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Auch im schlimmsten Wirrwarr kommt es darauf an, da der Einzelne zu seinem Lebensziele kommt, zu seinem Heil kommt, welches nicht in einem ueren Erreichen gegeben sein kann, sondern nur in der inneren Vollendung seiner Person.

Christoph Probst, 27.7.1942

Wanderausstellungen / Christoph Probst

Die ersten vier Flugbltter

Zu den Leseabenden des Freundeskreises werden im Sommer 1942 auch Mnchner Literaten und Philosophen wie Theodor Haecker, Carl Muth oder Werner Bergengruen eingeladen.

Vor wechselndem Publikum lesen sie aus ihren Werken. Diese Zusammenknfte dienen immer mehr auch der politischen Diskussion. Harald Dohrn, Schwiegervater von Christoph Probst und katholischer Oppositioneller, nimmt ab Januar 1943 zweimal an diesen Abenden teil.
Doch allein Hans Scholl und Alexander Schmorell verfassen die ersten vier Flugbltter der Weissen Rose. Sie werden zwischen dem 27. Juni und 12. Juli 1942 in Mnchen und Umgebung verteilt.
Vermutlich sind Christoph Probst wie auch Sophie Scholl bereits in die Flugblattaktion eingeweiht. Nach den Erinnerungen von Liselotte Frst-Ramdohr, Angelika Probst und auch Erich Schmorell ist Christoph Probst sogar an der Formulierung der Texte beteiligt. Mglich ist auch, dass ihn Hans Scholl erst nach Erscheinen der ersten vier Flugbltter ins Vertrauen zieht.

Man msste Christl aus allem heraushalten, war wieder die uerung der Freunde, die spter im Sommersemester 1942, als Sophie Scholl, Willi Graf und Traute Lafrenz den Freundeskreis erweiterten, von allen geteilt wurde. Christl aber lie sich nicht ausschlieen und wre wohl nur schwerlich zu entbehren gewesen. Er hat die Texte der Flugbltter weitgehend beeinflusst. Er studierte 1941/42 im Wintersemester in Straburg, im Sommersemester in Mnchen und wurde im Winter 1942 nach Innsbruck verlegt. Immer wieder aber besuchte er seine Freunde und verfolgte deren Arbeit kritisch und mit guten Vorschlgen, wie jedenfalls Alex sagte.
Lilo Frst-Ramdohr in: Freundschaften in der Weien Rose

Am 23. Juli 1942 werden die Medizinstudenten aus Mnchen an die Ostfront abkommandiert. Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf und Jrgen Wittenstein sind als Sanitter und Hilfsrzte am Hauptverbandsplatz in Gzatsk bei Wjasma, ca. 10 km vor der Front in der Nhe der Eisenbahnlinie nach Moskau, stationiert. Probst wird vier Monate von der Luftwaffe zur Famulatur an das Kurlazarett am Eibsee bei Garmisch abkommandiert.
Im Atelier Eickemeyer in der Leopoldstrae wird am 22. Juli 1942 Abschied gefeiert. Der Freundeskreis der Weien Rose hat dazu auch Prof. Kurt Huber, Harald Dohrn, den Maler Wilhelm Geier und den Schler Hans Hirzel aus Ulm eingeladen.
Hirzel lernt Christoph Probst an diesem Abend als Kritiker direkter Widerstandsaktionen gegen das NS-Regime kennen.

Ich habe insgesamt nicht viel Zeit mit Christoph verbracht, etwa drei Stunden, aber er ist einer der Menschen gewesen, die mich am strksten beeindruckt haben. Es kommt nicht auf die Zeit an, es kommt auf die Glaubwrdigkeit des Menschen an. Er war stark religis motiviert und damit motiviert von einer Seite her, in der ich gerne Klarheit gehabt htte, aber die Klarheit nicht hatte. (...) Einerlei, wie gewiss wir seien knnen, dass der Krieg zu Ende geht, es ist zu gro fr uns, es steht uns nicht zu. Andere sind berufen, wir sind es nicht. Dennoch in die Rolle reinzudrngen, als wren wir berufen, kann ein schwerer Fehler sein. So ungefhr hat er das gesagt.
Hans Hirzel in einem Interview mit Katrin Seybold fr den Film Die Widerstndigen Zeugen der Weien Rose

Ab Sommer 1942 beschftigt sich Christoph Probst besonders mit christlich-religisen Fragen. In seinen Briefen erwhnt er die Tagebcher des groen christlichen Denkers Sren Kierkegaard als liebste Lektre und Macht und Gnade des katholischen, verbotenen Schriftstellers Reinhold Schneider als trstlich.
Seine pazifistische, christlich-humanistische Haltung verstrkt sich bis zum Verfassen seines Flugblattentwurfs Ende Januar 1943.

Es gab ein paar Bemerkungen, wo man ahnte, dass irgendwie eine Bettigung stattfand. Es war nur diffus, nicht greifbar. Ich wusste nur durch meinen Vater Harald Dohrn, dass sich eine Gruppe traf, wo Theodor Haecker aus seinen Schriften vorlas. Da wurde diskutiert. Diese Sache wusste ich. Christl sagte auch mir, es msse etwas geschehen, da habe ich noch geantwortet: Aber du doch nicht! Ich kam nicht auf die Idee, dass tatschlich etwas geschah in der Zwischenzeit.
Herta Siebler-Probst in: damit Deutschland weiterlebt

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