Vor dem Hintergrund des Vermächtnisses der Widerstandsgruppe Weiße Rose hat die Stiftung das Netzwerk Weiße Rose für junge Menschen ins Leben gerufen. Haltung und Hingabe, Fassung und Lebensform, das waren für die Studenten der Weißen Rose lebensnotwendige Elemente. Elemente, die ihnen das Leben unter der Herrschaft des Nationalsozialismus erst ermöglichten und die sie zum Widerstand befähigten. Dies war der Kern der Weißen Rose in ihrem Widerstand, dies ist der Kern der Stiftung in ihrer Erinnerung an Geschichte, die nicht Vergangenheit ist. Und: Dies ist der Kern des Netzwerks Weiße Rose für gegenwärtiges Handeln. Jugendliche, in der Regel Schüler, die sich zu zivilem Engagement entschieden haben und dieses auch verfolgen, sollen in Kontakt mit anderen kommen, die sich an anderen Orten mit anderen Inhalten, aber mit ähnlicher Intention engagieren. Darüber hinaus soll ihnen ein Netzwerk prominenter und etablierter Persönlichkeiten zur Verfügung stehen, die ihnen publizistisch, juristisch oder auch materiell helfen. Kurz: Das Netzwerk soll nicht nur Jugendliche zusammenbringen, sondern ihnen auch weiterhelfen, wenn sie Hilfe brauchen und wollen.
Unser aller Wunsch ist es, dass das Netzwerk wächst. Wer immer Schul-Projekte vorstellen will, die zum Netzwerk passen, ist hierzu herzlich eingeladen. Bitte schreiben sie an netzwerk 'at' weisse-rose-stiftung.de. ('at' durch @ ersetzen)
Das Netzwerk entsteht in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
Am 12. Juni 2009 hätte Anne Frank ihren 80. Geburtstag gefeiert. Für das Anne-Frank-Gymnasium in Erding war das Grund genug, diesen Geburtstag am Freitag, den 19. Juni 2009, zu feiern und der Namensgeberin zu gedenken.
Wie aber soll so eine Feier gestaltet werden? Keine leichte Aufgabe.
Schulleiterin, Lehrerinnen und Lehrer begannen bereits ein Jahr vorher mit ihren Vorbereitungen. Sie wollten zusammen mit den Schülern einen Tag gestalten, der mit Theaterstücken, Film-Vorführungen, Vorträgen und Zeitzeugengesprächen an das NS-Regime und die Judenverfolgung erinnert – aber es sollte auch eine fröhliche Geburtstagsfeier werden mit Musik, Essen, Trinken und vielen Gästen.
Wichtig war der Schulleitung, dass die Aktivitäten von den Schülern selbst gestaltet werden – immer mit der Frage im Hinterkopf, wie Anne Frank sich verhalten würde, wäre sie selbst Schülerin der Schule.
Die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Jahrgangsstufen näherten sich der Namensgeberin ihrer Schule dann auch ganz unterschiedlich – und am Ende standen nicht nur der Geburtstag mit vielen Aktivitäten, sondern auch Ergebnisse aus verschiedenen Arbeitsgruppen, die bestehen bleiben und der Schule für die Zukunft ein ganz eigenes Gesicht geben.
Am 13.11.09 diskutierten die Schüler mehrerer Schulen, ob und wie weit sie das Modell der Schülerstiftung aus Münster an ihren Schulen umsetzen können – und kamen zu interessanten Ergebnissen.
Schon im Juni 2009 hatten sich die Lehrer der beteiligten Schulen getroffen, um über das Projekt einer Schülerstiftung mehr zu erfahren und zu überlegen, wie sie es auf ihre Schulen anwenden können. Die Chance für eine Adaption des Modells sahen die Lehrer damals jedoch nur über den unmittelbaren Kontakt zu den Schülervertretern ihrer Schulen. Und so war es nur konsequent, dass sich Lehrer und Schüler trafen, um gemeinsam weitere Schritte zu überlegen.
Die Klasse 8a der Bischof-Riccabona-Volksschule in Wallersdorf beteiligte sich am Geschichtswettbewerb 2009 des Bundespräsidenten, der unter dem Motto stand: „Helden verehrt – verkannt – vergessen“.
Die Schülerinnen und Schüler machten sich auf die Suche nach Helden in ihrer Umgebung ... und wurden fündig!
Am Anfang stand die Frage: „Wer sind eigentlich unsere Helden?“ Die SchülerInnen sammelten Vorschläge – Harry Potter, Piloten, Sportler. Aber, sind das wirklich Helden? Zweifel kamen auf.
Eine der ältesten Namensträger-Schulen feierte Jubiläum. Seit September 1949 erinnert das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg mit seinem Namen an die Weiße Rose und den Widerstand gegen Hitler.
Eine großartige Tatsache, wenn man bedenkt, dass dies bereits gut 4 Jahre nach Kriegsende und in der damals neu gegründeten DDR stattgefunden hat.
Mit einem aufwändigen Programm für alle Schüler und interessierte Freiberger Bürger – u.a. wurde die Wanderausstellung der Weißen Rose Stiftung e.V. gezeigt – erinnerte die Schule nun an die Namensgebung vor 60 Jahren.
Eine Initiative des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und des Wirtschaftsgremiums Pulheim
Mit dem Preis „von hier aus“ möchten das Geschwister-Scholl-Gymnasium und das Wirtschaftsgremium Pulheim Schülerinnen und Schüler fördern, die – innerhalb und außerhalb von Schule – zivilcouragiert handeln oder zu einer konstruktiven Konfliktkultur beitragen. Die überparteiliche Initiative wird getragen vom Geschwister-Scholl-Gymnasium und vom Wirtschaftsgremium Pulheim.
Bei einer Festveranstaltung am 11. September 2009 hat Bildungsminister Holger Rupprecht dem Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum den Titel Programmschule im Rahmen des Programms Hands across the campus verliehen.
Damit würdigt der Minister das Engagement unserer Schule, sich für pluralistisches Denken und demokratisches Handeln einzusetzen und dies in das Schulprogramm zu integrieren. Dazu gehört neben einer stärkeren Demokratisierung des Unterrichts auch die bessere Integration der Schule in die außerschulische Umgebung. Stellvertretend für die vielen Projekte, die das Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in diesem Zusammenhang durchführt, wurde im Rahmen der Titelverleihung ein Film über jüdisches Leben in Oberhavel präsentiert.
Das so genannte Hands across the campus-Programm wurde in den USA entwickelt und wird in Deutschland vom American Jewish Committee unterstützt. Es verfolgt das Ziel, eine schulübergreifende Atmosphäre des gegenseitigen Respekts und der Anerkennung von Vielfalt zu fördern. Die Hands-Schulen sind Bestandteil des Brandenburger Netzwerks Demokratie leben und lernen", in dem sich Schulen zusammengeschlossen haben, um sich mit Themen wie Demokratiepädagogik, Rechtsextremismus und Antisemitismus auseinanderzusetzen.
Seit dem 11. September 2009 erinnert ein weiterer Stolperstein an eine Oranienburgerin, die ein Opfer der Naziherrschaft wurde. Im Beisein von Ministerpräsident Matthias Platzeck und Landrat Karl-Heinz Schröter wurde der Stein in Erinnerung an Gerda Bukofzer, geborene Mannheim, vor dem ehemaligen Haus Nr. 6 in der Havelstraße verlegt. Die Ärztin war im Jahr 1941 von hier aus vor dem Naziterror nach Argentinien geflohen, wo sie 1987 starb.
Unter den Anwesenden war auch ihr Sohn Victor Bukofzer aus Buenos Aires. Zwei Tage zuvor war er bereits Gast des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums, um über seine Familie und sein Leben zu sprechen und mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.
Musikalisch umrahmt wurde die Steinverlegung vom Chor des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums. Schülerinnen und Schüler der Stolperstein-AG der Schule trugen einen Text zur Biographie der Familie Mannheim vor, die sie im Rahmen ihrer Arbeit recherchiert hatten. Außerdem hatten sie sich erfolgreich um Patenschaften für die Gedenksteine bemüht.
Der Ministerpräsident dankte den Jugendlichen und sagte: "Junge Menschen setzen sich damit auf direkte und eindringliche Weise mit der Vergangenheit auseinander."
Bereits 2008 waren unter Mitwirkung der Stolperstein-AG, die vom Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt in Oranienburg unterstützt wird, zwei Steine für Therese Mannheim, der Mutter von Gerda Bukofzer, und ihren Bruder Günther verlegt worden. Therese Mannheim wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, Günther Mannheim konnte 1939 über Shanghai nach Amerika flüchten.
Unter dieser Frage stand ein Lehrertreffen, zu dem die Weiße Rose Stiftung e.V. am 22./23.6.09 im Rahmen des Netzwerks Weiße Rose eingeladen hatte. Die Begegnung fand unter dem Vorsitz von Dr. Hildegard Kronawitter in der Moderation durch ihren Vorgänge Dr. Christof Schmid statt. Beteiligt waren neben dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (Claudia Reimann) das Hans-Carossa-Gymnasium Landshut (Franz Gervasoni), das Willi-Graf-Gymnasium München (Wolfgang Püschel), das Kurt-Huber-Gymnasium Gräfelfing (Dr. Toni Liebl), das Katharinen-Gymnasium Ingolstadt (Michael Erber), das Gymnasium Kirchheim (Rosa Pauels), das Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben (Heinz Mayer) sowie das Christoph-Probst-Gymnasium Gilching (Peter Schubert).
Vorgestellt und diskutiert wurde ein Projekt, das, angestoßen und realisiert von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Münster, nun schon in vierten Jahr existiert und lebendig ist: Courage Schülerstiftung - Schüler setzen Zeichen.
Liebe Netzwerkschulen,
lieber Herr Dr. Schmid, liebe Frau Drolshagen,
liebe Frau Dr. von Weizsäcker,
als wir in München als Gründungsschule des Netzwerkes die irritierend einfache "Serviette" von Cary S. Leibowitz vorstellten, war lang noch nicht absehbar, dass diese Arbeit dann tatsächlich ein Buch initiieren könnte, das ganz der Perspektive heutiger Schülerinnen und Schüler galt und gilt.
Mittlerweile gibt es dieses Buch "Gewichtsprobleme?" und es gab Folgeveranstaltungen wie die Lesung anlässlich des Gedenkens an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, zu der wir Lesepaten einluden und zu der dann zu unser aller Freude auch Frau von Weizsäcker erschien.
Als erste Ankündigung darf ich im Namen der Schülerinnen und Schüler dem Netzwerk nicht nur eine interessante Bildungsinitiative vorstellen, sondern auch deren Preisverleihung.
Kinder zum Olymp! (www.kinderzumolymp.de) - so der Name einer Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länger in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bank Stiftung - hat einen weiteren Wettbewerb ausgeschrieben. Ziel ist es, in Form verschiedener Sparten, so etwa Musik, Theater und auch Literatur, Jugendliche und Kinder anzuregen, sich enger und inovativer in Kultur einzubringen.
Zu unserer großen Freude ist das Buch "GEWICHTSPROBLEME? SELBSTaussagen zum RASSISMUS" diesjähriger Preisträger der Klassen 10 bis 13 und das in der Sparte Literatur.
Alsbald folgen weitere Informationen - für uns folgt dann eine Einladung nach Berlin und dem Netzwerk eröffnet diese interessante Initiative vielleicht weitere Wege, da zwischen den Schulen und Institutionen noch mehr Vernetzung zu schaffen.