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Warum verhlt sich das deutsche Volk angesichts all dieser scheulichsten, menschenunwrdigsten Verbrechen so apathisch? Kaum jemand macht sich Gedanken darber.

Flugblatt II

Wanderausstellungen / Alexander Schmorell

Ausweitung des Widerstands

Im Dezember 1942 entscheidet sich Kurt Huber, Professor fr Philosophie an der Mnchner Universitt, die Flugblattaktion der Studenten zu untersttzen. Mitte Januar 1943 bespricht er mit Hans Scholl und Alexander Schmorell ihre Entwrfe fr das fnfte Flugblatt. Die Herstellung der Flugschrift findet in der Franz-Josef-Str. 13 statt, wo Hans und Sophie Scholl zur Untermiete wohnen.

Den Textvorschlag von Alexander Schmorell lehnt Prof. Kurt Huber ab, da er kommunistisch klingende Aufforderungen enthalte. Daraufhin verabschiedet sich Alexander Schmorell: Da ich an diesem Abend ohnehin vor hatte, ein Konzert im Odeon zu besuchen. Spter habe er festgestellt, dass das Flugblatt inhaltlich mit meinem Entwurf gar nichts zu tun hatte.
Das Flugblatt Aufruf an alle Deutsche! gipfelt in der von Prof. Kurt Huber formulierten Forderung nach den klassischen Freiheitsrechten: Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Brgers vor der Willkr verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa. Es wird von den Geschwistern Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf in tausendfacher Auflage vervielfltigt und mit Hilfe von Freunden in mehreren Stdten verbreitet.

Die Marken zur Frankierung der Postsendungen haben wir grtenteils beim Postamt 23 an der Leopoldstrasse gekauft. Die Kosten fr Papier usw. haben wir gemeinsam getragen. (...) Um mit dem Flugblatt Aufruf an alle Deutsche! auch auswrts in Ttigkeit treten zu knnen, sind Scholl und ich in das Deutsche Museum gegangen und haben uns dort von den dort aufliegenden auswrtigen Adressbchern fr die Stdte Salzburg, Linz, Wien die Adressen heraus geschrieben. Um diese auswrtigen Sendungen nicht mit 12Pfg.-Marken versehen zu mssen, haben wir uns entschlossen, diese in Briefform gefalteten und teilweise in Umschlge gesteckten Flugbltter auf dem Kurierwege in den betreffenden Stdten zu verbreiten. Zu diesem Zwecke fuhr ich Ende Januar (die Versendung erfolgte in Salzburg am 26.1.1943) 1943 mit einigen hundert Stck mit dem Schnellzug von Mnchen nach Salzburg; dort kam ich im Laufe des Vormittags am Bahnhof an. Ich ging durch die Bahnsteigsperre in Richtung zur Stadt und habe die fr Salzburg bestimmten Sendungen in zwei verschiedenen Briefksten nchst des Bahnhofes eingeworfen. (...)
Ich fuhr am gleichen Tage mit dem nchsten Zug nach Linz a.d.D. weiter, wo ich ungefhr eine gleiche Menge und unter den gleichen Umstnden unsere Flugbltter zur Post gegeben hatte.
Ich bin am gleichen Tage in den spten Abendstunde mit dem Schnellzug nach Wien gefahren, um dort den Rest der Flugbltter abzusetzen. Ich mietete mich in Wien in einem (...) Hotel ein und machte mich am nchsten Tage daran, meine Briefsendungen in verschiedene Postksten einzustecken. (...) In Wien habe ich aber auch etwa 50 bis 1000 Flugbltter Aufruf an alle Deutsche! in Briefform zur Post gegeben, die von uns fr die Stadt Frankfurt a.M. vorbereitet waren.

Aus dem Verhrprotokoll von Alexander Schmorell, 25. Februar 1943
Russisches Staatliches Militrarchiv Moskau


Wahrscheinlich Mitte November 1942 treffen Alexander Schmorell und Hans Scholl Falk Harnack in Chemnitz, um ber ihn eine Verbindung zur Widerstandsgruppe Rote Kapelle in Berlin herzustellen. Falk Harnack erklrt sich bereit, seine Vettern Dietrich und Klaus Bonhoeffer ber die Flugbltter der Mnchner Studenten zu informieren.
Am 8. und 11. Februar 1943 werden die Gesprche in Mnchen fortgesetzt. Beteiligt sind nun auch Willi Graf und Prof. Kurt Huber. Kurt Huber lehnt eine Zusammenarbeit mit Falk Harnack entschieden ab, da er mit dessen kommunistischen Zielen nicht bereinstimmt.

Einmal erzhlte er mir, dass fr die Gruppe die Mglichkeit bestehe, mit anderen Krften des Widerstands in Verbindung zu treten. Ich riet ihm davon ab und befrwortete eher, dass die Widerstandsgruppe der Studenten fr sich blieb.
Nikolay Hamazaspian: Erinnerungen an Alexander Schmorell Mnchen 1989, Privatbesitz


Nach der Bekanntgabe der Niederlage von Stalingrad bringen Alexander Schmorell, Hans Scholl und Willi Graf in drei Nchten mit Schablone, schwarzer Teerfarbe und grner Lackfarbe an Gebuden der Mnchner Innenstadt die Inschriften Freiheit, Nieder mit Hitler und Hitler Massenmrder an. Alexander Schmorell fertigt in der Wohnung von Lilo Berndl fr den Schriftzug Nieder mit Hitler eine Schablone mit einem durchgestrichenen Hakenkreuz. Freiheit schreibt Hans Scholl mit Alexander Schmorell viermal neben den Haupteingang der Universitt.
Am 11. Februar 1943 berreicht Prof. Kurt Huber Hans Scholl seinen Entwurf fr ein sechstes Flugblatt. Dieser Aufruf mit der berschrift Kommilitoninnen, Kommilitonen! wird von Alexander Schmorell und Hans Scholl in einigen Passagen gekrzt und mit Hilfe von Willi Graf in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 1943 auf verschiedenen Mnchner Postmtern aufgegeben.

Nach dem Versand der Propagandabriefe an die erwhnten Studenten waren noch eine Menge von Flugblttern brig, die in der Wohnung Scholl in einem Koffer verwahrt wurden. (...) Bekannt ist mir (...), dass Scholl die Absicht uerte, diese Flugbltter innerhalb des Universittsgebudes auszustreuen bzw. zur Verteilung zu bringen.
Aus dem Verhrprotokoll von Willi Graf, 26. Februar 1943
Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde

Scholl berichtete, dass er in Krze eine neuerliche Aktion an der Universitt vorhabe und dann gleich nach Berlin zu kommen beabsichtige, um mit der Berliner Organisation persnlichen Kontakt aufzunehmen. Wir verabredeten uns fr den 25. Februar 1943 18 Uhr an der Gedchtniskirche. (...) Um 18 Uhr stand ich an der Gedchtniskirche und wartete vergeblich auf Scholl.
Erinnerungen von Dr. Falk Harnack 1947
Gedenksttte Deutscher Widerstand Berlin

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