Mitglieder der weißen Rose
Logo der Weiße Rose Stiftung e.V. mit Link zur Startseite
Weiße Rose Stiftung e.V.
english english english english
Aktuelles und Veranstaltungen
Widerstandsgruppe Weiße Rose
Weiße Rose Stiftung e.V.
DenkStätte Weiße Rose
Führungen und Seminare
Pädagogisches Material
Projekte
Ausstellungsverleih
Rahmenprogramm Ausstellung
Ausstellung Willi Graf
Ausstellung Prof. Kurt Huber
Ausstellung Traute Lafrenz
Ausstellung Hans Leipelt
Ausstellung Onkel Emil
Ausstellung Christoph Probst
Ausstellung Alexander Schmorell
Ausstellung Hans Scholl
Internationaler Verleih
Presse
Literatur
Links
Newsletter / RSS
Freunde und Förderer
Kontakt
Impressum

Netzwerk Weiße Rose


"Der Krieg lt nicht zu, da der Mensch als Mensch sein Leben beendet."

Hans Scholl

Wanderausstellungen / Alexander Schmorell

Flucht, Verhaftung und Prozess

Am 18. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl beim Auslegen des sechsten Flugblatts in der Universitt Mnchen verhaftet.
Alexander Schmorell entscheidet sich zur Flucht, die er mit Hilfe von Lilo Berndl und Nikolay Hamazaspian vorbereitet. Am 24. Februar rufen ihn der Vlkische Beobachter und die Mnchner Neuesten Nachrichten zur Fahndung aus.

Nach eigener Aussage vor der Gestapo fhrt Alexander Schmorell am Abend des 19. Februar mit der Straenbahn nach Thalkirchen. An der Isar entlang luft er weiter nach Ebenhausen. Am 20.Februar 1943 bernachtet er in einer Pension am Walchensee und weist sich dort mit dem bulgarischen Pass von Nikolay Hamazaspian aus. Am nchsten Tag geht er zu Fu nach Klais. Vergeblich wartet er dort auf Nadja Konoz, die ihn in einem Lager fr sowjetische Kriegsgefangene unterbringen soll. In Elmau wird er von einem russischen Kutscher in einem Heuschober versteckt. Am 23. Februar wird Alexander Schmorell von zwei Grenzpolizisten kontrolliert. Noch schtzt ihn der Ausweis von Nikolay Hamazaspian. Die folgenden 24 Stunden verbringt er in Kochel.

Ich will nun auf den 18.2.43 zurckkommen, wo Hans Scholl in der Universitt wegen Verdachts der Verbreitung von staatsfeindlichen Flugblttern festgenommen wurde. Wie ich schon angegeben, haben Scholl und ich einen oder zwei Tage vorher darber gesprochen, dass man die restlichen Flugbltter etwa in der Universitt in Mnchen ablegen knnte. Etwas Nheres, insbesondere wann das geschehen und von wem das durchgefhrt werden soll, ist zwischen uns beiden nicht vereinbart worden. Ich war also sehr erstaunt, als ich am 18.2.43 mittags gegen 12 Uhr mit der Strassenbahn zur Universitt gekommen bin und zufllig von dem Medizinstudenten Eichhorn erfahren habe, dass soeben in der Universitt zwei Studenten wegen Verbreitung von staatsfeindlichen Druckschriften verhaftet worden seien. Ich habe aber trotzdem sofort an Hans Scholl gedacht und versucht von einer Telefonzelle aus ihn zu sprechen. Ich konnte aber keine Verbindung bekommen. Auch meine weiteren Versuche Scholl zu erreichen, blieben ohne Erfolg. (...) Da gab es fr mich keine andere Mglichkeit mehr, als Mnchen zu verlassen.
Aus dem Verhrprotokoll von Alexander Schmorell
26. Februar 1943, Russisches Staatliches Militrarchiv Moskau

Er war in einem grauen Mantel und hatte eine Tasche bei sich. In diesem Augenblick war er sehr verwirrt und verngstigt. Er sagte: Es wre gut, wenn ich mich umziehen knnte. Dann gab ich ihm meine grne Windjacke aus Bulgarien und noch Speck, Tabak, Zigaretten und 100 Mark mit mehr hatte ich nicht. (...)
Ohne lange nachzudenken, gab ich ihm meinen bulgarischen Pa; wir wechselten nur die Fotos. (...) Und so ging er. Er kam dann von der Tre noch einmal zurck und sagte: Sollte es nicht gut gehen, habe ich Dir den Pa gestohlen, und deutete auf die Schublade des Schreibtisches, wo mein Pa lag. (...)
Meine Wirtin bekam die Zeitung Mnchner Neueste Nachrichten, und am nchsten Morgen las ich darin, da Alexander Schmorell gesucht wurde und fr Hinweise 1000 Mark Belohnung ausgesetzt waren.

Aus den Erinnerungen von Nikolay Hamazaspian
Mnchen 1989, Privatbesitz


Am Abend des 24. Februar 1943 nimmt Alexander Schmorell die Isartalbahn zurck nach Mnchen. Er hofft, dort leichter durchkommen zu knnen. Mit der Straenbahn fhrt er zum Kurfrstenplatz. Am Habsburgerplatz mchte er eine Bekannte bitten, ihn in ihrer Wohnung zu verstecken. Doch von Fliegeralarm berrascht trifft er sie in einem Luftschutzkeller zusammen mit anderen Personen. Alexander Schmorell wird verraten, berwltigt und gegen 23.30 Uhr an die Polizei ausgeliefert.
Vom 25. Februar bis 18. Mrz 1943 wird Alexander Schmorell von Kriminalsekretr Ludwig Schmau verhrt, der aus dem Bereich Spionageabwehr in die eigens eingesetzte Gestapo-Sonderkommission zur Ermittlung des Widerstandskreises versetzt wurde. Am 8. Mrz verfasst Alexander Schmorell sein Politisches Bekenntnis. Darin wiederholt er seine Ablehnung der nationalsozialistischen Diktatur und bekrftigt seine Forderung nach Freiheit und Gerechtigkeit.


Am 19. April 43 findet der zweite Prozess gegen 14 Angeklagte der Widerstandsgruppe Weie Rose im Justizpalast Mnchen statt. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr unter dem Vorsitz von Roland Freisler. Gegen Mitternacht werden Alexander Schmorell, Prof. Kurt Huber und Willi Graf wegen Hochverrat zum Tode verurteilt. Die weiteren Angeklagten erhalten Freiheitsstrafen bis zu 10 Jahren.
Nikolay Hamazaspian plant mit Hilfe eines Freundes, Alexander Schmorell zur Flucht aus dem Gefngnis zu verhelfen. Als Alexander Schmorell von dem Vorhaben erfhrt, lehnt er ab, da er keine Dritten gefhrden mchte.
Im Alter von 25 Jahren wird Alexander Schmorell am 13. Juli 1943 im Gefngnis Mnchen-Stadelheim hingerichtet.

Nach der Hinrichtung von Alexander Schmorell am 13. Juli 1943 wurde ich bei der Beerdigung im Friedhof am Perlacher Forst nicht zugelassen; ich war dorthin zusammen mit einem Freund gefahren und hatte weie Blumen, Lilien, mitgebracht. Es war aber nur eine begrenzte Anzahl von Verwandten, an die 14 Leute, zugelassen worden. (...) Unterwegs zum Friedhof sah ich am Elisabethplatz eine Meldung ber die Hinrichtung der Verrter Prof. Huber und Schmorell hngen. Quer darber war fett geschrieben: Ihr Geist lebt!
Nikolay Hamazaspian: Erinnerungen an Alexander Schmorell
Mnchen 1989, Privatbesitz

Drucken
Zurück ...