Netzwerk Weiße Rose   Zitat Dr. Richard Wizsäcker

Duschen, essen, reden

  

Wohlfühlmorgen am St. Ursula-Gymnasium Düsseldorf: Mit Malteser-Freiwilligen helfen Schülerinnen und Schüler Bedürftigen in ihrer Turnhalle

Sich für Menschen einsetzen, sie in Ihrer Not sehen und nicht wegsehen – ein Wunsch, der viele, vor allem junge Menschen immer wieder bewegt.

Aber wie soll man sich engagieren, woher nehmen wir Ideen, wer kann uns unterstützen?

Soziale Projekte haben an unserer Schule Tradition und sind auch Teil des Selbstverständnisses katholischer Schulen im Erzbistum Köln. Schülerinnen und Schüler unserer Schulen sollen Impulse erhalten, „im Vertrauen auf Gott ein Leben aus dem Glauben zu führen und sich in einer pluralen Gesellschaft und Welt als Christ zu verhalten.“ Ein wichtiges Ziel ist es, „die Würde und die Überzeugung anderer zu achten und die Bereitschaft zu entwickeln, sich für ein friedliches Zusammenleben der Religionen, Kulturen und Völker einzusetzen“ (siehe Kirchliches Schulgesetz des Erzbistums Köln, § 2).



Geschichte

Seit einigen Jahren bietet das engagierte ehrenamtliche Team der Malteser unter der Leitung von Frau Odenweller und Herrn Tophofen in den Räumen der Turnhalle des St. Ursula-Gymnasiums regelmäßig einen „Wohlfühltag“ an. Ehrenamtliche Helfer/innen bieten hier den Armen und Menschen in Not eine Möglichkeit zum Duschen, zur Fußpflege, zur gesundheitlichen Erstbetreuung an und verwöhnen vor allem mit einem großartigen Frühstücksbuffet. 100 bis 250 Personen nehmen das Angebot wahr, viele davon kommen regelmäßig und die Zahl der Gäste, wie die Malteser sie liebevoll nennen, nimmt von mal zu mal zu.

Unser Einstieg in das Projekt

Auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule gehören seit diesem Schuljahr, unterstützt von meinen Kolleginnen Frau Ebel und Frau Dr. Doll und mir, zu den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Sie engagieren sich am Frühstücksbuffet, belegen Wurst- und Käseplatten, kochen Kaffee, backen Waffeln, oder setzen sich einfach zu den Menschen und suchen das Gespräch. Die Schülerinnen und Schüler haben so die Möglichkeit, Obdachlose und Notleidende einmal mit ganz anderen Augen zu sehen und können den von mir oben angesprochenen Wunsch konkret in die Tat umsetzen. So können Vorurteile abgebaut werden und die Schülerinnen und Schüler erleben ihr Tun als sehr befriedigend.
Eine besondere Aktion des sozialen Lernens haben sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 A ausgedacht: sie wollen ein Zeichen setzen, in dem sie den Menschen eine Kleinigkeit schenken, die über das Angebot am Buffet hinausgeht (Osterhasen und Maikäfer aus Schokolade, Rätselhefte etc).
Den Kauf der Geschenke finanzieren sie durch „Kuchenaktionen“, d.h., sie backen Kuchen, der dann in den Pausen verkauft wird.

Mit einfachen, altersgemäßen Mitteln kann so eine große Wirkung erzielt werden. Von den Besuchern des Wohlfühlmorgens wird die Aktion der Schüler als eine willkommene Abwechslung aufgenommen. Das kleine Geschenk ist für diese Menschen in Not ein Zeichen, dass man an sie denkt, ihnen Aufmerksamkeit schenkt und sie achtet. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass man beim Helfen oft mehr bekommt als man gibt. Dies formulieren Sandra, Sabrina, Caroline und Malena aus der Klasse 10 A so: „Der Kuchenverkauf in der Schule zu Gunsten des Projekts „Wohlfühlmorgen“ und die Hilfe am Buffet sind eigentlich nicht sehr aufwändig. Für uns ist es dafür umso überwältigender, wie viel Dankbarkeit uns für unsere Hilfe entgegengebracht wird. Gleichzeitig kann man Erfahrungen mit Menschen sammeln, die sich in schwierigen Lebenslagen und finanzieller Not befinden und dadurch Vorurteile beseitigen.“ Allerdings ist es für die Schülerinnen und Schüler auch wichtig, sich von Dank in jeder Form unabhängig zu machen. Denn der Wohlfühlmorgen ist eine Aktion für andere Menschen, nicht für unser Wohlbefinden. Mittlerweile spricht sich dieses Engagement in der Schule herum und selbst Schülerinnen und Schüler aus der Unterstufe fragen an, ob sie sich mit einbringen könnten. Auch wenn diese Kinder für diese Aktion noch ein wenig zu jung sind, zeigt dies aber doch, welches Potential an einer Schule für solche und ähnlich gelagerte Aktionen vorhanden ist. Und dieses Potential habt auch IHR!
Für alle, die sich an dieser Aktion mit den Maltesern engagieren ist die Teilnahme eine große Bereicherung.

Ihr wollt auch aktiv werden, wisst aber nicht wie!

Hier einige Tipps und Anregungen.

  1. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Wohlfahrtsträgern (Malteser, Johanniter, DRK etc) ist sehr hilfreich, denn diese verfügen oft über die nötige Erfahrung und Logistik (z.B. einen Spülwagen, Sponsoren etc.)
  2. Bekannte Firmen, Handwerksbetriebe, Supermärkte, Bäckereien etc. sind oft bereit, Spenden abzugeben.
  3. Die örtliche Presse kann eure Aktion vor Ort bekannt machen. So ist z.B. der West-deutsche Rundfunk auf diese Aktion aufmerksam geworden und hat einen sehr schönen Radiobeitrag gestaltet. Der Deutschlandfunk hat diesen Beitrag übernommen und hat so den „Wohlfühlmorgen“ überregional bekannt gemacht. Das WDR-Fernsehen hat sich für 2008 bei uns angekündigt.
  4. Die Homepage eurer Schule ist ein hervorragendes Medium, um eure Initiative innerhalb und außerhalb der Schulgemeinde zu verbreiten.
  5. Fangt klein an, wenn eure Aktion ein Erfolg sein soll, dann kann sie sich langsam entwickeln.
  6. Eine solche Aktion kann sich lediglich als Ergänzung zu den täglichen Angeboten der Wohlfahrtsverbände vor Ort verstehen, nie als Konkurrenz.

Hier noch einige Adressen, die euch vielleicht weiter helfen können:

http://www.st-ursula-gymnasium.de
http://www.malteser-duesseldorf.de/soziale-dienste.html
http://www.wdr5.de/sonderseiten/geht_doch/aktionen_-_beitraege_wohlfuehlmorgen.phtml
http://www.wdr5.de/sonderseiten/mp3/gd-20071129-wohlfuehlmorgen.mp3

In diesem Sinne: „Nur Mut, es lohnt sich auf alle Fälle”

Im Namen des Wohlfühlteams:
Frank Brennecke OstR i.K.
St.-Ursula-Gymnasium Düsseldorf

 

Ein Projekt der Weiße Rose Stiftung e.V. Ein Projekt der Weiße Rose Stiftung e.V.