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Womit beschftigen sich die meisten Menschen heute? Alles erscheint ihnen wichtig, nur die wichtigste Frage, nmlich nach dem Sinn des Lebens nicht!

Christoph Probst

Wanderausstellungen / Hans Scholl

Familie und Jugend

Hans Scholl wird am 22. September 1918 in Crailsheim geboren. Er hat fnf Geschwister: Inge, Elisabeth, Sophie, Werner und Thilde ( 1926). 1920 zieht die Familie nach Forchtenberg am Kocher, 1930 nach Ludwigsburg und 1932 nach Ulm. Der Vater Robert Scholl, politisch liberal und ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten, ist Brgermeister, spter selbstndiger Steuerberater und Wirtschaftsprfer. Die Mutter Magdalene Scholl ist Krankenschwester und in der Armenhilfe engagiert.

Hans und seine Geschwister treten ab 1933 in die Hitlerjugend und den Bund Deutscher Mdchen ein und bernehmen bald leitende Positionen. Ihrer begeisterten Teilnahme stehen die Eltern kritisch gegenber.

Unter dem Ulmer Fhnleinfhrer Max von Neubeck wird Hans Scholl Jungenschafts- und Jungzugfhrer. Er gilt als besonders schneidig und marschiert im September 1935 als Fahnentrger der Ulmer HJ zum Reichsparteitag der NSDAP nach Nrnberg. Nach den Erinnerungen seiner lteren Schwester Inge Scholl ist dieses Erlebnis fr Hans Scholl Anlass fr eine beginnende Distanzierung zur nationalsozialistischen Jugendorganisation.

Als mein Bruder aus Nrnberg zurckkam, erschien er uns vllig verndert: mde, deprimiert und verschlossen. Er sagte nichts, aber jeder sprte, dass etwas passiert sein musste zwischen ihm und der Hitler-Jugend. Nach und nach erfuhren wir es. Der unsinnige Drill, die vormilitrischen Aufmrsche, das dumme Geschwtz, die ordinren Witze das alles hatte ihn fertig gemacht. Von morgens bis abends Antreten, immer wieder Reden, und dann diese knstliche Begeisterung. Zeit fr ein vernnftiges Gesprch blieb nicht. (...) Nrnberg, das war noch nicht der Bruch, wohl aber der erste Riss, der uns von dieser Welt der Hitlerjugend und des BDM trennte.
Erinnerungen von Inge Scholl in Hermann Vinke: Das kurze Leben der Sophie Scholl

Das Ulmer Jungvolk ist in den ersten Jahren des organisatorischen Aufbaus im Stil der dj.1.11, der 1929 in Berlin neu gegrndeten Deutschen Jungenschaft, geprgt. Die dj.1.11 hat den Anspruch vollkommen unabhngig zu sein und entwickelt neue Stilelemente. Eigene Wappen und Symbole, Zeitschriften und Liederhefte, Fahrten, Lager und Rituale formen Gemeinschaftsgefhl und Sendungsbewusstsein.

Whrend des Jungvolkwinterlagers 1935/36 grndet Hans Scholl eine eigene dj.1.11 Horte. Im Sommer 1936 geht er mit seiner Horte nach Lappland auf Fahrt. Auf der berfahrt nach Hrnsand gibt sich die Gruppe den Namen Jungenschaft Trabanten.

Hans Scholl macht im Frhjahr 1937 Abitur und leistet anschlieend sieben Monate Reichsarbeitsdienst in Gppingen. Ab Ende 1936 lsen sich die Trabanten allmhlich auf.

wer je die flamme umschritt
bleibe der flamme trabant!
wie er auch wandert und kreist:
wo noch ihr schein ihn erreicht
irrt er zu weit nicht vom ziel.
nur wenn sein blick sie verlor,
eigener schimmer ihn trgt,
fehlt ihm der mitte gesetz,
treibt er zerstiebend ins all!

Hans Scholl bezieht sich mit der Namensgebung seiner Jungenschaft Trabanten auf ein Gedicht von Stefan George, das er der Lapplandfahrt im Fahrtenbericht als Motto voranstellt. Handschriftlicher Eintrag von Hans Scholl im Tagebuch Die Fahrt nach dem Norden. Die erste Tat der Jungenschaft, 1936 Institut fr Zeitgeschichte Mnchen

Meine liebe Mutter, alles ist gut bei mir angekommen. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich hatte sehnlich darauf gewartet. Vielen Dank fr den Brief. Das Bibelwort ist wunderbar. Es half mir wieder meine alte Fassung zurckzugeben. Nun hoffe ich, dass wir wieder frohe Menschen werden. Wir wollen uns nicht als Mrtyrer fhlen, obwohl wir manchmal Grund dazu htten. Denn die Reinheit unserer Gesinnung lassen wir uns von niemandem antasten. Unsere innere Kraft und Strke ist unsere strkste Waffe. Das wollte ich frher auch immer meinen Jungen beibringen. Die Fahrten und Heimabende, die wir zusammen erlebten, haben uns ja zu dieser Strke verholfen, und wir werden diese Fahrten nie, nie vergessen knnen. Ja, wir hatten eine wirkliche Jugend!
Brief von Hans Scholl an seine Mutter, Bad Cannstatt, 27. November 1937

die kothe war natrlich was vom wichtigsten//ohne sie wre die fahrt nie so geworden/wie sie war//wir danken fritz stelzer/der unsdie schablonen fr die bemalung der ornamentsstreifen gab//das hier ist ein bild vom lager 1/am 2. morgen in lappland//die kothe ist schlecht gespannt//unter der zeltbahn sind die lebensmittel verstaut/mehl/salz/kaffee... ja! das waren tage in lappland!
Handschriftlicher Eintrag von Hans Scholl im Tagebuch Die Fahrt nach dem Norden. Die erste Tat der Jungenschaft, 1936 Institut fr Zeitgeschichte Mnchen

Im Zuge der reichsweiten Verfolgung bndischer Umtriebe durch den NS-Staat wird auch gegen die ehemaligen Ulmer Trabanten ermittelt. Hans Scholl wird am 13. Dezember 1937 in der Kavallerie-Kaserne in Bad Cannstadt festgenommen und wegen des Verstoes gegen 175 vernommen, in dem Homosexualitt als Verbrechen kriminalisiert wurde. Von den 20 Verhafteten, darunter fr acht Tage auch Inge und Werner Scholl, werden sechs Personen angeklagt. Das Urteil des Sondergerichts Stuttgart vom 2. Juni 1938 wird fr Scholl aufgrund des Straffreiheitsgesetztes nach dem Anschluss sterreichs amnestiert.

Im Sommer 1938 beginnt die Freundschaft zwischen Otl Aicher und den Geschwistern Scholl. Aicher verweigert schon als Schler den Beitritt in die Hitlerjugend. Er steht der katholischen Quickborn-Jungenschaft nahe und wird in diesem Zusammenhang 1937 von der Gestapo wegen bndischer Umtriebe verhrt.

Aus den ehemaligen Bndischen um Scholl und Anhngern der katholischen Jugendbewegung um Aicher entwickelt sich ein neuer Freundeskreis. 1941 initiiert Otl Aicher das Windlicht, das ein Jahr als Rundbrief unter den Freunden kursiert.

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