
Geschichtsvermittlung und politische Bildung finden in ganz besonderem Maße in der Schule statt. Als Teil unseres pädagogischen Angebotes bieten wir Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen und Methoden an. Sie sollen Lehrkräfte dabei unterstützen, Zeitgeschichte im Unterricht kreativ, individuell und eindrücklich zu vermitteln.
Themen
2025: Die Weiße Rose und heutige Umdeutungsversuche
In der Fortbildung wurden Umdeutungen der Geschichte des nationalsozialistischen Unrechtsregimes thematisiert, die häufig dazu dienen, extremistische oder demokratiefeindliche Positionen zu untermauern. In diesem Zusammenhang wird der Widerstand gegen den Nationalsozialismus – und dabei auch der Widerstand der Weißen Rose – missbräuchlich instrumentalisiert. Auch an Schulen sind Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden Äußerungen und Aktionen konfrontiert.
Programm:
Fabienne van Huet, Bayerisches Staatsministerium der Justiz: Widerstand im demokratischen Rechtsstaat des Grundgesetzes und im Unterschied zur NS-Diktatur
Dr. des. Niklas Fischer, Didaktik der Geschichte und Public History, LMU: Thesen zu Inanspruchnahme des Widerstands durch die Neue Rechte
Dr. Edith Koller, Weiße Rose Stiftung: Instrumentalisierung des Widerstands der Weißen Rose, Überblick
Alfred Klöck, Regionalbeauftragter für Demokratie und Toleranz, Schwaben: Antidemokratischen und extremistischen Handlungen an der Schule wirkungsvoll begegnen
Angelika Ketterer, stellvertretende Schulleiterin Willi-Graf-Gymnasium München: Praxisbericht zur Reaktion der Schule auf eine Aktion der Identitären Bewegung
Einen Bericht über die Fortbildung können Sie in unserem Tätigkeitsbericht 2025 (PDF) nachlesen
2024: Historisches Lernen zwischen Archiv und KI
8. Oktober 2024, 10.00 – 15.00 Uhr, LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1
Der Fokus der Fortbildung lag auf Grundlagen des historischen Lernens im schulischen Bereich. In zwei Vorträgen und zwei Workshops wurde eine Bandbreite an Beispielen vorgestellt und diskutiert: von der Quellenarbeit im Archiv über die Nutzung digitaler Archive bis hin zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).
Mit Beiträgen von:
Daniela Andre, OStRin: Didaktik der Geschichte und Public History LMU / Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching und Dr. Susanne Wanninger: Dienststellenleiterin Universitätsarchiv LMU München
Mag.a Constanze Jeitler, M.A.: Neueste Geschichte und Zeitgeschichte LMU München, Lehrstuhl Prof. Dr. Johannes Großmann
Dr. Regina Schuhbauer, StRin: Zentrum Erinnerungskultur Regensburg / Regental-Gymnasium Nittenau
Einen Bericht über die Fortbildung können Sie in unserem Tätigkeitsbericht 2024 (PDF) nachlesen.
2023: Erinnerungskultur – eine Aufgabe für Schulen
5. Oktober 2023, 10.00 – 15.00 Uhr, LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1
Die Fortbildung näherte sich dem übergreifenden Thema „Erinnerungskultur“ multiperspektivisch und bot Raum für Fragen: Wie können Schulen ihrem erinnerungskulturellen Auftrag nachgehen? Was ist im bayerischen Lehrplan vorgegeben und welche Chancen eröffnen sich aus dem Thema für die Zusammenarbeit mit Partnern im Ausland?
Mit Referaten und Beiträgen von:
Prof. Dr. Jörg Skriebeleit, Direktor des „Zentrums für Erinnerungskultur“ an der Universität in Regensburg und Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg
Dr. Monika Müller, Referentin für Geschichte am Gymnasium (ISB) und Johannes Dill, Referent für erinnerungskulturelle Projekte im Kultusministerium
Dr. Matthias Schickel und Dr. Patricia Krause, Katharinengymnasium Ingolstadt
Barbara Raub, Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck
Einen ausführlichen Bericht über die Lehrkräftefortbildung können Sie in unserem Tätigkeitsbericht (PDF) für das Jahr 2023 nachlesen.
2022: Zertrümmerung des Rechtsstaats im Nationalsozialismus
30.11.2022, 10.00-15.00 Uhr, Justizpalast, München, Prielmayerstraße 7
Mit dem Thema „Zertrümmerung des Rechtsstaats im Nationalsozialismus“ nahm die Fortbildung die gezielte Aushöhlung rechtsstaatlicher Normen und Verfahren von 1933 bis zu den Volksgerichtsprozessen gegen die Weiße Rose 1943 in den Blick. Behandelt wurden zum einen das justizielle Handeln am Beispiel des ersten Weiße-Rose-Prozesses sowie Justizverbrechen in der NS-Diktatur und ihre Aufarbeitung nach 1945. In einem zweiten Teil wurden Überlegungen für eine themenbezogene Gestaltung der derzeit entstehenden neuen Dauerausstellung im Justizpalast in München vorgestellt und diskutiert.
Referenten:
Prof.em. Dr. Hans Günter Hockerts, ehemals Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der LMU München
Prof. Dr. Christoph Safferling, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht mit ICLU an der FAU Erlangen-Nürnberg
Christian Hölzl, Geschäftsführer HUND B, Ausstellungsgestalter
Einen ausführlichen Bericht zur Fortbildung können Sie in unserem Tätigkeitsbericht 2022 (PDF) nachlesen.
2021: Neue Wege der historischen Vermittlungsarbeit am Beispiel des Instagram-Projekts „@ichbinsophiescholl“
9. November 2021, 10 – 14 Uhr, LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1
In dieser Fortbildung diskutierten wir die schulische Nutzung von sozialen Medien, speziell das Für und Wider am Beispiel des Instagram-Projekts „@ichbinsophiescholl“. Anlass für diesen vielbeachteten Account war der 100. Geburtstag von Sophie Scholl. Über das Medium Instagram und eine diesem angepassten Erzählweise wurden historische Details zu Sophie Scholl und der Weißen Rose vermittelt, aber auch die in den Flugblättern hervorgehobenen Werte von Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenwürde thematisiert.
Mit Referaten und Beiträgen von:
Lydia Leipert (BR, Digitalexpertin und Koordinatorin Film Digital)
MR Werner Karg / Johannes Dill (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus)
Katharina Willimski (stvl. Schulleiterin Max-Joseph-Stift) und Schülerinnen
Moderation: Dr. Hildegard Kronawitter
2020: statt Lehrerfortbildung
In diesem Jahr war infolge der Pandemie auch bei uns alles anders. Eine Lehrkräftefortbildung fand nicht statt. Ein Webseminar erschien uns kein adäquater Ersatz für das persönliche Treffen zu sein. Statt dessen bauten wir unser digitales Angebot aus und informierten darüber Lehrkräfte in einem Rundschreiben, v.a. mit Blick auf den Unterricht in den Fächer Geschichte, Religion/Ethik, Sozialkunde und Deutsch:
Website: pädagogisches Angebot für Lehrkräfte (www.weisse-rose-stiftung.de/paedagogisches-angebot/unterrichtsmaterialien/). Diese Informationen und Materialien können auch unabhängig von den Ausstellungen zur eigenständigen Erarbeitung des Themas Weiße Rose genutzt werden.
Social Media: Unter dem Hashtag #DenkStätteDigital posteten wir auf Facebook und auf Instagram eine Serie von Dokumente und Hintergrundinformationen zur Weißen Rose aus unserer Dauerausstellung in an der LMU München, um die in Pandemie-Zeiten geschlossene DenkStätte wenigstens teilweise virtuell zugänglich zu machen.
Facebook: www.facebook.com/WeisseRoseStiftung/
Instagram: @weisse_rose_stiftung
Youtube-Kanal (@WeieRoseStiftungeV): Hier finden sich Videos zu Aspekten der Geschichte der Widerstandsgruppe, häufig in Verbindung zum heutigen Erinnern an die Weiße Rose sowie Zeitzeugen-Interviews. Interessierte können den Kanal abonnieren, um über unsere neuesten Videos informiert zu sein.
Youtube-Kanal: Weiße Rose Stiftung e.V.
Themen und Referenten der Jahre 2013-2019 im Rückblick
09. Oktober 2019, Thema: Faktizität – Vermittlung – Wahrnehmung
Referenten:
Stefan Primbs: Workshop zu „Alles Fake News, Filterblasen, Hetze? Medienkompetenz als Schlüssel für eine sinnvolle Nutzung von Social Media: Strategien, Techniken, praktische Tipps“
Maximilian Probst: Christoph Probst aus journalistischer und familiärer Perspektive (Arbeitstitel)
Oktober 2018, Thema: Justiz im NS-Staat – Lehren für eine demokratische Rechtsstaatlichkeit
Referierende:
Dr. Jürgen Zarusky, Institut für Zeitgeschichte, Hrsg. der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte: „Justiz als Instrument der Widerstandsbekämpfung in der NS-Diktatur – institutionelle Ausrichtung und Selbstanpassung“;
Henrike Claussen, M.A., Leiterin Memorium Nürnberger Prozesse: „Die Nürnberger Prozesse: Blaupausen zur Ahndung von Menschheitsverbrechen?“
11. Oktober 2017, Thema: Die Ausstellung als außerschulischer Lernort – worauf es ankommt
ReferentInnen:
Prof. Dr. Michele Baricelli, Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte und Public History an der LMU: „Die Bedeutung außerschulischer Lernorte für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts“
Werner Karg, Bayerische Landeszentrale für politische Bildung, und Beatrice Wichmann, Bayerische Museumsakademie: „Geschichte gestalten: Exemplarische Präsentation und Diskussion von Abschnitten in der neuen Dauerausstellung der DenkStätte Weisse Rose (Flugblätter/Verfolgung)“
Johanna Hömann, Dramaturgin, und Martin Valdés-Stauber, Künstlerische Projektleitung, beide Münchner Kammerspiele: „Selbstwirksamkeit, Intervention, Provokation: Die Kunstaktion SCHOLL 2017“
11. Oktober 2016, Thema: Schultheater und Geschichtsvermittlung
ReferentInnen:
Brigitte und Stephan Schupfner, Lehrkräfte an der Hans-Leipelt-Schule Donauwörth
Farina Simbeck, Theaterpädagogin
Thomas Ritter, Dozent
Dr. Tanja Klepacki, Akademie für Schultheater an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
20. Oktober 2015, Thema: Spezifische Herausforderungen in der schulischen Vermittlung von NS-Diktatur und Widerstand in der Einwanderungsgesellschaft
ReferentInnen:
Prof. Dr. Markus Brechtken, Stellvertretender Direktor am Institut für Zeitgeschichte
Dr. Angela Kühner, Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität Frankfurt
Dr. Robert Sigl, Bayerische Landeszentrale für politische Bildung
15. Oktober 2014, Thema: Sind wir, wie wir heißen? – Schulnamen und ihre Bedeutung für Schulprofil und Schulalltag
ReferentInnen:
Laura Treml, Studentin am Institut für Bayerische Geschichte
Dr. Gregor Pelger, ehemaliger Lehrer am Kurt-Huber-Gymnasium Gräfelfing, nun Mitarbeiter im Kultusministerium, und Dr. Marianne Ott-Meinberg, Lehrerin am Kurt-Huber-Gymnasium Gräfelfing
Dr. Robert Sigel, Bayerische Landeszentrale für politische Bildung
Andrea Maria Moser und Franco Stelzer, Lehrkräfte am Liceo Linguistico Sophie Magdalena Scholl in Trient
22. Oktober 2013
Themen: Schreibwerkstatt mit Jugendlichen; Erarbeitung eines Ausstellungsprojekts zu einem Exilschriftsteller; pädagogisches Angebot des Literaturarchivs Marbach
ReferentInnen:
Frank Griesheimer, freier Kinder- und Jugendbuchlektor
Dr. Marianne Ott-Meimberg, Lehrerin am Kurt-Huber-Gymnasium Gräfelfing
Johannes Kempf, Mitarbeiter des Literaturarchivs Marbach
