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"Wenn ich ihn (Kurt Huber) in der engen Zelle am kleinen Tisch arbeiten sah, den sicheren Tod vor Augen, aber trotzdem die Feder, seine gefhrliche Waffe, emsig und sicher ber das Papier fhrend, dann war mir das ein erschtterndes Bild von der geistigen Situation Deutschlands: Der Geist war eingekerkert und zum Tode verurteilt!"

Pfarrer Brinkmann, kath. Gefngnisgeistlicher

DenkSttte / Dauerausstellung

Eine Stadt im "Dritten Reich"

Mit einem Fackelzug feiern die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 die Machtbernahme. Die Auseinandersetzungen und Straenschlachten sind vorbei. Lange bevor die anderen Parteien verboten werden, verschwinden sie aus dem Straenbild. Die Gegner des Nationalsozialismus werden fr alle sichtbar von der bewaffneten SA Hilfspolizei durch die Stadt in ein Lager transportiert. Niemand protestiert.

Skizzen zur Ausstellung von Otl Aicher
Immer mehr Brger bekennen jetzt Farbe: Die Farben der Republik Schwarz Rot Gold sind nicht mehr zu sehen, auch die kaiserliche Reichsflagge Schwarz Wei Rot wird durch das Hakenkreuz verdrngt. Die Straen und Pltze der mittelalterlichen Stadt werden fr Umzge, Appelle und Vereidigungen genutzt. An den zahlreichen nationalsozialistischen Feiertagen werden Fhrerreden ffentlich bertragen und im Volksempfnger gehrt. Die Bevlkerung wird in Bewegung gehalten, entweder als marschierende Kolonne oder als grendes Spalier.
Die freiwillige und unfreiwillige Erfassung der Brger der Stadt beginnt. Jungen und Mdchen werden in die Hitlerjugend eingegliedert, von vielen durchaus als Befreiung aus familirer Enge empfunden. Nur wenige verweigern sich der Hitlerjugend unter persnlicher Benachteiligung.
Der Eintritt in die Partei ist freiwillig. Im Jahre 1933 mssen die Parteimter berstunden machen, um die Parteianwrter aufnehmen zu knnen. Die rtliche Zeitung wird mit dem NS Organ vereinigt.
Die Partei wirkt auch ins Private: In einem gotischen Klostersaal, der jetzt fr Parteizwecke genutzt wird, finden NS Trauungen statt; das Brautpaar erhlt "Mein Kampf". Dabei wird deutsche Kammermusik gespielt.
Im Konzertsaal der Stadt gibt Elly Ney ein Beethovenkonzert und liest zwischen den Sonaten Feldpostbriefe vor.
Um einzelne Mutige bilden sich kleine Gruppen des Widerstandes. Es sind vor allem Sozialisten und Christen.
Wer "Guten Tag" oder "Gr Gott" sagt, vermeidet "Heil Hitler". Es gehrt Mut dazu. Wer nicht mit der neuen Zeit einverstanden ist, schweigt, spricht nur noch mit Freunden und wenn er sich ffentlich uert, wird er wegen
"Heimtcke" angeklagt. "Meckerer" und "Miesmacher" gehren nicht zur Volksgemeinschaft.
Mit der Einfhrung der allgemeinen Wehrpflicht 1935 reichen die vorhandenen Kasernen nicht mehr aus. Es mssen neue gebaut werden. Handel und Wandel gedeihen. Militrische Paraden und Demonstrationen der NSDAP finden zunehmend gemeinsam statt.
1938 brennt die Synagoge. Alteingesessene jdische Brger werden verhaftet, mihandelt, ihre Existenzgrundlagen vernichtet, einige von ihnen ermordet. Ab 1941 haben sie den gelben Stern zu tragen. 1943 geht der letzte Transport nach Auschwitz und Theresienstadt. Nur einzelne, frs Leben gezeichnet, berleben.
In den ersten beiden Kriegsjahren verknden die Sondermeldungen die deutschen Siege ffentlich. Viele glauben an den Sieg. Die Hitlerjugend wird vormilitrisch oder spter im Luftschutz ausgebildet. Kriegsgefangene mssen in der Landwirtschaft und in der Rstungsindustrie arbeiten. Kontakte zu deutschen Frauen enden fr sie bei der Gestapo, fr die Frauen am Pranger: Die Haare werden geschoren.
Am 18. Februar 1943, dem Tag der Verhaftung der Geschwister Scholl, verkndet Goebbels im Berliner Sportpalast den "Totalen Krieg". Junge und Alte, auch Frauen, ersetzen die zur Front eingezogenen Arbeiter in den Rstungsbetrieben. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 organisiert die Partei den Kampf um den "Endsieg".
Die Zerstrung der Stadt durch Bombenangriffe zeigt kaum Wirkung auf die Moral der Brger. Der Volkssturm ist das letzte Aufgebot gegen den Feind.
Die einmarschierenden Amerikaner finden in der Stadt niemanden, der sich als Nationalsozialist bekennt.

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