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"So ein herrlicher sonniger Tag, und ich soll gehen. Aber wieviele mssen heutzutage auf den Schlachtfeldern sterben, wieviel junges, hoffnungsvolles Leben...
Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln Tausende von Menschen aufgerttelt und geweckt werden."

Sophie Scholl, 22. Februar 1943

Wanderausstellungen / Alexander Schmorell

Kindheit und Jugend

Alexander Schmorell wird am 16. September 1917 in der sdrussischen Stadt Orenburg am eurasischen Grenzfluss Ural geboren. Sein Vater Hugo Schmorell ist Arzt und entstammt einer seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland ansssigen deutschen Kaufmannsfamilie. Seine russische Mutter Natalija Petrovna Vvedenskaja ist die Tochter eines orthodoxen Kirchenverwalters. Sie stirbt 1918 whrend einer verheerenden Typhusepidemie.

1920 heiratet Hugo Schmorell Elisabeth Hoffmann, die Tochter eines deutschstmmigen Brauereibesitzers in Orenburg.
Revolutionsbedingte Unruhen zwingen die Familie 1921, Russland zu verlassen. Hugo Schmorell lsst sich in Mnchen als praktizierender Arzt nieder.
Alexander Schmorell und seine beiden jngeren Geschwister Erich und Natalija haben eine enge Beziehung zu ihrem russischen Kindermdchen, das die Familie aus Russland nach Mnchen begleitet hatte. Durch ihre Nanja lernen sie russische Mrchen und Lieder kennen.
Die Kinder wachsen zweisprachig auf.
Alexander Schmorell erhlt privaten Russisch- und russisch-orthodoxen Religionsunterricht. Familie und Freunde nennen ihn Schurik.

Mein Vater erzhlte von Russland, er erinnerte sich so gerne an diese unwiederbringlichen Zeiten. Er sprach von dem Gut, das sie im Ural-Gebirge hatten. Es war gro 64.000 Hektar lag am Fue des Gebirges, weit weg von jeder Stadt es war ein Paradies.
Aus einem Brief von Alexander Schmorell an Angelika Probst, 26. April 1941
Privatbesitz Familie Schmorell

Aber gerade deshalb sehne ich mich wahrscheinlich besonders stark nach ihr (der Heimat), denn ich habe sie mir in meiner Phantasie so verdichtet und erstehen lassen, wie ich sie mir denke und wie sie mir gefllt, weit, unendlich weit, mit einfachen, offenen und ehrlichen Menschen.
Aus einem Brief von Alexander Schmorell an Angelika Probst, 28. August 1937
Privatbesitz Familie Schmorell


Im Frhjahr 1935 lernt Alexander Schmorell in Mnchen auf dem Neuen Realgymnasium, dem heutigen Albert-Einstein Gymnasium, Christoph Probst kennen. Eine enge Freundschaft beginnt. Alexander Schmorell verbringt viel Zeit mit Christoph Probst und dessen lterer Schwester Angelika. Gemeinsam gehen sie zum Wandern und Zelten in die Chiemgauer Berge.
Nach dem Abitur 1937 wird Alexander Schmorell zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet und beim Straenbau im Allgu eingesetzt. Den Arbeitsdienst erlebt er als Instrument politischer Unterdrckung. In ihm wchst eine radikale Ablehnung des nationalsozialistischen Systems.

Denn nichts ist schner, als die Freiheit des Gedankens und die Selbstndigkeit des eigenen Willens, wenn man sie nicht frchtet. Hier versucht man, uns sie zu rauben und sie uns vergessen zu machen oder sich von ihr zu trennen, aber das wird ihnen nicht gelingen.
Aus einem Brief von Alexander Schmorell aus dem Reichsarbeitsdienst an Angelika Probst, 1. Mai 1937
Privatbesitz Familie Schmorell


Im November 1937 beginnt Alexander Schmorell, ein begeisterter Reiter, seinen Wehrdienst bei der Kavallerie im Artillerie-Regiment 7 in der Infanteriestrasse in Mnchen. Als er den Eid auf Hitler ablegen musste, bittet er aus Gewissensgrnden vergeblich um Entlassung aus der Wehrmacht.
Als junger Rekrut erlebt er im Mrz 1938 den Anschluss sterreichs und im Oktober 1938 den Einmarsch deutscher Truppen ins Sudetenland. Im Mrz 1939 wird er auf der Sanittsschule Mnchen als Unteroffizier vorzeitig entlassen, da er sich fr das Medizinstudium gemeldet hat.

Als ich im Jahre 1937 zum deutschen Heer eingezogen wurde (ich rckte freiwillig ein), habe ich den Treueid auf den Fhrer geleistet. Ich gestehe ganz offen, dass ich schon damals innerlich Hemmungen hatte. (...) Ich geriet schon nach der krzesten Zeit in Gewissenskonflikte, wenn ich berlegte, dass ich einerseits den Rock des deutschen Soldaten trage und andererseits fr Russland sympathisierte. An den Kriegsfall mit Russland habe ich damals nicht geglaubt. Um meinen Gewissenskonflikten ein Ende zu bereiten, habe ich mich zu einer Zeit, wo ich etwa 4 Wochen deutscher Soldat war, an meinen Abteilungskommandeur (...) gewendet und ihm gemeldet was mein Herz bewegte. (...) Nachdem ich mit meiner Bitte um Entlassung im Jahre 1937 keinen Erfolg hatte, habe ich sozusagen widerwillig den Rock des deutschen Soldaten getragen.
Aus dem Verhrprotokoll von Alexander Schmorell,
25. Februar 1943
Russisches Staatliches Militrarchiv Moskau

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