DenkStätte Weiße Rose am Lichthof der LMU, München

Die DenkStätte Weiße Rose am Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München ist ein zentraler Erinnerungsort zur Geschichte des studentischen Widerstands der Weißen Rose.

Die neue Dauerausstellung bietet einen umfassenden Blick auf die Geschichte der Weißen Rose und stellt ihren Widerstand in den Kontext von NS-Terrorherrschaft und verbrecherischem Krieg.

Schwerpunkte der Ausstellung liegen u.a. auf den Motiven des Widerstands, den einzelnen Aktionen der Gruppe, den Inhalten der Flugblätter und der Ausweitung des Widerstands über München hinaus nach Ulm, Saarbrücken, Hamburg und in weitere Städte. Ein besonderes Kapitel ist der Erinnerungsgeschichte der Weißen Rose von 1943 bis heute gewidmet.

In neun interaktiven Medienstationen werden die Biografien der ProtagonistInnen der Weißen Rose vermittelt. In Filmsequenzen sprechen Zeitzeugen zur Ausweitung des Widerstands sowie zu Verfolgung, Haft und Prozessen.

DenkStätte Weiße Rose MünchenMit ihrer hellen und klaren Ästhetik entspricht die deutsch- und englischsprachige Ausstellung dem neuesten Forschungsstand und aktuellen museumsdidaktischen Standards.

Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.

Anfahrt und Öffnungszeiten
Führungen
Flyer zum Download

In Kooperation mit der Universität richtete die Weiße Rose Stiftung die DenkStätte Weiße Rose am Lichthof ein. Bundespräsident Roman Herzog eröffnete den Ausstellungsraum am 28. Juni 1997, die neue Dauerausstellung wurde am 18.2.2017 eröffnet.

Außerdem an der LMU

Am 18. Februar 1943 verteilten Hans und Sophie Scholl das sechste Flugblatt der Weißen Rose in der Universität. Als sie es von der Galerie im zweiten Stock in den Lichthof abwarfen, wurden sie verhaftet.

An der Stelle, an der die Flugblätter vermutlich abgeworfen wurden, erinnert eine 1946 von Theodor Georgii geschaffene Gedenktafel an die sieben hingerichteten Mitglieder der studentischen Widerstandsgruppe: Willi Graf, Professor Kurt Huber, Hans Leipelt, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Hans und Sophie Scholl.

Auch ein 1958 enthülltes Bronzerelief im Lichthof der Universität ist ihnen gewidmet. Es wurde von Lothar Dietz geschaffen.

Nach Wiederherstellung des Lichthofs wurde 1961 die „Weiße-Rose-Orgel“ (Firma Steinmeyer/Oettingen) anstelle des kriegszerstörten großen Mosaiks installiert.

Ein Bodendenkmal des Künstlers Robert Schmidt-Matt vor dem Haupteingang der Universität zeigt seit 1990 Flugblätter, Portraitfotos und einen Abschiedsbrief von Willi Graf.

Außerdem in München

Weiße Rose Saal des Justizpalasts München

Justizpalast München Weisse Rose Saal

Unter dem Titel „Willkür – Im Namen des Deutschen Volkes“ dokumentiert eine Ausstellung im historischen Sitzungssaal „Weiße Rose” des Münchner Justizpalastes die ersten beiden Prozesse gegen die Widerstandsgruppe. Die vom Bayerischen Staatsministerium der Justiz in Zusammenarbeit mit der Weiße Rose Stiftung realisierte Ausstellung ist im Saal 253 (Weiße Rose Saal), in dem am 19. April 1943 der zweite Weiße-Rose-Prozess stattfand, zu sehen.
Sie ist montags bis freitags von 9.00-15.00 Uhr und freitags von 9.00-14.00 Uhr zugänglich (außer in den Prüfungszeiträumen vom 10. April – 31. Mai und vom 10. Oktober – 31. November).

Der Eintritt ist frei.
Informationen zum Ort der Ausstellung und zur Anfahrt.
Flyer zum Download

In der Ausstellung werden Portraitfotos der 17 Angeklagten in den beiden Prozessen und Kopien von Originaldokumenten aus beiden Prozessen gezeigt.

Gedenkorte

Eine Gedenktafel an der Franz-Josef-Straße 13 erinnert daran, dass hier das Geschwisterpaar Hans und Sophie Scholl ab Sommer 1942 bis zu ihrer Gefangennahme in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebte.

Am Haus Mandlstraße 28 zeugt eine Tafel davon, dass hier Willi Graf und seine Schwester Anneliese bis zu ihrer Verhaftung durch die Gestapo lebten.

Ein Mahnmal in Form eines Granitkubus erinnert an den Widerstand u.a. der Weißen Rose gegen den Nationalsozialismus. Es befindet sich, vom Hofgarten aus kommend, am nordwestlichen Eck vor den Arkaden.

Grabstätten und Gedenkraum

Auf dem Friedhof am Perlacher Forst an der Stadelheimer Straße können die Grabstätten der Geschwister Scholl, von Christoph Probst und Alexander Schmorell besucht werden; an Hans Leipelt wird im Ehrenhain des Friedhofs erinnert.

Ein Gedenkstein auf dem Münchener Waldfriedhof ist dem Hochschullehrer Kurt Huber gewidmet.

In der Justizvollzugsanstalt Stadelheim, wo die Hinrichtungen von Regimegegnern durchgeführt wurden, kann nach Absprache eine Gedenkstätte besucht werden.

 

Einen Überblick (bis 2005) über Münchner Orte des Gedenkens und Erinnerns an die Opfer des Nationalsozialismus finden Sie in der Publikation unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin in der DenkStätte Weiße Rose:

Helga Pfoertner: Mit der Geschichte leben. Mahnmale, Gedenkstätten, Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus in München 1933-1945, 3 Bände.