Edelweißpiraten, Stolpersteine, Brandanschlag

Montag, 28. April 2008, 12:57 Uhr

Jahr für Jahr begeht die Geschwister-Scholl-Schule Solingen ihren „Weiße Rose Tag“. Und tut noch mehr...

Mögen Bahn und Busse auch streiken – die Geschwister-Scholl-Schule Solingen lässt sich nicht von ihrem jährlichen „Weiße Rose Tag“ abhalten. Im Februar war so ein Streik. Trotzdem informierte sich die Klasse 10a über jugendliche Widerstandsgruppen wie die „Edelweißpiraten“ im Kölner NS-Dokumentationszentrum in der ehemaligen Gestapo-Zentrale, die alternative Stadtrundfahrt fand statt. – Kurz darauf, im März, sah sich die AG „Weiße Rose“ den „Zug der Erinnerung“ an, der derzeit durch Deutschland fährt und gerade am Düsseldorfer Hauptbahnhof hielt. – Und vor einem Jahr stellte die AG ihr Stolpersteinprojekt in einem kleinen Rollenspiel vor. – Die Schule befasst sich aber nicht nur mit der Erinnerung an die NS-Zeit, sie stellt sich auch der Gegenwart. Vor 15 Jahren, am 29. Mai 1993, erschütterte der Solinger Brandanschlag als Höhepunkt einer Reihe von ausländerfeindlichen und rassistischen Anschlägen die ganze Welt. Zur Zeit befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem diesem Ereignis.

Das Rollenspiel

Rollenspiel Stolpersteine als PDF-Datei (33 KByte)

„Weiße-Rose-Tag“ am 22. Februar 2008

Der diesjährige Projekttag fand trotz gewisser Einschränkungen aufgrund des Streiks bei Bussen und Bahnen wie gewohnt im 10. Jahrgang statt. Die 10a besuchte in Köln das NS-Dokumentationszentrum in der ehemaligen Gestapo-Zentrale und informierte sich über jugendliche Widerstandsgruppen wie die „Edelweißpiraten“. Die Schüler/innen der 10b und 10c lernten auf einer alternativen Stadtrundfahrt besondere Orte zur Solinger NS-Geschichte kennen. Die 10e beschäftigte sich mit dem Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, der in einer Sondervorstellung im Cobra –Kino zu sehen war. Die Klasse 10f besuchte in Wuppertal-Barmen zunächst die neue jüdische Synagoge und anschließend in Elberfeld den Ort, an dem die alte Synagoge bis zum 9. November 1938 gestanden hatte. Außerdem gab es wieder eine Lesung von drei Zeitzeuginnen aus der Solingen VHS-Schreibwerkstatt, diesmal in der Klasse 8b.

AG Weiße Rose im „Zug der Erinnerung“

Durch Deutschland fährt ein Zug und sucht nach den Spuren vieler zehntausender Kinder. Am 12.3.2008 stand er im Düsseldorfer Hauptbahnhof auf Gleis 6. Schüler/innen der AG Weiße Rose waren dort, um in den „Zug der Erinnerung“ einzusteigen. Nach einer kurzen Einführung auf dem Bahnsteig sahen wir uns die Ausstellung in den historischen Waggons an. „Besonders berührt hat mich ein Gedicht von einem 13-jährigen Mädchen. Sie schreibt, dass sie wieder nach Hause will, dass sie zu jung wäre zum Sterben. Sie fleht und bittet um ihr Leben. Kurz darauf wurde dieses Mädchen ermordet, vergast wie viele andere, deren Schicksal in diesem Zug erzählt wird. Es sind so berührende und traurige Schicksale. Alle AG-Mitglieder waren erschüttert und sehr beeindruckt “, schreibt Elena aus der 8b über unsern Besuch dieser ungewöhnlichen Ausstellung. Nachdem der Zug an verschiedenen Bahnhöfen entlang der früheren Deportationstrecke Station gemacht hat, wird er am 8. Mai 2008 in Polen sein Ziel im ehemaligen KZ Auschwitz erreichen.

Homepage: www.gesamtschule-ohligs.de



http://www.weisse-rose-stiftung.de/netzwerk/public_html/article.php?story=2008042812574823