Netzwerk Weiße Rose   Zitat Dr. Richard Wizsäcker

Faszination Streitschlichtung

  

Streitschlichter an der Hauptschule an der Cincinnatistraße München

156 Schülerinnen und Schüler können sich nicht irren. Das ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die sich für die Ausbildung als Streitschlichter an unserer Schule beworben haben.
Seit 7 Jahren haben wir die Streitschlichtung an unsere Schule und sie läuft und läuft.

Ende Oktober geht die 5. Streitschlichtergeneration ins „Trainingslager“ (siehe Punkt 1). Es stimmt, es hat einige Hänger in den 7 Jahren gegeben (Streitschlichtung war nicht „cool“ bei den Schülern, die Lehrer hatten mit uns Streitschlichtern Probleme, die Streitschlichtergruppe war zerstritten und damit mehr mit sich selbst beschäftigt), aber das Streitschlichterzimmer war immer besetzt, wenn was los war.

  1. Die ersten Schritte nach 3 Tagen
  2. Streitschlichtung, was sonst
  3. So und nicht anders
  4. Der Schlichter ist hungrig
  5. Was bringt es eigentlich?


1. Die ersten Schritte nach 3 Tagen:

Wer glaubt nach 3 Tagen Ausbildung ist er schon Streitschlichter, liegt schwer daneben. Bis man gut Streit schlichten kann, braucht man ziemlich lange. Deshalb werden bei uns die Neuen nie allein auf die Schüler losgelassen. Am Anfang ist immer ein erfahrener Schlichter mit im Team. Wir werden auch häufig von Heinz und Julia (unsere beiden Schulsozialpädagogen aus dem Ausbildungsteam) gecoacht.

Zurück zur Ausbildung: Die Grundbegriffe der Streitschlichtung erlernen wir in 3 Tagen. Die Ausbildung für die neuen Streitschlichter an unserer Schule findet jetzt vom 17.10.-19.10.07 statt. Dazu fahren wir in ein Seminarhaus am Starnberger See. 11 Neue aus den 7. und 8. Klassen sind dabei. Das Ausbildungsteam besteht aus den 3 anerkannten Streitschlichtertrainern: Julia Frank, Heinz Hoffmann und Alfred Bergmiller. Mit zum, Team gehören als „Hilfstrainer“ 4 erfahrene Streitschlichter, also auch wir (Giulia und Jelena).

Wir sind vor allem für das Training in Kleingruppen (Rollenspiele und so) und für das Vorspielen von realen Schlichtungssituationen zuständig. Manchmal müssen wir die Jungen auch bemuttern. Die weitere Ausbildung findet bei unseren wöchentlichen 2stündigen Treffen statt. Hier üben wir vor allem das Abtauchen (Was sind die Hindergründe des Streits?), besprechen schwierige Fälle, überlegen uns wie wir die Atmosphäre an unserer Schule verbessern können usw.


2. Streitschlichtung, was sonst!

Denken sich viele Schüler. Warum? Die Schüler haben mehr Vertrauen zu den Streitschlichtern als zu den Lehrern, denn sie wissen, dass sie keine Strafen bekommen werden. Für viele Schüler sind die Streitsschlichter ein Vorbild und werden, glauben wir, manchmal für ihren Mut bewundert.


3. So und nicht anders

Wir haben ein eigenes Streitschlichterzimmer, das muss sein. Im Zimmer gelten folgende Regeln:

  • Ausreden lassen
  • Keine Beleidigungen
  • Wir Streitschlichter sind allparteiisch
  • Wir haben Schweigepflicht
  • Mehr als 5 Personen dürfen nicht ins Zimmer bei einer Schlichtung (2 Streitschlichter, 2 Streitende, 1 Coach).

3 Formulare liegen immer bereit: Vertrag, Verhandlungshilfe (Forderungen, Angebote), Bestätigung an den Lehrer
Bei uns wird immer in den beiden Pausen 9:25 – 9:45 und 11:15 –11:11:30 geschlichtet. Schwierige Schlichtungen dürfen in den Unterricht hineinreichen. Klappt eine Schlichtung nicht, wird ein neuer Termin angesetzt.
Die Lehrer erfahren nur, ob eine Schlichtung erfolgreich oder nicht erfolgreich war.


4. Der Schlichter ist hungrig

Er/sie ist nicht nur hungrig nach neuen Fällen. Unser Hunger zeigt sich immer am Freitag beim Streitschlichterfrühstück. Die vielen Butterbrezen sind immer ganz schnell weg.
Beim Streitschlichterfrühstück machen wir vor allem den Arbeitsplan für die kommende Woche, also wer mit wem.


5. Was bringt es uns eigentlich?

  • Vorteile bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz
  • Guter Eindruck bei Schülern und Lehrern
  • Wir können besser mit Konflikten in der Schule, Zuhause und an unseren Treffs umgehen.
  • Man lernt sich einzumischen, wenn Konflikte bedrohlich werden.
 

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