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"Niemand kann sagen, wo die Lsung durchlitten worden ist, die sein Leben ins Freie fhrt. Und keine Wissenschaft vermag festzustellen, auf welche Shnungen hin einer Zeit die Gnade des neuen Beginns gewhrt wird, die sie dann so selbstverstndlich in Anspruch nimmt.

Romano Guardini, Rede zum Gedchtnis 4.11.1945

Wanderausstellungen / Onkel Emil

Nach dem Krieg

Wenige Tage bevor die ersten sowjetischen Einheiten die Stadtgrenze Berlins berschreiten, ruft die kommunistische Widerstandsgruppe Ernst in Berlin zur gewaltfreien bergabe der Stadt auf. Der Gruppe Onkel Emil schliet sich an: In smtlichen Stadtteilen streichen sie mit weier Farbe das Wort Nein an Fassaden, ein Protest gegen die nationalsozialistischen Durchhalteparolen. In der Nacht zu Hitlers Geburtstag am 20. April verteilen sie Flugbltter, die Berlin zur friedlichen bergabe an die Alliierten auffordern. Nur knapp entkommen Ruth Andreas-Friedrich und Walter Seitz einer Verhaftung.

Am 30. April 1945 weht die sowjetische Flagge auf der Kuppel des deutschen Reichstags. Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen. Am 8. Mai 1945 ist der Zweite Weltkrieg in Europa nach fast sechs Jahren beendet.

Am Rathausplatz steht auf hohem Podest die groe Anschlagtafel der Partei. Schreit mit Riesenlettern in die Welt, dass die Juden unser Unglck seien. Vier Stufen fhren zu ihr empor. Vorsichtig blicken wir uns um. Ob es nicht schon zu hell ist? Ganz egal, ich wags! sagt Frank (Walter Seitz). Er springt die Stufen hinauf. Wie ein Wachhund liege ich auf der Lauer. Fnf Straen mnden auf den Platz. Fnf Quellen der Gefahr. Aus der Ferne rollt der erste Stadtbahnzug heran. Wenn nur keiner kommt. Vor bermiger Anspannung steht mir der Schwei auf der Stirn. Die Juden sind unser Unglck! N=E=I=N! In handbreiten Balken leuchtet Franks Protest von der hlzernen Anschlagtafel.
Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann, Tagebucheintrag, Berlin, 18. April 1943

Am 26. Mai 1945 dirigiert Leo Borchard die vierte Sinfonie von Tschaikowsky im Berliner Titania Palast. Es ist das erste Konzert der Berliner Philharmoniker nach dem Krieg. Anschlieend bernimmt er die Orchesterleitung.
Drei Wochen spter kommt Leo Borchard ums Leben. Er wird am 23. August 1945 bei der Einfahrt in den amerikanischen Sektor Berlins nachts von einer amerikanischen Militrkontrolle versehentlich erschossen.
Sergiu Celibidache wird sein Nachfolger.

Im Saal wird es dunkel. Fast tausend Menschen sitzen in schweigender Erwartung. Sie kamen zu Fu und zu Rad. Aus ihren Trmmerwohnungen, aus den Sorgen ihrer Tage, der Angst ihrer Nchte. (...) Dann ist Andrik (Leo Borchard) da. Er hebt den Taktstock. Mendelsohn, Mozart und die vierte Symphonie von Tschaikowsky. Dass so was noch mglich ist, stammelt neben mir ein Mann. Wir haben vergessen, dass es Nazis gibt, einen verlorenen Krieg und Besatzungstruppen. Pltzlich ist alles unwichtig geworden. Unwichtig vor Mendelssohn, Mozart, Tschaikowsky. Spt abends stehe ich mit Andrik auf dem Balkon. ... dass wir leben drfen, sagt er leise. ... dass wir briggeblieben.
Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann, Tagebucheintrag, Berlin, 26. Mai 1945

In den ersten Jahren nach dem Krieg arbeitet Ruth Andreas-Friedrich wieder als Journalistin. In der Frauenzeitschrift Sie verffentlicht sie einen Vorabdruck einzelner Kapitel ihres Tagebuchs. In der Frauenzeitschrift Lilith, die sie selbst herausgibt, erscheint ihr Bericht ber die Widerstandsgruppen Weie Rose und Rote Kapelle. Karin Friedrich ist Schauspielerin am Hebbeltheater.
Ruth Andreas-Friedrich zieht 1948 nach Mnchen. Sie heiratet Walter Seitz, Direktor an der Universittspoliklinik. Ab 1953 arbeitet Karin Friedrich als Journalistin bei der Sddeutschen Zeitung Mnchen.
1977 nimmt sich Ruth Andreas-Friedrich das Leben. In ihrem Abschiedsbrief schreibt sie: Viele sterben zu spt manche sterben zu frh (). Mir scheint fr mich jetzt eine gute Zeit gekommen, um zu sterben.
Die israelische Gedenksttte Yad Vashem ehrt Ruth Andreas-Friedrich 2002 posthum als Gerechte unter den Vlkern. Der israelische Gesandte berreicht Karin Friedrich Medaille und Urkunde in Berlin. 2004 erhlt auch sie diese Auszeichnung.

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