Netzwerk Weiße Rose   Zitat Dr. Richard Wizsäcker

Schülerstiftung - Ein Modell?

  
Unter dieser Frage stand ein Lehrertreffen, zu dem die Weiße Rose Stiftung e.V. am 22./23.6.09 im Rahmen des Netzwerks Weiße Rose eingeladen hatte. Die Begegnung fand unter dem Vorsitz von Dr. Hildegard Kronawitter in der Moderation durch ihren Vorgänge Dr. Christof Schmid statt. Beteiligt waren neben dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (Claudia Reimann) das Hans-Carossa-Gymnasium Landshut (Franz Gervasoni), das Willi-Graf-Gymnasium München (Wolfgang Püschel), das Kurt-Huber-Gymnasium Gräfelfing (Dr. Toni Liebl), das Katharinen-Gymnasium Ingolstadt (Michael Erber), das Gymnasium Kirchheim (Rosa Pauels), das Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben (Heinz Mayer) sowie das Christoph-Probst-Gymnasium Gilching (Peter Schubert).

Vorgestellt und diskutiert wurde ein Projekt, das, angestoßen und realisiert von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Münster, nun schon in vierten Jahr existiert und lebendig ist: Courage Schülerstiftung - Schüler setzen Zeichen.

Es war bereits beim Netzwerktreffen im September 2008 aufgefallen und wurde nun den anwesenden Lehrern als mögliches Modell auch für ihre Schulen präsentiert. Angereist waren zu diesem Zweck aus Münster Gisela Pauge mit den Schülern Ranjana Häuser (16) und Christian Hartmann (19). Mit bemerkenswerter Souveränität und Begeisterungskraft sprachen sie über die Motivation ihres Engagements, über das Konzept ihrer Stiftung, die Organisation und die Umsetzung ihrer Arbeit.

Entscheidend sei für sie das Motto ihrer Schule gewesen: durch Wissen zum Verstehen und zum eigenen Gestalten zu kommen, wobei sie das Gestalten durchaus als ein Mitgestalten des eigenen gesellschaftlichen Umfelds verstanden. Vor diesem Hintergrund sei es das Ziel ihrer Schülerstiftung, in dem sozialen Brennpunkt, in dem ihre Schule liege, einen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten: jüngere, (sozial) schwächere, schlecht integrierte Schüler nicht an den Rand geraten lassen, ihnen Hindernisse aus dem Weg räumen, sie im schulischen und persönlichen Alltag unterstützen, den eigenen Wert und die eigenen Kräfte steigern, ihnen das Gefühl zu geben, dazu zu gehören.

Mit Respekt diskutierten die Anwesenden auch vor dem Hintergrund der Ereignisse von Winnenden das Modell, die vorgestellten konkreten Beispiele, pädagogische und juristische Fragen, die sich daran knüpfen, sowie die Kernfrage: Wie gelingt es in einem System wie der Schule, die durch ständige Fluktuation bestimmt ist, engagierte Kontinuität für eine solche Schülerinitiative zu sichern? Das "Klima" an der jeweiligen Schule, das Verhältnis von Schülern, Eltern und Lehrern zueinander, die Rolle der Schulleitung und das soziale Umfeld wurden erörtert.

Die Diskussion zeigte einmal mehr: Nichts geht über ein überschaubare Runde von interessierten, engagierten und kompetenten Menschen. So hatte man am Ende des Treffens nicht nur einen interessanten Informations- und Meinungsaustausch gehabt, sondern konkrete Möglichkeiten erörtert, das Münsteraner Modell an den eigenen Schulen zu diskutieren. Und weil dabei nichts so überzeugend und ansteckend wirken kann, wie der engagierte Vortrag junger Leute, wurde vereinbart, dass die Weiße Rose Stiftung e.V. im Herbst Schülerinnen und Schüler der beim Lehrertreffen vertretenen Schulen für einen Tag nach München einlädt. Gisela Pauge, Ranjani Häuser und ein Mitschüler werden dann ihre Kolleginnen und Kollegen aus erster Hand informieren.
 

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