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"Vergi nie, da das Leben nichts ist als ein Wachsen in der Liebe und ein Vorbereiten auf die Ewigkeit."

C. Probst, Abschiedsbrief an seine Schwester

DenkSt�tte / Dauerausstellung

Orientierungen

Die Antwort auf die Frage nach dem f�r sie Richtigen suchen die Freunde in B�chern und Gespr�chen mit Menschen, die sich einen klaren Blick und ein ungekr�mmtes R�ckgrat bewahrt haben.

Skizzen zur Ausstellung von Otl Aicher
Ihre B�cher sind kaum in Buch"l�den zu kaufen. Sie finden sie bei Freunden, im Antiquariat oder auch unter dem Ladentisch eines befreundeten Buchh�ndlers. Durch die Freundschaft mit Carl Muth steht ihnen sp�ter eine gro�e Bibliothek offen. Im Krieg kommen sie vor allem in Frankreich zu wichtigen B�chern. Hier hatte es keine B�cherverbrennungen gegeben. B�cher vereinen die Freunde bei Leseabenden, besonders im Jahr 1942; lange Gespr�che schlie�en sich an. �ber B�cher wird eigentlich st�ndig gesprochen.
Willi Graf und seine Freunde in Saarbr�cken lesen Romano Guardini (1885�1968). Die katholische Amts"kirche beobachtet Guardini mit Mi�trauen. Die Sprache der Liturgie sollte deutsch werden, f�r jeden Christen verst�ndlich. Guardini verlie� mit seinen Interpretationen von H�lderlin, Rilke und anderen Dichtern die kirchliche Enge und �ffnete jungen Christen eine neue anschauliche, geistige Welt.

In Paul Claudels (1868�1955) Drama "Der Seidene Schuh" wird Geschichte Universalgeschichte f�r alle V�lker, gleich welcher Hautfarbe und Nation. Sie haben in ihrer Verschiedenheit gleichen Wert.
Georg Bernanos (1888�1948), "Jacques Maritain (1882�1973), L�on Bloy (1846�1917) und Francis Jammes (1868�1938), die man zum Renouveau Catholique z�hlt, strebten eine Erneuerung des Glaubens von den Urspr�ngen der �berlieferung an.
F�r L�on Bloy war Armut unerl��liche Voraussetzung daf�r; daher seine Aggressivit�t gegen die Verb�rger"lichung der franz�sischen Kirche.
Nicht nur mit Vergangenheit und Gegenwart besch�ftigten sich diese Schriftsteller. Jacques Maritain entwirft in dem Buch "Die Zukunft der Christenheit" das Bild einer freien, demokratischen Gesellschaft, die-mit der Trennung von Staat und Kirche ernst macht.
In Dostojewskis (1821�1881) "Gro�"inquisitor" wird die Gegen"position beschrieben: Der Mensch kann mit der Freiheit, die Christus brachte, nichts anfangen. Die katholische Kirche nimmt ihm diese B�rde ab. Sie l��t ihn triebhaft gl�cklich leben, solange er ihre von Gott gegebene Autorit�t akzeptiert.
In den "Confessiones" des "Augustinus (354�430) finden die Freunde den Dialog mit dem pers�nlichen Gott. Bei Thomas von Aquin (1225�1274) lernen sie, da� das Denken bis an seine Grenzen getrieben werden mu�, ehe der Glaube beginnt.
Bei Carl Muth begegnet Hans Scholl dem M�nchner Soziologen Alfred von Martin (1882�1979). In seinem Buch "Nietzsche und Burckhardt" entwickelt er in verschl�sselter Form den Entwurf eines f�de"ralen und pluralistischen Europa. Diese Gedanken finden sich im 5.-Flugblatt der Wei�en Rose "wieder.
Im Kreis Alfred von Martins treffen Hans und Sophie Scholl auch Josef Furtmeier (1887�1969), den die Freunde den "Philosophen" nennen. Er hatte seine Stellung in der NS-Justiz gek�ndigt und lebt arbeitslos von einer k�rglichen Rente. Die "Einheit von Denken und Handeln beeindruckt die Freunde.
Theodor Haecker (1879�1945) hatte Kierkegaard �bersetzt. Die menschliche Existenz ist f�r ihn durch die Erfahrung von Leid, Angst und Tod bestimmt, nicht von Rasse, Macht und Krieg. Er denkt wie Karl Kraus, den er kannte, unabh�ngig vom Zeitgeist des B�rgertums und des Faschismus. Seine Prophezeiungen vom Untergang der M�chtigen erf�llen sich Schritt f�r Schritt. Sie sind in seinen "Tag- und Nachtb�chern" nachzulesen, aus denen er im Jahre 1942 im Kreis der Wei�en Rose vorliest.
Professor Carl Muth (1867�1944) war der Herausgeber des "Hochland". In dieser Monatsschrift schrieben vor allem kritische Katholiken; die Beitr�ge kamen auch aus dem Ausland. Hans und Sophie Scholl lernen Carl Muth im Herbst 1941 durch Otl Aicher kennen. Mit ihm gewannen sie einen Freund, der die Welt kannte. Er erschlo� ihnen einen Zugang zu einem un"orthodoxen Katho"lizismus. Er war das Zentrum eines "Kreises von Gegnern des National"sozialismus.
Bei Carl Muth hatte Hans Scholl im Herbst 1941 Werner Bergengruen (1892�1964) kennengelernt. Bergen"gruens Buch "Der Gro�tyrann und das Gericht" wird in regimekritischen Kreisen als verschl�sselter Angriff auf Hitler verstanden. Werner Bergengruen schreibt aber nicht nur, er handelt.

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