75 Jahre Weiße Rose – Was bleibt?

Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing

vom 08. bis 10. Juni 2018

Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie Tutzing, der Weiße Rose Stiftung e.V. und der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

mit Vorträgen, Lesungen, Filmvorführung und Generationengespräch

in der Tagungsstätte der Evangelischen Akademie in Tutzing, Schlossstraße 2+4.

Zum detaillierten Programm und den Teilnahmebedingungen: https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/75-jahre-weisse-rose-was-bleibt/

Anmeldung erbeten bis 25. Mai 2018 unter https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/75-jahre-weisse-rose-was-bleibt/?order=form

Einladung zur Tagung "75 Jahre Weiße Rose - Was bleibt?" in der Evangelischen Akademie Tutzing vom 08. bis 10. Juni 2018

Erläuternder Text:

ES LEBE DIE FREIHEIT!

Die letzten Worte von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung bezeugen nicht nur den ungebrochenen Geist dieses jungen Widerstandskämpfers, sondern stehen gleichsam als Leitmotiv für das Wirken der Weißen Rose. Ob in Briefen, Tagebuchaufzeichnungen oder den erhaltenen Berichten über die vielen Gesprächsabende des studentischen Widerstandskreises, ihre Gedanken kreisten um die Wiederherstellung von Freiheit und den Schutz von Menschenrechten. Dabei verband die evangelisch, orthodox, katholisch und bekenntnislos aufgewachsenen Protagonisten ein undogmatisches und überkonfessionell gelebtes Christentum.

Das Entsetzen über die Verfolgung Andersdenkender und die Kriegsverbrechen an der Ostfront artikulierten Alexander Schmorell und Hans Scholl in den ersten vier Flugblättern im Juni und Juli 1942. Sie klagten das deutsche Volk an, an der verbrecherischen Regierung Deutschlands mitschuldig zu sein und erklärten es zur „sittlichen Pflicht“, dieses System zu beseitigen. Besondere Verantwortung sprachen sie der „deutschen Intelligenz“ zu, die sie zu Widerstand und Sabotage aufriefen. Zwei weitere Flugblätter folgten Anfang 1943, die nun von einem großen Unterstützerkreis hergestellt und in Deutschland verteilt wurden.

Gestapo und NS-Justiz zerschlugen den Widerstandskreis: In fünf Prozessen wurden sieben Todesurteile ausgesprochen und vollstreckt, über 30 Personen erhielten zum Teil lange Haftstrafen. Sophie und Hans Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Professor Kurt Huber, Willi Graf und Hans Leipelt verloren ihr Leben. Ihre moralische Haltung und ihr Mut sind auch heute, nach 75 Jahren, aufrüttelnd und vorbild-haft.

In der Tagung wird nach den Motiven zum Widerstand der einzelnen Protagonisten gefragt, nach dem zeitlichen Kontext des Widerstands und nach den konkreten Aktionen und Zielen der Weißen Rose. Unsere Referierenden richten den Fokus auf die zentralen Akteure und ihr Umfeld sowie auf die Bedingungen für oppositionelles Handeln und Kommunikation in der NS-Diktatur. Zudem geht es um die Geschichte der Erinnerung an die Weiße Rose nach 1945: Wie wurde erinnert und hat sich ihr Bild in der Geschichte gewandelt? Was sagt uns die Botschaft der Weißen Rose heute? Darüber reden wir auch mit Zeitzeugen und Studierenden.

Herzliche Einladung in die Evangelische Akademie Tutzing!

 

Dr. Ulrike Haerendel Evangelische Akademie Tutzing

Dr. Hildegard Kronawitter Weiße Rose Stiftung e.V., München

Dr. Björn Mensing Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau