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Wie schn ist es dann, sich in ein solches Bltenmeer zu werfen, den dahin ziehenden Wolken nachzuschauen und von Vergangenheit und Zukunft trumen zu knnen. Aber solche Schnheiten verstehen die Menschen hier gar nicht; bei ihnen heit es Tempo, Tempo, schuften, schuften, um einige Habseligkeiten zu erwerben (...). Ist das der Sinn des Lebens?

Alexander Schmorell, 1.5.1937

Wanderausstellungen / Traute Lafrenz

Erneute Verhaftung und Kriegsende

Seit Herbst 1943 wird auch der Hamburger Zweig der Weien Rose verhaftet: 30 Personen werden im Gestapo Gefngnis Hamburg-Fuhlsbttel inhaftiert, acht kommen bis Kriegsende zu Tode. Noch Mitte April 1945 fhrt der 1. Senat des Volksgerichtshofes in Hamburg vier Hauptverhandlungen gegen 19 Angeklagte. Die Mehrzahl ist zu diesem Zeitpunkt von amerikanischen Soldaten bereits aus der Haft befreit.

Nach ihrer Inhaftierung im Gefngnis Hamburg-Fuhlsbttel, im Frauenzuchthaus Cottbus und im Leipziger Frauengefngnis wird Traute Lafrenz in das Gerichtsgefngnis nach St.Georgen-Bayreuth verlegt. Dort wird sie am 14. April 1945 gemeinsam mit Erna Stahl befreit. Margaretha Rothe stirbt am 15. April 1945 in einem privaten Krankenhaus in Leipzig an Tuberkulose.
Heinz Kucharski, noch am 17. April 1945 zum Tode verurteilt, gelingt whrend eines Fliegerangriffs die Flucht. Reinhold Meyer stirbt im November 1944 im Gestapo-Gefngnis Fuhlsbttel nach viermonatiger Haft im Konzentrationslager Neuengamme.

Gleich nach meiner Ankunft in Hamburg, mde und kaputt von den Strapazen der Reise, wurde ich zu meinem Vernehmer Reinhard gefhrt. Noch nicht an der Tr, brllte er mich an, wann ich das letzte Mal auslndische Sender gehrt htte. (Darauf war ich nun gar nicht vorbereitet.) Eine halbe Stunde warf er mir ununterbrochen Vergehen vor, die ich wirklich nicht begangen hatte. Dazu hatte er eine eigene Methode, einem auf den Augen herumzutrommeln. Ich sagte gar nichts mehr, wurde verstockt und verlogen ins Gestapo-Gefngnis Fuhlsbttel gebracht. Grauenhafte Monate Mai 1944 bis September 1944. Elend lange Verhre. (...) Ende Oktober 1944 kamen wir zur Justiz. Am 11. November 1944 wurde unsere Sache dem Volksgerichtshof in Berlin bergeben. Gemeinsam mit den anderen Frauen kam ich nach Cottbus, wo in der Zeit der Volksgerichtshof tagen sollte (...). Im Januar 1945, nachdem das Zuchthaus in Cottbus mehrere Transporte aus Auschwitz aufgefangen hatte, wurden alle Insassen, dem Vormarsch der Russen entsprechend, westlich weiter geschickt, und zwar nach Leipzig.
Wir Hamburger kamen weiter nach Bayreuth, dort sollte der 1. Senat des Volksgerichtshofes in Zukunft angeblich tagen. Ein fr mich nicht wenig aufreibendes Wettrennen zwischen der heranziehenden amerikanischen Armee und dem Termin begann. Von Anfang Februar warteten wir auf eines dieser Ergebnisse. Endlich, am 15. April, gewannen die Amerikaner das Rennen. Erst spter erfuhren wir, dass die Verhandlung am 17. April angesetzt war und auch nun aber in Hamburg, wo ein Teil der Mnner zurckgeblieben war stattgefunden hat.

Aus dem Bericht von Traute Lafrenz, 1947
Archiv des Instituts fr Zeitgeschichte Mnchen-Berlin


Nach dem Krieg arbeitet Traute Lafrenz fr kurze Zeit als Dolmetscherin fr die amerikanischen Besatzungstruppen.

Pattons Army befreite uns am 14. April 1945 in Bayreuth. Da noch berall Kriegshandlungen bestanden und es keine Fahrmglichkeiten gab, blieben die meisten Hftlinge im Zuchthaus mit offenen Tren und amerikanischer Verpflegung. (...) Dort habe ich dann angefangen, die Akten der Hftlinge zu ordnen. Kriminelle Politische bekamen verschiedene Ausweise. Es war eine groe Anzahl tschechischer Intellektueller in dem Zuchthaus. Wenige sprachen Englisch und ich bin mit einer Gruppe nach Franzensbad, um weitere Akten zu bearbeiten. Von Franzensbad fuhr dann ein Bus nach Bergen-Belsen um Hftlinge abzuholen. (...) Ich hatte kaum den Namen Bergen-Belsen gehrt. Einer meiner tiefsten Eindrcke war die Begeisterung und die Freude, mit der die Hftlinge den ankommenden Bus umringten und dann die Traurigkeit - Trostlosigkeit Erschtterung ...
Dr. Traute Lafrenz-Page an die Verfasserin, 2007


1947 emigriert Traute Lafrenz in die USA.
1972 bernimmt sie die Leitung der Esperanza School in Chicago, eine heilpdagogische Schule anthroposophischer Ausrichtung, an der sie bis 1994 arbeitet.
Seit dem Tod ihres Mannes Dr. Vernon Page 1995 lebt Dr. Traute Lafrenz-Page in South Carolina. Sie hat eine Tochter und drei Shne.

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