartstein. Nach einem Schuljahr auf dem heutigen Albert-Einstein-Gymnasium in Mnchen macht Probst 1937 das Abitur im Landerziehungsheim Schondorf am Ammersee.
1928 heiratet sein Vater Elise Rosenthal, eine Jdin. Sie leben in Zell bei Ruhpolding. Nach dem frhen Tod von Hermann Probst 1936 verliert die Stiefmutter von Christoph Probst den Schutz vor antisemitischer Verfolgung. Mit Hilfe Einzelner aus der Gemeinde kann sie bis Kriegsende in Ruhpolding versteckt werden.

In einem Interview mit Katrin Seybold fr den Film Die Widerstndigen Zeugen der Weien Rose erzhlt Herta Siebler-Probst, Witwe von Christoph Probst, dass die jdische Stiefmutter von Christoph Probst in Ruhpolding vom Ortsgruppenleiter oder Brgermeister Wallner geschtzt wurde. Er habe einfach gemeldet, sein Kreis sei judenfrei. In Ruhpolding habe Elise Probst bei der Familie Kaltenbacher gewohnt, einer mutigen und frommen Familie, die auch einen Gasthof fhrte. Besonders gefhrlich sei die Situation gewesen, als die SS den Gasthof der Familie beschlagnahmt und dort ein Lazarett eingerichtet htte. Elise Probst habe daraufhin das Haus nicht mehr verlassen und sei ganz auf die Untersttzung der Familie Kaltenbacher angewiesen gewesen. Noch heute sei es Frau Siebler-Probst ein Rtsel, dass damals keiner aus der Gemeinde Elise Probst verraten habe.

Nach dem Abitur leistet Christoph Probst bis November 1937 Reichsarbeitsdienst im Lager Arbing bei Osterhofen. Danach tritt er seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe an. Im November 1937 wird er ein Jahr bei der Flugabwehr in Mnchen-Freimann verpflichtet. Im Fliegerhorst Schleiheim wird er Mrz 1939 als ausgebildeter Sanittssoldat entlassen.
Im Sommer 1939 beginnt Christoph Probst mit dem Medizinstudium in Mnchen.

Reichsarbeitsdienst und militrische Ausbildung erscheinen Christoph Probst rckblickend als groe persnliche Einschrnkung. In einem Brief an seinen Schwager Bernhard Knoop schwrmt er im Juni 1939 vom paradiesischen Zustand seiner studentischen Freiheit. Er sei wie immer sehr beschftigt, nebenbei auch mit dem Studium, und wisse eigentlich gar nicht, wo seine freie Zeit hinfliee. Er habe aber die letzten zwei Dienstjahre gelernt, jeden Tag als ein kostbares Geschenk anzusehen. So oft wie mglich verbringe er in dieser Zeit freie Tage am Tegernsee und in Ruhpolding.

Im August 1941 heiratet Christoph Probst Herta Dohrn. Sie haben zwei Shne, Michael und Vincent. Die Familie lebt zunchst bei Elise Probst in Ruhpolding und ab Herbst 1942 in der Nhe von Lermoos. Seine Tochter Katharina ist erst vier Wochen alt, als Christoph Probst am 19. Februar 1943 in Innsbruck verhaftet wird.
Die Familie ist fr Christoph Probst Lebensmittelpunkt. In einem Brief an seine Schwester Angelika vom 4. April 1941 schreibt er, dass diese kleine Familie ihm gerade angesichts der ungewissen Zukunft Halt, Hoffnung und Zuversicht gebe - als ob er mit ein paar Wurzeln mehr im Boden
verankert sei.
Seine Ehefrau Herta Dohrn kommt aus einer regimekritischen Familie. Die Shne aus erster Ehe ihrer Mutter werden als politische Oppositionelle
verfolgt. Klaus Dohrn flieht 1938 von Rom ber die Tschechoslowakei nach Paris. ber Spanien gelangt er 1940 mit Einreisepapieren fr die USA nach Portugal. Joachim Dohrn wird in Paris von den deutschen Besatzern verhaftet. Er flieht mit einem Ruderboot nach England. Im Juli 1943 kommt er bei einem Bombenangriff in London ums Leben.

Dieter Sasse, Halbbruder von Christoph Probst, erinnert sich an die oppositionelle Haltung des Freundeskreises seiner Familie. Man habe es einvernehmlich unter vorgehaltener Hand gesagt: Um das nationalsozialistische Regime los zu werden, msse Deutschland den Krieg verlieren. Seine Mutter htte auch eine jdische Freundin gehabt. Nachdem diese in ein Konzentrationslager gekommen sei, htten sie noch einen Brief von ihr erhalten und dann nie mehr etwas gehrt.
Dieter Sasse in einem Interview mit Katrin Seybold fr den Film Die Widerstndigen Zeugen der Weien Rose

Drucken
Zurück ...