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"So ein herrlicher sonniger Tag, und ich soll gehen. Aber wieviele mssen heutzutage auf den Schlachtfeldern sterben, wieviel junges, hoffnungsvolles Leben...
Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln Tausende von Menschen aufgerttelt und geweckt werden."

Sophie Scholl, 22. Februar 1943

Wanderausstellungen / Onkel Emil

Die Weie Rose

Flugbltter der Weien Rose nennen die beiden Studenten Hans Scholl und Alexander Schmorell ihre ersten vier Flugbltter, die im Sommer 1942 zum Widerstand gegen die NS-Diktatur aufrufen.
Ende Januar 1943 erscheint das fnfte Flugblatt Aufruf an alle Deutsche!, in dem die Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses und der Schutz des einzelnen Brgers vor der Willkr verbrecherischer Gewaltstaaten gefordert werden.

Am 18. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl beim Auslegen des sechsten Flugblattes in der Mnchner Universitt verhaftet und vier Tage spter mit Christoph Probst ermordet. Weitere vier Personen werden enthauptet, ber 20 Mitstreiter erhalten langjhrige Haftstrafen.
Am 10. Mrz 1943 notiert Ruth Andreas-Friedrich in ihrem Tagebuch: Was geht in Mnchen vor? Die Studenten htten sich erhoben, erzhlt man. Viele tausend Flugbltter seien verteilt worden. Anschriften stnden an den Mauern: Nieder mit Hitler! Es lebe die Freiheit!
Noch sind es Gerchte, bis Tage spter Hans Peters, Verbindungsmann der Gruppe M Lagebericht und zwei Flugbltter bringt. Ruth Andreas-Friedrich schreibt es mit Walter Seitz und ihrer Tochter Karin vielfach ab. Etwa 250 Flugbltter verteilen sie nachts in Berliner Stadtteilen.

Frank (Walter Seitz) springt auf. Wo ist die Schreibmaschine? Wer tippt? Wer diktiert? Wenn wir dieses Flugblatt nicht verbreiten, sind wir nicht wert, es gelesen zu haben. Heike (Karin Friedrich) setzt sich an die Maschine. Kommilitoninnen! Kommilitonen! diktiert ihr Frank. Bis wir uns trennen, liegen fnfzig Exemplare fertig zur Verteilung bereit. Morgen wird weitergeschrieben.
Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann, Tagebucheintrag, Berlin, 23. Mrz 1943

Wir haben einen Weg gefunden, Flugblatt und Lagebericht in die Schweiz zu schmuggeln. Und einen zweiten ber Schweden nach England. Den Geschwistern Scholl und Christoph Probst kann es nicht mehr schaden, wenn man ihre illegalen Taten in der Welt verbreitet. Uns aber ist es wichtig, dass man drauen erfhrt, dass auch in Deutschland Menschen leben. Nicht nur Judenfresser, Hitlerjnger und Gestaposchergen. Viel zu wenig wei die Welt bisher davon. Wir haben seit Kriegsbeginn kaum Verbindung zum Ausland.
Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann, Tagebucheintrag, Berlin, 27. Mrz 1943

Wahrscheinlich ist es Hans Peters, der das sechste Flugblatt an Helmut James Graf von Moltke weitergibt. Mit einem vierseitigen Bericht ber die Flugblattaktionen der Weien Rose und ihrer Verfolgung dient das Dokument Moltke als wichtiges Beweismittel, um die englische Regierung von der Existenz eines innerdeutschen Widerstands zu berzeugen und fr eine gemeinsame Politik zu gewinnen.
Ausfhrliche Gesprche fhrt Moltke auf seiner Reise nach Skandinavien im Mrz 1943 mit dem Bischof von Oslo, der das Flugblatt nach London bringt. Auch in Norwegen wird das sechste Flugblatt verffentlicht. In Schweden trifft Moltke Ivar Anderson vom Svenska Dagbladet mit der Bitte, die Widerstandsgruppe Weie Rose in der Welt bekannt zu machen.

Es ist ein klarer Fall von inlndischem Aufstand, basierend auf moralischen Prinzipien hchster Ordnung, Prinzipien, welche eines Tages intereuropische Beziehungen regieren mssen. Es wre eine riesige Hilfe, wenn diese Tatsache irgendeine Art von Widerhall seitens der Auenwelt finden knnte, wenn nur ein Wink gegeben werden knnte, dass dies Krfte innerhalb Deutschlands sind, mit denen es mglich, nein, notwendig sein wird zusammenzuarbeiten, sobald der Krieg vorber ist.
Auszug aus dem Bericht von Helmuth James Graf von Moltke: The case of Hans Scholl, Maria Scholl, Adrian Probst, Professor Kurt Huber, Mrz 1943

ber die Verbindungen der Gruppe Onkel Emil verbreitet sich die Nachricht ber den Aufruf der Widerstandsgruppe Weie Rose rasch im Ausland: Der im kalifornischen Exil lebende Schriftsteller Thomas Mann berichtet am 27. Juni 1943 in seiner monatlichen BBC Sendung Deutsche Hrer! ber die Mnchner Ereignisse.
Im Juli 1944 wirft die britische Luftwaffe ber 5 Millionen Kopien des sechsten Flugblatts mit dem Titel Ein deutsches Flugblatt. Manifest der Mnchner Studenten ber norddeutschen Stdten ab.

Jetzt ist die Welt aufs tiefste bewegt von den Vorgngen an der Mnchner Universitt, wovon die Nachricht durch Schweizer und schwedische Bltter, erst ungenau, dann mit immer ergreifenderen Einzelheiten, zu uns gedrungen ist. Wir wissen nun von Hans Scholl, dem berlebenden von Stalingrad, und seiner Schwester, von Adrian Probst, dem Prof. Huber und all den anderen... brave, herrliche junge Leute! Ihr sollt nicht umsonst gestorben, sollt nicht vergessen sein. Die Nazis haben schmutzigen Rowdies, gemeinen Killern in Deutschland Denkmler gesetzt die deutsche Revolution, die wirkliche, wird sie niederreien und an ihrer Stelle Eure Namen verewigen.
Ausschnitt aus der Rundfunkrede von Thomas Mann in der Sendung Deutsche Hrer! im Deutschlanddienst der BBC am 27. Juni 1943

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