Geschwister-Scholl-Preis 2020

Der diesjährige Geschwister-Scholl-Preis wird verliehen an:

Dina Nayeri, Der undankbare Flüchtling. Aus dem Englischen von Yamin von Rauch, Kein & Aber 2020.

Geschwister-Scholl-Preis 2020: Dina Nayeri, Der Undankbare Flüchtling
Geschwister-Scholl-Preis 2020: Dina Nayeri, Der Undankbare Flüchtling (Abbildung: Anna Leader)

Aus der Begründung der Jury:
Die iranisch-amerikanische Schriftstellerin Dina Nayeri erinnert mit ihrem Buch „Der undankbare Flüchtling“ an eines der wichtigsten globalen Themen unserer Zeit: Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) waren im vergangenen Jahr weltweit 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht. […]
Dina Nayeri – 1979 in Isfahan geboren – erzählt aus persönlicher Perspektive von dieser großen Geschichte. […] Die eigene Biographie verbindet Dina Nayeri mit anderen Fluchtgeschichten unserer Zeit. […]
Dina Nayeri führt ihre Leserinnen und Leser zur Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, in einem anderen Land zu leben, in Sicherheit zwar, doch immer unter Vorbehalt und zur steten Dankbarkeit verpflichtet. In diesem Sinn ist ihr Buch „Der undankbare Flüchtling“ ein Plädoyer, die Würde eines jeden Menschen anzuerkennen. In den Flugblättern der Weißen Rose finden sich die wichtigen Forderungen, jeder Einzelne habe ein Recht auf einen „brauchbaren und gerechten Staat“ sowie auf die „Güter der Welt“.

 

Veranstaltungsabsage:

Die Preisverleihung, ursprünglich am 30. November in der LMU geplant, musste angesichts des neuen Lockdowns leider abgesagt werden.

An diesem Tag veröffentlicht der Börsenverein des deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. statt dessen die Rede-Manuskripte der geplanten Ansprachen: Die Würdigungen der Stifter, vertreten durch den Oberbürgermeister Dieter Reiter und den Vorsitzenden des Börsenvereins Bayern Michael Then, die Laudatio von Prof. Dr. Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrum München, sowie die Erwiderung der Preisträgerin Dina Nayeri.

 

Der Geschwister-Scholl-Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. und der Landeshauptstadt München seit 1980 vergeben. Sinn und Ziel des Geschwister-Scholl-Preises ist es, jährlich ein Buch jüngeren Datums auszuzeichnen, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Zu den Preisträgern zählten in den letzten Jahren unter anderem Ahmet Altan, Götz Aly, Hisham Matar, Garance Le Caisne, Achille Mbembe, Glenn Greenwald, Otto Dov Kulka, Liao Yiwu, Joachim Gauck, Roberto Saviano, David Grossman und Anna Politkovskaja.