Schüler/innen des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums setzen Zeichen gegen das Vergessen
Freitag, 25. September 2009, 13:08 Uhr
Seit dem 11. September 2009 erinnert ein weiterer Stolperstein an eine Oranienburgerin, die ein Opfer der Naziherrschaft wurde. Im Beisein von Ministerpräsident Matthias Platzeck und Landrat Karl-Heinz Schröter wurde der Stein in Erinnerung an Gerda Bukofzer, geborene Mannheim, vor dem ehemaligen Haus Nr. 6 in der Havelstraße verlegt. Die Ärztin war im Jahr 1941 von hier aus vor dem Naziterror nach Argentinien geflohen, wo sie 1987 starb.
Unter den Anwesenden war auch ihr Sohn Victor Bukofzer aus Buenos Aires. Zwei Tage zuvor war er bereits Gast des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums, um über seine Familie und sein Leben zu sprechen und mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.
Musikalisch umrahmt wurde die Steinverlegung vom Chor des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums. Schülerinnen und Schüler der Stolperstein-AG der Schule trugen einen Text zur Biographie der Familie Mannheim vor, die sie im Rahmen ihrer Arbeit recherchiert hatten. Außerdem hatten sie sich erfolgreich um Patenschaften für die Gedenksteine bemüht.
Der Ministerpräsident dankte den Jugendlichen und sagte: "Junge Menschen setzen sich damit auf direkte und eindringliche Weise mit der Vergangenheit auseinander."
Bereits 2008 waren unter Mitwirkung der Stolperstein-AG, die vom Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt in Oranienburg unterstützt wird, zwei Steine für Therese Mannheim, der Mutter von Gerda Bukofzer, und ihren Bruder Günther verlegt worden. Therese Mannheim wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, Günther Mannheim konnte 1939 über Shanghai nach Amerika flüchten.