Netzwerk Weiße Rose   Zitat Dr. Richard Wizsäcker

Anschreiben an alle Willi-Graf-Schulen

  

Die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V. regt in einem Brief an die Willi-Graf-Schulen zu einem literarischen Projekt an und stellt Joachim Baez als Familienbeauftragten für die Erinnerung an Willi Graf vor:



Joachim Baez ist Familienbeauftragter für die Belange der Familie von Willi Graf

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Schulnamen erinnern Sie an Willi Graf, Mitglied der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose", der für sein mutiges Eintreten gegen die Gräuel des NS-Staates und für die Beendigung des Krieges 1943 ermordet wurde. Anneliese Knoop-Graf, Mitbegründerin und stellvertretende Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e. V., hat das Vermächtnis der Weißen Rose und insbesondere das ihres Bruders mit unermüdlichem Einsatz und großem pädagogischen Geschick weiter getragen. Mit ihren Zeitzeugengesprächen in den Schulen vermittelte sie Einsicht in die historischen Vorgänge sowie in das notwendige Lernen für die heutige Zeit. Ihr Tod im August letzten Jahres reißt eine nicht zu schließende Lücke in unserer Erinnerungsarbeit. Um so ermutigender ist es für uns, Ihnen als Namensträgerschule den Neffen von Willi Graf, Herrn Joachim Baez, als Familienbeauftragten der Familie von Willi Graf nennen zu dürfen.

Wie eng die familiären Beziehungen damals waren, wird daran sichtbar, dass Willi Graf aus der Todeszelle an seine Schwester Anneliese schrieb: „Auch gegenüber dem kleinen Joachim hast Du eine besondere Aufgabe, die ich nicht mehr erfüllen konnte, obwohl ich bei seiner Taufe Pate wurde.“
Jetzt ist Herr Joachim Baez für die Erinnerung an seinen Onkel da. Wenn Sie Verbindung mit Herrn Baez aufnehmen wollen, lassen Sie es uns bitte wissen, wir vermitteln sehr gerne. Oder Sie wenden sich direkt an ihn: [Bei Interesse bitte E-Mail telefonisch im Büro der Stiftung erfragen].

Mit diesem Schreiben darf ich Ihnen eine weitere Nachricht zukommen lassen, die Sie als Anregung verstehen mögen. Die Abiturientin Judith Maria Guckenbiehl verfasste im Schuljahr 2008/9 eine Facharbeit „Analyse und Stellenwert der Literatur im Leben von Willi Graf zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland“. Diese Arbeit beschreibt das umfängliche literarische Interesse von Willi Graf und listet dessen Literaturkanon auf. Sie macht augenfällig – und das könnte auch an Ihrer Schule weiterverfolgt werden – wie spannend und lehrreich es sein kann, der Frage nachzugehen, wie Denken und Handeln von Willi Graf von der rezipierten Literatur beeinflusst wurde. Judith Maria Guckenbiehl stellt auf Anfrage ihre sehr gelungene Arbeit gerne zur Verfügung [Bei Interesse bitte E-Mail telefonisch im Büro der Stiftung erfragen].

Es würde uns freuen, wenn sich auch in dem Fachbereich Deutsch Ihrer Schule eine Befassung mit der Literatur von Willi Graf sowie der anderer Mitglieder der Weißen Rose ergeben würde.

Für eine Rückmeldung danke ich Ihnen im Voraus recht herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Hildegard Kronawitter
(Vorsitzende)

PS: Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass die Weiße Rose Stiftung e.V. ihre Wanderausstellung zu Willi Graf (6 Ausstellungstafeln) zur Ausleihe bereit hält.

 

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