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"Ich hoffte instndig, da er doch noch schweigen und in Stille warten mchte, bis die ungeistige Flut vorber war und der reine Flu wieder ans Tageslicht trat. Das war wohl zu stlich gedacht. Kurt Huber mute einen anderen Weg gehen."

Mirok Li, Student

Wanderausstellungen / Alexander Schmorell

Flugbltter der Weien Rose

Flugbltter der Weissen Rose heien die ersten vier Flugschriften, die Alexander Schmorell und Hans Scholl vom 27. Juni bis 12. Juli 1942 in Mnchen und Umgebung verteilen. Sie rufen zum passiven Widerstand gegen den Faschismus und jedes ihm hnliche System des absoluten Staates auf. Alexander Schmorell sieht sich dabei dem Schicksal zweier Vlker verpflichtet.

Die Matrizen fr die Flugbltter werden auf einer Remington-Reiseschreibmaschine hergestellt, die sich Alexander Schmorell von Karl Ptzl, einem Freund aus Kindheitstagen, fr angebliche Studienzwecke ausleiht. In der Sendlingerstrae kauft er einen Vervielfltigungsapparat. Mit Hans Scholl besorgt er Papier, Briefumschlge, Briefmarken und Matrizen. Gemeinsam redigieren sie ihre Textvorschlge.
Die Flugbltter der Weissen Rose werden im Elternhaus von Alexander Schmorell hergestellt und in einer Auflage von je 100 Abzgen mit der Post verschickt.

Sie knnen sich vorstellen, dass es mich besonders schmerzlich berhrte, als der Krieg gegen Russland, meine Heimat begann. Natrlich herrscht drben der Bolschewismus, aber es bleibt trotzdem meine Heimat, die Russen bleiben doch meine Brder. Nichts she ich lieber, als wenn der Bolschewismus verschwnde, aber natrlich nicht auf Kosten des Verlustes so wichtiger Gebiete, wie sie Deutschland bisher erobert hat, die ja eigentlich fast das ganze Kernrussland umfassen. Ich glaube, sie wrden als Deutscher nicht anders denken, wenn angenommen Russland einen so grossen Teil Deutschland erobert htte, wie es Deutschland im Osten getan hat!
Auszge aus dem Politischen Bekenntnis von Alexander Schmorell, Anlage des Gestapo-Verhrprotokolls von Alexander Schmorell, 8. Mrz 1943
Russisches Staatliches Militrarchiv Moskau


Im zweiten Flugblatt verurteilt Alexander Schmorell deutsche Gewaltverbrechen gegen die jdische Bevlkerung in Polen als das frchterlichste Verbrechen an der Wrde des Menschen. Er appelliert an die Mitschuld jedes einzelnen und an die Notwendigkeit des Widerstands gegen die NS-Regierung als heiligste Pflicht jedes Deutschen.
Im dritten Flugblatt listet er Handlungsvorschlge zur Vorbereitung eines politischen Umsturzes auf, denn, Ein Ende muss diesem Unstaat mglichst bald bereitet werden ein Sieg des faschistischen Deutschland in diesem Kriege htte unabsehbare, frchterliche Folgen. (...) Nicht der militrische Sieg ber den Bolschewismus darf die erste Sorge fr jeden Deutschen sein, sondern die Niederlage der Nationalsozialisten.

Wir waren uns jedoch darber klar, dass die Herstellung von staatsfeindlichen Druckschriften eine Handlung gegen die nationalsozialistische Regierung darstellt, die im Ermittlungsfalle zu schwersten Bestrafungen fhren wrde. Was ich damit getan habe, habe ich nicht unbewusst getan, sondern ich habe sogar damit gerechnet, dass ich im Ermittlungsfalle mein Leben verlieren knnte. ber das alles habe ich mich einfach hinweggesetzt, weil mir meine innere Verpflichtung zum Handeln gegen den nationalsozialistischen Staat hher gestanden ist.
Aus dem Verhrprotokoll von Alexander Schmorell
26. Februar 1943
Russisches Staatliches Militrarchiv Moskau


Die Flugbltter der Weissen Rose verurteilen den von den Nationalsozialisten verursachten Zivilisationsbruch. Im Rckgriff auf christlich-abendlndische Traditionen beschwren sie die Notwendigkeit zur politischen Umkehr und sofortigen Beendigung des Krieges. Sie sind ein Pldoyer fr Frieden und Freiheit.
Nach den Erinnerungen von Nikolay Hamazaspian war das Kapitel Der Groinquisitor aus dem Roman Die Brder Karamasow von Fjodor Dostojewskij eine Inspirationsquelle fr die Namensgebung der Flugbltter. Alexander Schmorell habe die weie Rose als christliches Symbol fr Wiedergeburt bernommen.

Der Inhalt der Flugbltter erschien mir sofort als Reflektion all unserer Gesprche. Ich entdeckte sofort die Literatur, die wir gelesen hatten, zum Beispiel von Schiller. Wir hatten ja viel ber Staatsbildung gesprochen und darber, wie ein richtiger Staat auszusehen hat. Wir haben die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon gelesen und ber Gut und Bse diskutiert, wie es sein sollte und was falsch ist. Was mich wirklich erschttert hat, war das Zitat von den Sprchen von Salomon (...). Das war ein starker Hinweis, woher das kam.
Aus einem Interview mit Traute Lafrenz-Page von Katrin Seybold, 2000
Katrin Seybold Film

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