Missbräuchliche Verwendung von Fotos der Mitglieder der Weißen Rose
Vermehrt wurden wir in letzter Zeit wieder auf ein Plakat bzw. einen Social-Media-Post angesprochen, bei dem unter einem Foto von Sophie Scholl ein direkter Bezug zur AfD hergestellt wird. Wir weisen darauf hin, dass Darstellungen dieser Art bereits gerichtlich untersagt wurden.
Wir appellieren, solche Plakate und Social-Media Posts nicht weiter zu verbreiten, auch nicht um auf diesen Missbrauch aufmerksam zu machen.
(Juli 2026)
Stellungnahme bezogen auf die US-Organisation „The White Rose Resistance“
Mit Empörung nehmen wir die Aktivitäten der Gruppierung „The White Rose Resistance“ wahr, die offensichtlich geschichtsverfälschend sind. Mit dem Namen der Widerstandsgruppe Weiße Rose und unter Verwendung eines Fotos von Sophie Scholl wird offensiv um Spenden und Unterstützung von radikalen Zielen geworben.
Der Widerstand der Weißen Rose gegen die Diktatur der Nationalsozialisten und gegen die nationalsozialistischen Verbrechen wird in Videos und Texten von Seth Gruber unter dem Label „White Rose Resistance“ für die Darstellung einer Position benutzt, die dem historischen Hintergrund entgegengestellt ist. Zitate von Sophie Scholl sind in falsche Kontexte eingebettet, also verfälscht. Zitate sowie historische Fakten werden überdies falsch wiedergegeben. Der Name, das Ansehen und die Popularität der Widerstandsgruppe Weiße Rose werden für radikale politische Zwecke genutzt und zur profanen Spendenakquise missbraucht.
Wir stellen deshalb klar:
Der lebensbedrohliche Widerstand der Weiße Rose richtete sich gegen die nationalsozialistische Diktatur und gegen deren Verbrechen. In den Flugblättern spricht sich die Weiße Rose für Menschenrechte und eine vielfältige Gesellschaft aus. Sie betont die Gleichwertigkeit aller Menschen, die ihr Leben individuell und frei gestalten sollen. An keiner Stelle äußerte sich die Weiße Rose zum Thema Abtreibung. Der Bezug dazu sowie die Behauptung, dass die Geschwister Scholl einen christlichen Kulturkampf geführt hätten, ist schlichtweg falsch.
Wir betonen, dass der Mut von Menschen im Widerstand gegen ein diktatorisches Regime und das unermessliche Leid des Holocaust nicht instrumentalisiert und damit verunglimpft werden darf.
