Netzwerk Weiße Rose   Zitat Dr. Richard Wizsäcker

Schulsanitätsdienst - warum ...?

  

... weil der Schülerversicherung jährlich mehr als eine Million Unfälle gemeldet werden. Die Geschwister-Scholl-Regelschule Bad Blankenburg hat als erste Schule Thüringens einen Schulsanitätsdienst gegründet – auf Initiative zweier Schüler.

Im Oktober 1996 sah der Schüler Daniel Schirch in der RTL-Sendung Notruf einen Beitrag über eine Schulsanitätsdienstgruppe. In diesen Beitrag wurden an Hand der Rekonstruktion eines tatsächlich an einer Schule passierten Unfalles die Funktion und die Aufgabe solch einer Schulsanitätsdienstgruppe dargestellt. Unmittelbar nach dieser Fernsehreportage entschlossen sich die beiden Schüler und späteren Initiatoren Daniel Schirch und Stefan Gulden, damals beide Schüler der neunten Klasse, dazu, dieses Projekt der Schulleitung vorzustellen. Sie baten die Schulleitung gleichzeitig um die Erlaubnis, solch eine Gruppe auch an der Geschwister-Scholl-Schule aufzubauen. Nachdem man den Vorhaben zustimmte, dauerte es nicht lange bis das erste Treffen mit den durch Plakate geworbenen interessierten Schülern und den zuständigen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Rudolstadt e.V. statt fand. So war die erste Schulsanitätsdienstgruppe in Thüringen gegründet. Es gibt sie bis heute. Die Schulsanitäter sind ein Gewinn für die ganze Schule, nicht nur weil sie helfen können, sondern auch, weil sich ihr Dienst positiv auf das gesamte Schulklima auswirkt.



In weiteren regelmäßigen Treffen eigneten sich die Schüler umfangreiches Wissen der Ersten Hilfe an und waren somit in der Lage bei einem Unfall an der Schule eine fachgerechte Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vorzunehmen. Neben ihrer Hauptaufgabe, dem fachgerechten Überbrücken der Zeit von einen Unfall bis zum Eintreffen des Rettungsdienst und dem verwalten und warten des Sanitätsmateriales geben die Mitglieder der Schulsanitätsdienstgruppe Sicherheit bei Schul- und Sportfesten.

In drei Jahren wurden die Mitglieder 145mal über den Schulfunk oder mündlich durch Schüler beziehungsweise Lehrer zu Hilfeleistungen alarmiert. Von kleinen Bagatellfällen über Knochenbrüche bis hin zu Kreislaufzusammenbrüchen war alles vertreten. 1999 wurde zum Beispiel eine Schülerin in Folge eines Kreislaufzusammenbruchs bewusstlos. Sechs Mitglieder verließen nach der Alarmierung unverzüglich den Unterricht und übergaben nach einer reibungslos verlaufenen Erstversorgung die Schülerin dem herbeigerufenen Rettungsdienst.

Im Mai 1998 wurde zum Tag der offenen Tür im Rahmen der Projektwoche eine große Feueralarmübung an der Schule durchgeführt. Hier galt es in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Rettungsdienst über 300 Schüler möglichst schnell aus der Schule zu evakuieren. Zusätzlich waren fünf Verletzte Schüler zu suchen und zu versorgen.

Zur Durchführung dieser Aktion und zum weiteren aufrechterhalten der Schulsanitätsdienstgruppe wurden Sponsoren gesucht. Mit den erhaltenen Geldern schaffte man sich rote Westen als Dienstkleidung und verschiedene andere Ausrüstungsgegenstände an. Der eigens von der Schulsanitätsdienstgruppe renovierte Sanitätsraum konnte außerdem besser ausgestattet werden.

Bereits zweimal wurde durch die Mitglieder Kuchen und Frühstücksbeutel an die Schüler verkauft, der Erlös ging auf das Spendenkonto des RTL-Spendenmarathon „Wir helfen Kindern e.V.“. Hunderte Schulhefte und Stifte sowie zahlreiches Spielzeug und Hygieneartikel wurden für die zwei Rumänienhilfsaktionen des DRK Rudolstadt von der Schulsanitätsdienstgruppe an der Schule gesammelt.

Nicht nur die Zusammenarbeit mit dem DRK Ortsverein Bad Blankenburg und anderen Jugendrotkreuzgruppen ist lobenswert, sondern auch die Zusammenarbeit mit andern Vereinen. So beteiligten wir uns an der Aktionstour 1999 des Kreisjugendringes Saalfeld Rudolstadt e.V. und informierten über die Arbeit des Schulsanitätsdienstes, im Rahmen dieser Tour, dem Maibaumsetzen der Stadt Bad Blankenburg und zahlreichen anderen Veranstaltungen wurden außerdem hunderte Unterschriften gegen Kindersoldaten gesammelt. 1999 verließ der Schüler Daniel Schirch die Schule und übergab sein Amt als Vorortleiter der Schulsanitätsdienstgruppe an die Schülerin Yvonne Worsch und den Schüler Toni Richter. Wie auch viele andere ehemaligen Schüler und Mitglieder der Schulsanitätsdienstgruppe unterstützt Schirch Daniel in seiner Freizeit immer noch das später auf Jugendrotkreuz – Schulsanitätsdienst umbenannte Jugendrotkreuz – Rettungsteam als Jugendgruppenleiter. Bis heute wächst die Gruppe weiter und weiter.

Jahresbericht des JRK 2007 (4,72 MByte)

Powerpointpräsentation zum Jahresbericht des JRK (4 MByte)

Homepage der Schule: www.th.schule.de/ru/gss

 

Ein Projekt der Weiße Rose Stiftung e.V. Ein Projekt der Weiße Rose Stiftung e.V.