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"Was sollte man da tun? Mute man nicht kmpfen, nicht protestieren? Ja es ist notwendig, soweit die Krfte es zulassen."

Nikolay Hamazaspian, 1987

Wanderausstellungen / Prof. Kurt Huber

Verteidigungsrede

Am 27. Februar 1943 wird Kurt Huber um halb sieben Uhr Morgens verhaftet. Das Reichsministerium fr Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung entlsst ihn wenige Tage spter aus dem Beamtenverhltnis.
Ab 25. Mrz befindet er sich in Untersuchungshaft im Gerichtsgefngnis am Neudeck in Mnchen. Dort wird ihm genehmigt, an seiner Volksliedforschung weiterzuarbeiten.
Am 19. April 1943 findet die Gerichtsverhandlung im kleinen Sitzungssaal Nr. 216 des Mnchner Justizpalastes statt. Die 13 Angeklagten sitzen eng zusammen gedrngt, zwischen ihnen jeweils ein Polizeibeamter.

Die Verteidigungsrede von Kurt Huber vor dem Volksgerichtshof ist ein bedeutendes Dokument des deutschen Widerstandes. Mit systemimmanent formulierter Kritik klagt Huber die nationalsozialistische Terrorherrschaft an.
Gemeinsam mit den Studenten Alexander Schmorell und Willi Graf wird er zum Tode verurteilt.

Ich habe die berwindung dieser Tyrannis durch die Macht des Geistes verlangt. Durch die Macht des Geistes, nicht durch Gewalt! Das heit: Durch die klare sittliche Einsicht, da die heutige Anwendung der bloen Macht, da die Vernichtung von Hundertausenden aus bloen Machtinteressen, da die Unterbindung jeder freien Meinungsuerung, jeglicher gesunder Kritik mit der Wrde eines Rechtsstaates wie eines Kulturvolkes unvereinbar ist. (...)
Ich fasse zusammen: Was ich bezweckte, war die Weckung der studentischen Kreise nicht durch eine Organisation, sondern durch das schlichte Wort; nicht zu irgendeinem Akt der Gewalt, sondern zur sittlichen Einsicht in bestehende schwere Schden des politischen Lebens. Rckkehr zu klaren sittlichen Grundstzen, zum Rechtsstaat, zu gegenseitigem Vertrauen von Mensch zu Mensch; das ist nicht illegal, sondern umgekehrt die Wiederherstellung der Legalitt. Ich habe mich im Sinne von Kants kategorischem Imperativ gefragt, was geschhe, wenn diese subjektive Maxime meines Handelns ein allgemeines Gesetz wrde. Darauf kann es nur eine Antwort geben! Dann wrde Ordnung, Sicherheit, Vertrauen in unser Staatswesen, in unser politisches Leben zurckkehren. (...)
Ich bitte und beschwre Sie in dieser Stunde, diesen jungen Angeklagten gegenber in wahrem Wortsinne schpferisch Recht zu sprechen, nicht ein Diktat der Macht, sondern die klare Stimme des Gewissens sprechen zu lassen, die auf die Gesinnung schaut, aus der die Tat hervorging. Und diese Gesinnung war wohl die uneigenntzigste, die idealste, die man sich denken kann!

Auszge aus der Verteidigungsrede von Kurt Huber vor dem Volksgerichtshof

In diese Verhandlung vor dem Volksgerichtshof am 19. April versuchte ich zu kommen, um die Freunde vielleicht doch noch ein letztes Mal zu sehen. Aus dem Gerichtssaal wurde ich zwar sofort wieder hinausgesetzt. Hier war nur Platz fr die Parteiprominenz. Aber horchend vor einer der Tren habe ich gemeinsam mit Verwandten Willi Grafs wenigstens Fragmente der Verteidigungsrede gehrt, immer wieder unterbrochen durch das Gebrll des Prsidenten des Volksgerichtshofes.
Aus den Erinnerungen von Wolfgang Jaeger, ehemaliger Student von Prof. Huber

Am 13. Juli 1943 werden Kurt Huber und Alexander Schmorell im Gefngnis Mnchen-Stadelheim hingerichtet. Clara Huber bleibt mit ihren beiden Kindern mittellos zurck.
Das sechste Flugblatt wird im Juli 1943 vier Wochen lang millionenfach von der Britischen Luftwaffe ber Norddeutschland abgeworfen.

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