Ein Netzwerk entsteht

Montag, 24. September 2007, 14:35 Uhr

Projektwoche der Weiße Rose Stiftung e.V. in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit vom 17. bis 21.9.2007 in München.

„Ich bin total begeistert von den jungen Leuten, die sich hier engagieren. Was sie an ihren Schulen tun, ist wirklich mutig. Sie haben vielen Erwachsenen viel voraus.“
(Nadja Benaissa, Sängerin der Gruppe „No Angels“, am 18. September 2007 zum Netzwerk Weiße Rose)



Dr. Christof Schmid, 1. Vorsitzender der Weiße Rose Stiftung e.V.
Ruth Drolshagen, Referentin des Vorstands der Weiße Rose Stiftung e.V.
Annette Scholz, freie Mitarbeiterin der Weiße Rose Stiftung e.V.



Dr. Beatrice von Weizsäcker, Juristin und freie Journalistin, Moderatorin der Projektwoche als freie Mitarbeiterin der Weiße Rose Stiftung e.V.
„Es gibt viel mehr ziviles Engagement junger Leute, als wir alle wissen. Das wollen wir zur Spache bringen.“



Nadja Benaissa, 25, Mitglied der Popgruppe „No Angels“, engagierte sich mit der Gruppe für Straßenkinder.
Persönliches Engagement von Nadja Benaissa im Deutsch-afrikanischen Jugendwerk e.V.
Nadja Benaissa war als special guest am 18.9.07 in München.



Teilnehmer



Sara Seyrek, 14
Kai Richter und
Bledar Balaj, 15
Rütli-Schule Berlin



Marie Obermann, 17
Saskia Triebel, 18 und
Torsten Herold
Gutenberg-Gymnasium Erfurt



Laura Klatt, 15
Peter Gutsche und
Karim Gharbi, 20
Erich Kästner Gesamtschule Essen



Anna Kröger, 16
Dörte Schnell und
Samir Roisch, 16
Gesamtschule Fischbek Hamburg



Giulia Montenesi, 14
Alfred Bergmiller und
Jelena Zivkovic, 14
Hauptschule Cincinnatistraße München



Themenfelder

1. Neue Schule

Aleksander Dzembritzki, Leiter der Rütli-Schule Berlin-Neukölln, berichtet von den Problemen und den Perspektiven seiner Schule in einem sozialen Brennpunktbereich von Berlin. Er spricht über das Prinzip „Kein Kind, kein Jugendlicher darf verloren gehen“ und wie es umgesetzt wird, über die Notwendigkeit, Diskriminierung und Stigmatisierung umzuwandeln in Anerkennung und Selbstbewusstsein, über die Notwendigkeit und die Möglichkeit, Schule zu einem gemeinsamen Lebensort von Schülern, Lehrern, Eltern und dem sozialen Umfeld zu machen, über die Unterstüztung von außen durch öffentliche Einrichtungen und potentielle Partner in Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft und wie man sie gewinnt und schließlich über die ungewollte und über die notwendige Publizität.

Aleksander Dzembritzkis Erfahrungen und Einschätzungen werden lebhaft erörtert, erweitert und konkretisiert. Themen wie Sprachprobleme, die traditionelle Rolle von Lehrern als „Einzelkämpfer“ und Mobbing an der Schule kommen ebenso hinzu wie die integrierende Kraft von Jugend-Musik, Tanz, Sport, künstlerischem Gestalten, aber auch die Bedeutung von Schülerfirmen und Schülerprojekten.


2. Projekte

Vor diesem Hintergrund präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Hamburg-Fischbek, der Rütli-Schule Berlin, des Gutenberg-Gymnasiums Erfurt, der Hauptschule an der Cincinnatistraße München und der Erich Kästner Gesamtschule Essen ihre Projekte. Sie reichen thematisch von der Konfliktvorbeugung und Beratung von Schülern durch Schüler (Erfurt) über verschiedene Formen von Streitschlichtung (Berlin, Hamburg, München) bis zu den „Mitmischern“ (Hamburg), Schülerfirmen und internationalen Schüler-Hilfsprojekten (Berlin) und einem engagierten Kunst-Projekt gegen Rassismus (Erich Kästner-Gesamtschule Essen, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“).
Gemeinsam ist diesen Projekten die Initiative und das Engagement der Schüler und ihr Wille, sich positiv in ihrer Schule und in ihrer Umgebung einzumischen.


3. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Als Profi auf diesem Gebiet steht Dr. Georg Wedemeyer, Bayern-Korrespondent des Stern, zur Verfügung. Sein Selbstverständnis lautet. Ein Journalist muss neugierig sein, muss einer Sache auf den Grund gehen und muss ihr gerecht werden wollen. Den Beruf des Journalisten beschreibt Georg Wedemeyer im Umbruch: die Konkurrenz auf dem Medienmarkt und die wachsende Bedeutung des Internets schaffen immer neue Formen von Öffentlichkeit und neue Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit. Dr. Wedemeyer berichtet von der Schwierigkeit, in der Zeitung Schul-Themen darzustellen (Persönlichkeitsschutz von Minderjährigen), von der Notwendigkeit, interessante, lesernahe „Anknüpfungspunkte“ zu finden und vom Zwang zur „guten Story“.
Wer sich von diesen Zwängen frei machen will, sollte, so Wedemeyer, die Chance zur attraktiven Selbstdarstellung vor allem im Internet nutzen. Hierfür erarbeitet Dr. Wedemeyer zusammen mit Schülern und Lehrern am Beispiele „Streitschlichter“ eine Palette von Themen und gibt Tipps für die wirkungsvolle Umsetzung. Sie reichen von der Suche nach attraktiven Überschriften und prägnanten inhaltlichen Angaben über die Anordnung in wiederkehrenden Rubriken bis zum Erscheinungsbild. Die Wirksamkeit dieser Tipps zeigt sich im weiteren Verlauf bei ihrer spontanen Anwendung durch die Schüler bei der Aufbereitung ihrer Projekte für das Internet.


4. Das Netzwerk im Internet

Annette Scholz, Redakteurin für technische Dokumentation, Werbetexterin und freie Mitarbeiterin der Weiße Rose Stiftung e.V., führt in das von ihr und Gerhard Grabsdorf entwickelte Internetkonzept des Netzwerks Weiße Rose ein. Auf dieser Plattform sollen sich die am Netzwerk in der Startphase und in der Zukunft beteiligten Schulen „helfen“. Hier können sie ihre Projekte vorstellen, Schwierigkeiten beschreiben, Fragen stellen, Anregungen geben und untereinander in Kontakt treten.
Das erste Ergebnis der Umsetzung ihrer Projekte durch die in München anwesenden Schüler ist nachzulesen unter der Kategorie „Projekte“.


5. Geld und Kontakte – Sponsoring und Förderung

In diesem für schulische Projektarbeit wichtigen Thema steht als Experte Jörg Busenbender, Unternehmensberater aus Berlin, zur Verfügung. Sein überaus klar strukturiertes und im Gespräch mit Schülern und Lehrern entwickeltes Statement, stellt er als Datei dem Netzwerk zur Verfügung und bietet damit allen an dieser Thematik Interessierten eine höchst nützliche Orientierung (siehe Kategorie „Informationen & Arbeitshilfen“). Verständlich sind darin die wichtigsten Begriffe vorgestellt, übersichtlich die verschiedenen Arten von Sponsoring an konkreten Beispielen aufbereitet und die verschiedenen Wege zu möglichen Sponsoren und Förderern aufgezeigt. Was Jörg Busenbender zusammen mit den Schülern am konkreten Beispiel des Projekts eines Internetcafes für die Gesamtschule Hamburg-Fischbek entwickelt hat, kann anhand seines Leitfadens jeder Interessierte für sich und sein Projekt selbst tun.


6. Rahmenprogramm

In der Mitte der Arbeit der Weiße Rose Stiftung e.V. steht naturgemäß das geistige und moralische Vermächtnis der Mitglieder der Weißen Rose. Entsprechend bilden ein Besuch der DenkStätte Weiße Rose in der Ludwig-Maximilians-Universität, eine Führung durch die Universität als historischem Ort des Widerstands, die Vorführung des Films von Michael Verhoeven „Die Weiße Rose“ sowie ein Zeitzeugengespräch mit Franz J. Müller, einem im zweiten Prozess gegen die Weiße Rose Verurteilten und Mitbegründer der Weiße Rose Stiftung e.V. den wesentlichen Rahmen der Veranstaltung.
Im gleichen Zusammenhang steht die Einladung der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit an alle Teilnehmer zum Besuch des Films „Am Ende kommen Touristen“ – Ein deutscher Zivildienstleistender in Auschwitz.


7. Und so geht es weiter

Unser aller Wunsch ist es, dass das Netzwerk wächst. Wer immer Schul-Projekte vorstellen will, die zum Netzwerk passen, ist hierzu herzlich eingeladen. Bitte schreiben sie an netzwerk AT weisse-rose-stiftung.de.



http://www.weisse-rose-stiftung.de/netzwerk/public_html/article.php?story=20070924143507222